Die Halver-Kolumne: Schlacht um die Eurozone!

Robert Halver zum Krieg um den Euro: Kümmert Euch nicht um Nebenkriegsschauplätze, gewinnt die Schlacht um die Eurozone!

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Die Politik hat eine neue Idee lieb gewonnen: Die Finanztransaktionssteuer. Neue Idee? Eigentlich ist sie nicht neu, denn es gibt sie bereits mindestens seit den 70er Jahren und sie wird regelmäßig ähnlich wie das „Dinner for one“ an Sylvester aus der finanzpolitischen Mottenkiste geholt.

Mit ihr soll aktuell die Finanzindustrie – so ein westeuropäisches Staatsoberhaupt, der kurz vor den Präsidentschaftswahlen seine Seelenverwandtschaft mit Robin Hood entdeckt hat – den Schaden, den sie durch ihre Spekulationen an den euroländischen Finanzmärkten angerichtet hat, wieder gutmachen und zur Heilung der Euro-Krise zur Kasse gebeten werden.

Qui bono?

Zweifellos sind Spekulationen, die Euro-Länder in ärgste Liquiditätsnöte bringen oder Großbanken in ihrer Existenz bedrohen eines: Unsittlich. Aber kann man sie mit regional oder national begrenzten Finanztransaktionssteuern verhindern? Denn Länder, die außer ihrer Bankindustrie kaum blühende wirtschaftliche Landschaften zu bieten haben, werden nicht in den Hosianna-Chor einer Zusatzsteuer einstimmen, sondern mit breitem Grinsen auf die Zuwanderung von kontinentaleuropäischem Finanzgeschäft warten.

Wem jedoch nützt – qui bono – in Gutmensch-Euroland dann die Finanztransaktionssteuer, wenn unerwünschte Spekulationen gegen Euro und Euroland nicht aufhören, sondern nur woanders stattfinden und dort zusätzlich gar nicht mehr zu kontrollieren sind? Die absolut herrschende, angelsächsische Finanzaristokratie hätte von Euroland keine ernstzunehmende Palastrevolution mehr zu befürchten.

Ohnehin wird die Finanzindustrie für ihre international beweglichen Anleger alternative steuerfreie Instrumente entwickeln und damit dem braven Gesetzgeber immer den berühmten entscheidenden Schritt voraus sein. Die Finanztransaktionssteuer wird am Ende eher diejenigen treffen, die ihr nicht ausweichen können, also beispielsweise die deutschen Privatanleger, deren Altersvorsorge damit ein Bärendienst erwiesen wird.

Mit dem Nebenkriegsschauplatz „Finanztransaktionssteuer“ erreicht man also kaum die angestrebten Ziele. Und die wirklich wichtige Schlacht zur Beilegung der Euro-Krise wird damit schon gar nicht gewonnen.

Lesen Sie auf Seite Zwei, welche Schlacht den Krieg entscheiden wird.

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