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9. April 2013, 08:55
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Anlagestrategie: Haltedauer wichtiger als Einstiegszeitpunkt

Nach Meinung zahlreicher Kapitalmarktexperten werden die Kurse an den Börsen auch 2013 unvermindert steigen. Weitsichtige Anleger sollten aber gerade jetzt einen kritischen Blick auf ihr Depot werfen, rät das Financial Planning Standards Board Deutschland (FPSB).

Anlagestrategie

Dr. Rolf Tilmes: „Gerade im aktuellen Umfeld ist es wichtig, die Anlagen unter Risikoaspekten breit zu streuen.”

Dabei sei es wesentlich wichtiger lange investiert zu sein, als den optimalen Zeitpunkt zum Einstieg zu finden.

Die magische Marke von 8000 Punkten hat der deutsche Auswahlindex DAX am 14. und 15. März 2013 geknackt – zum dritten Mal in seiner Geschichte nach 2000 und 2007. Eigentlich eine gute Nachricht. Doch wie in der Vergangenheit sind die Kurse kurz nach Erreichen dieser Marke abgestürzt, entsprechend wächst die Verunsicherung vieler Anleger. Gerade in steigenden Aktienmärkten haben Investoren Sorge, dass sie zum falschen Zeitpunkt ein- oder aussteigen.

Lange Haltedauer fundamental

Dabei zeigen Analysen verschiedener Aktienindizes, dass eine lange Haltedauer einen weit größeren Einfluss auf die Wertentwicklung hat als der richtige Einstiegszeitpunkt. Hohe Indexstände, wie sie derzeit an vielen Aktienmärkten zu beobachten sind, seien deshalb nur Momentaufnahmen, die keine Hilfestellung in der Frage böten, ob sich ein Einstieg noch lohnt oder nicht.

„Gerade im aktuellen Umfeld ist es wichtig, die Anlagen unter Risikoaspekten breit zu streuen. Die Herausforderung liegt in einer umfassenden Finanzplanung und deren Anpassung an die Marktentwicklungen“, sagt Professor Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland) und Inhaber des Stiftungslehrstuhls für Private Finance & Wealth Management an der EBS Business School, Wiesbaden.

Scheu vor Aktien verlieren

Entsprechend komme einer klaren und flexibel anpassbaren Anlagestrategie verbunden mit einem strikten Risikomanagement eine hohe Bedeutung zu. Leicht falle der Einstieg in den Aktienmarkt nie, und vor allem die Verlustängste sorgten dafür, dass laut neuester Erhebungen des Deutschen Aktieninstituts 8,8 Millionen Deutsche und damit nur 13,7 Prozent der Bevölkerung über 14 Jahre Ende 2012 Aktien oder Aktienfonds besaßen. Doch selten war es wichtiger als heute, sich mit Aktien näher zu beschäftigen.

Die Zinsen auf dem Sparguthaben liegen – erst Recht nach Steuern – unterhalb der aktuellen Inflationsrate, und eine Zinswende ist nicht in Sicht. So verlieren die Ersparnisse täglich real an Wert. „Nicht ob, sondern wie in Aktien investieren, muss deshalb die Frage lauten“, sagt Tilmes. Denn ohne Risiken einzugehen, sei derzeit kein Werterhalt und schon gar keine reale Wertsteigerung möglich. Anleger sollten sich von fallenden Kursen oder niedrigen oder hohen Indexständen nicht beirren lassen.

Langer Atem lohnt sich

Es lohne sich, bei der Anlage einen langen Atem zu haben und dabeizubleiben. Gleichwohl seien Anpassungen oder Absicherungen im Depot oft sinnvoll. „Der Schlüssel zum Erfolg ist ein modernes Risikomanagement, das es ermöglicht, durch Diversifikation und Absicherungsstrategien das Risiko für den Kunden ertragbar und überschaubar zu halten“, sagt Tilmes.

Professionelle CFP-Zertifikatsträger seien in der Lage, durch einen ganzheitlichen, vernetzten Ansatz, konkrete Aussagen zur richtigen Anlagestrategie zu treffen und sie zusammen mit dem Anleger entsprechend umzusetzen. Dabei ist auch die regelmäßige Überprüfung dieser gewählten Anlagestrategie ein absolutes Muss. „Der häufigste Fehler, den Anleger machen, ist, sich für eine bestimmte Anlage zu entscheiden und sich dann nicht mehr darum zu kümmern oder gar im falschen Zeitpunkt auszusteigen“, sagt Tilmes. (fm)

Foto: FPSB

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