Schulden in Spanien: Metzler erwartet Leitzinssenkung

Die aktuellen Wirtschaftszahlen aus Spanien fallen schlechter aus als erwartet, die Sanierung des Haushalts stockt. Das spreche dafür, dass die EZB die Leitzinsen senken wird, meinen die Analysten von Metzler Asset Managment in Frankfurt.

„Es ist schon sehr erstaunlich, wie man aus einer katastrophalen Lage ein sehr optimistisches Zukunftsbild zeichnen kann – doch Spanien hat uns dies wieder einmal vorgeführt. Das Land brauche zwar zwei Jahre länger Zeit zur Sanierung des Haushalts, dann könne das Tal der Tränen durchschritten werden, so zumindest die Vision des Wirtschaftsministeriums in Madrid. Doch erst einmal müssen die Zahlen nach unten angepasst werden“, so der aktuelle Marktkommentar.

Konjunkur stagniert, Zinsen müssen runter

Der derzeitige Stand: Die spanische Regierung erwartet für dieses Jahr ein Staatsdefizit von 6,3 statt bislang 4,5 Prozent. Für 2014 ist eine Verbesserung auf 5,5 Prozent anvisiert, ein Jahr später sollen 4,1 Prozent erreicht werden. Erst 2016 werde mit dann 2,7 Prozent wieder die EU-Defizitgrenze eingehalten. Spaniens Schuldenberg wächst bis dahin von 91,4 Prozent in diesem Jahr auf 99,8 Prozent in 2016.

Doch die erschreckendste Prognose bekommt der Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenrate werde 2013 statt bei 24,3 bei 27,1 Prozent liegen, heißt es von Metzler AM, erst 2016 sei eine Reduktion unter 25 Prozent zu erwarten: „Beim Studium dieses Zahlenwerks ist es unverständlich, wie sehr sich der Markt auf die unterstützende Hilfe von der EZB verlässt. Konjunkturell enttäuschten die ersten Schätzung der EWU-Einkaufsmanagerindizes und der Ifo-Index auf ganzer Linie. In diesem Umfeld sprechen immer mehr Mitglieder des EZB-Rats über steigende Abwärtsrisiken für die Wirtschaft der Eurozone. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Leitzinssenkung der EZB am Donnerstag von 0,75 Prozent auf 0,5 Prozent sehr wahrscheinlich.“ (mr)

Foto: Shutterstock

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