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4. April 2014, 09:00
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“Insbesondere bei China haben wir Bauchschmerzen”

Markus Weis, Leiter Drittvertrieb bei Goldman Sachs Asset Management in Frankfurt, über die konjunkturelle Lage und die passenden Anlagestrategien.

Emerging Markets

Markus Weis, Leiter Drittvertrieb bei Goldman Sachs AM in Frankfurt, sieht zurzeit große Chancen bei flexiblen Anleiheinvestments.

Cash.: Die Konjunktur in den Schwellenmärkten kühlt merklich ab. Für Sie bleiben die aufstrebenden Volkswirtschaften dennoch wichtige Investmentdestinationen?

Weis: Ja, unser Research zu Bric und Next 11 hat die 15 auf Dauer wachstumsstärksten Schwellenländer identifiziert. Und dieses Konzept hat nach wie vor seine Gültigkeit. China beispielsweise wird die nächsten zwanzig Jahre weiter signifikant wachsen und kontinuierlich einen immer größeren Teil der globalen Wirtschaftsleistung erbringen.

Die aktuelle Phase begann bereits im Mai vergangenen Jahres mit den Ankündigungen des damaligen Federal-Reserve-Chefs Ben Bernanke, die monatlichen Anleihekäufe der Notenbank zu verringern. Dies hatte zwei Effekte: Zum einen bestätigt es die wirtschaftliche Erholung der USA, die wie auch die Industriestaaten in Europa immer weiter aus der Krise kommen.

Zum anderen erhöht dies den Druck auf Schwellenmärkte, die wie beispielsweise Brasilien aktuell ohnehin mit verhältnismäßig kleinen Wachstumsraten oder anderen Herausforderungen wie politischen Krisen konfrontiert sind.

Das gilt aber nicht für alle Emerging Markets gleichermaßen?

Nein, eine homogene Gruppe sind die Emerging Markets der Bric und Next 11 keineswegs, daher müssen sie differenziert betrachtet werden. Einige, wie Argentinien, Südafrika und die Türkei etwa, müssen eine massive Abwertung ihrer Währungen hinnehmen.

Andere aufstrebende Volkswirtschaften, wie Indien, die ein schwieriges Jahr hinter sich haben, entwickeln sich momentan wieder überzeugend. Auch in Mexiko können Kennziffern, Aktienmarkt und Währung momentan überzeugen, was bei dem mittelamerikanischen Land sicherlich auf die enge Verzahnung mit der anziehenden US-Ökononie zurückzuführen ist.

Welchen Schluss sollten Anleger aus der komplexen Situation ziehen?

Dass es in den Schwellenländern auch zurzeit Investmentopportunitäten gibt, steht wohl außer Frage. Aber auch, dass es einen erfahren Asset Manager braucht, um diese im heterogenen Emerging-Markets-Universum zu identifizieren.

Sowohl die Allokation des Vermögens auf die unterschiedlichen Volkswirtschaften als auch das Gewichten der Branchen hat einen entscheidenen Einfluss auf die Rendite. Aktuell sehen wir allerdings besonders große Chancen auf der Währungsseite.

Seit der “Tapering“-Rede von Fed-Chef Bernanke im Mai 2013 hat die Volatilität massiv zugenommen. Die Spreads der Anleihen sind nicht ausgeufert, aber die Währungsmärkte haben stark reagiert – insbesondere Emerging-Market-Bonds in Lokalwährung haben seitdem zum Teil 15 bis 17 Prozent verloren.

Der Goldman Sachs EM Local Debt etwa managt Risiko und Ertragspotenzial bei Anleihen und Währungen separat. Der Einfluss auf die Portfolioentwicklung verteilt sich prozentual ungefähr 70 zu 30.

Seite zwei: Fonds kann sich Marktrisiko nicht komplett entziehen

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