4. Dezember 2014, 10:35
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Soziales Umfeld prägt Sparverhalten

Verfügbares Einkommen und Bildungsniveau haben auf das Sparverhalten der deutschen Mittelschicht geringeren Einfluss als bisher angenommen, so eine Analyse von Union Investment. Entscheidender sei das soziale Milieu. Die Studie hat fünf Milieus und deren Einfluss auf die Vermögensbildung analysiert.

Studie: Jüngere Milieus sind offener für ertragreichere Anlagen

Laut der Studie müssen bei der Analyse des Sparverhaltens das sozioökonomische Umfeld und unterschiedliche Lebensstile stärker berücksichtigt werden.

“Wir zeigen, dass die Wertvorstellungen und das Lebensbild der Menschen, also das soziale Milieu, in dem sie leben, einen ganz erheblichen Einfluss auf ihr Sparverhalten haben”, erläutert Professor Dr. Bert Rürup vom Handelsblatt Research Institute, der die Studie “Sparverhalten der deutschen Haushalte – eine neue Sicht” geleitet hat. “Wir müssen uns von der Vorstellung des typischen Sparers und seines tradierten Sparverhaltens lösen”, so Rürup weiter.

Fünf Spartypen in der Mittelschicht

Die Studie beschränke sich bewusst auf die Analyse der Mittelschicht als Rückgrat der Gesellschaft. Zu ihr gehören demnach alle privaten Haushalte in Deutschland mit einem verfügbaren Nettoeinkommen zwischen 70 und 150 Prozent des mittleren Einkommen (rund 60 Prozent aller Haushalte).

Zudem wurden von den Studienautoren fünf soziologische Milieus ausgewählt, die die Mittelschicht repräsentieren und gleichzeitig individuelle Spartypen dastellen: Traditionelle, Bürgerliche, Sozialökologische, Adaptiv-pragmatische, Hedonisten.

“Traditionelle” setzen auf sicherer Geldanlagen

Der traditionelle Spartyp ist der Studie zufolge das ältesteste Milieu. Die Haushalte dieses Milieus sind demnach wirtschaftlich recht gut versorgt. Ein wichtiges Ziel sei die Bewahrung des Erreichten. Häufiger als der Durchschnitt der Gesamtbevölkerung wählen sie sichere und liquide Geldanlagen wie Sparbücher, -konten und -briefe sowie festverzinsliche Wertpapiere.

Die Bürgerlichen haben der laut der Studie ein sehr stetiges und regelmäßiges Sparverhalten und nutzen fast alle Sparformen. In der bürgerlichen Mitte werden demnach überdurchschnittlich viele Kapitallebensversicherungen fällig und Bausparverträge frei. Daher stelle sich hier das Problem der Wiederanlage, bevorzugt in sichere Anlagen. Ähnliches gelte für die Haushalte des sozialökologischen Milieus, dem besonders viele Akademiker und Beamte angehören. Hier sei breit vorgesorgt und der Immobilienbesitz überdurchschnittlich hoch. Auffällig ist demnach der relativ hohe Anteil an Fondsbesitz.

 

Seite zwei“Hedonisten” sparen ohne Ziel

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