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28. April 2015, 11:21
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Auf der Suche nach Zinserträgen

Finanzberater beurteilen die derzeitige Marktsituation wesentlich positiver als ihre Kunden, wenn es um das Erreichen der gesteckten Ertragsziele geht.

Marktkommentar: Markus Peters, AB

 

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Markus Peters, AB

Das hat eine internationale Umfrage ergeben, die AB unter 2.000 Investoren und Beratern durchführen ließ. In Europa fällt diese Diskrepanz sogar besonders groß aus. Hier zeigte sich die Mehrheit der Anlageberater optimistisch, attraktive und stetige Erträge zu erzielen. Die Kunden in Europa äußerten sich diesbezüglich jedoch so skeptisch wie nirgendwo sonst auf der Welt.

Für ertragsorientierte Anleger reichte es in früheren Zeiten völlig aus, sich auf Bankeinlagen und Staatsanleihen zu konzentrieren. Extrem niedrige Leitzinsen und die unkonventionelle Geldpolitik zahlreicher Notenbanken haben die erzielbaren Einkünfte aus diesen Quellen nun aber auf historische Tiefstände fallen lassen. Dies gilt vor allem für Europa, wo die Zinssätze für etwa 30 Prozent aller Staatstitel und für einige Unternehmensanleihen sogar negativ ausfallen.

Umfrage offenbart unterschiedliche Wahrnehmung

Die Ergebnisse der Umfrage:

· Sieben von zehn Finanzberatern zeigten sich optimistisch bezüglich ihrer Fähigkeit, die von ihren Kunden angestrebten Ertragsziele zu erreichen. Dieser Zuversicht schloss sich aber nur eine Minderheit der Kunden an. 61 Prozent von ihnen befürchteten nämlich, ihre Einkunftsziele zu verfehlen.

· In Europa waren sogar 79 Prozent aller Berater davon überzeugt, die Ertragsziele ihrer Kunden erfolgreich umzusetzen. Diese Ansicht teilten aber lediglich 26 Prozent der Anleger. Damit verfügte Europa über die zuversichtlichsten Finanzberater und zugleich über die skeptischsten Anleger.

· Die große Diskrepanz kann sich auch auf eine mangelnde Kommunikation zurückführen lassen. Denn der Anteil skeptischer Anleger deckt sich auffallend mit dem Prozentsatz an Kunden, die mit ihren Beratern noch nicht über eine Verbreiterung des Anlagespektrums geredet haben. So hatten in Europa weniger als ein Drittel der Anleger derartige Gespräche geführt.

Offen für Veränderungen

Die Bereitschaft für eine Anpassung der Anlagestrategie war durchaus vorhanden. So konnten sich viele der Umfrageteilnehmer vorstellen, ihre Portfolios umzubauen, um die angestrebten Ertragsziele zu erreichen. Die Befragten machten aber auch deutlich, dass sie überaus großen Wert auf Stabilität legen. Stetige und vorhersehbare Erträge wurden deutlich höher gewichtet als alle anderen Faktoren.

Auch die deutschen Anleger sind derzeit von den Herausforderungen des Niedrigzinsumfeldes betroffen. Trotz des Mangels an Zinsen auf Bundesanleihen und Bankeinlagen haben sie weiterhin einen Bedarf an regelmäßigem und verhältnismäßig hohem Ertragseinkommen. Wir erwarten kurzfristig keine Veränderung des Renditeumfeldes, denn das Wirtschaftswachstum und Inflationsdruck sehen wir im Euroraum vorerst schwach. Diese Situation könnte die Renditen an den Rentenmärkten längerfristig in tieferen Regionen gefangen halten als in den vergangenen Jahrzehnten.

Ausbalanciertes Portfolio

Im derzeitigen Zinsumfeld bietet eine zwischen Qualität und Ertrag ausbalancierte Strategie die Alternative zu traditionellen Anleiheinvestments. So ermöglicht eine Kombination aus höher verzinslichen Anleihen und höher qualitativen Anlagen, wie beispielsweise Staatsanleihen, verlässliche regelmäßige Einkünfte und stabilisiert gleichzeitig das gesamte Portfolio.

Ist das Marktumfeld positiv, sorgen Hochzinsanleihen für überdurchschnittliche Erträge. Zusätzlich besteht die Chance, sogar Kursgewinne zu generieren. Nehmen hingegen die Turbulenzen am Markt zu, schichten die Marktteilnehmer in sichere Anlagen um, wovon Staatsanleihen gewöhnlich profitieren. Eine Mischung von Qualitätstiteln und High Yield-Rentenpapieren erlaubt somit die Konstruktion balancierter und ertragsstarker Rentenportfolios, deren Chance-Risiko-Profil sich durch aktives Management noch weiter verbessern lässt.

Foto: AB

 

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