Anzeige
24. August 2016, 10:25
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Bedingt disruptionsbereit

Disruption gehört zu den schrecklichen Modebegriffen der digitalen Wirtschaft, das langsam zu einem Unwort verkommt. Eine disruptive Technologie (englisch disrupt – unterbrechen, zerreißen) ist laut Wikipedia “eine Innovation, die eine bestehende Technologie, ein bestehendes Produkt oder eine bestehende Dienstleistung möglicherweise vollständig verdrängt.” 

Gastbeitrag von Lars Brandau, Deutscher Derivate Verband (DDV)

Bedingt disruptionsbereit

“Das gute alte persönliche Gespräch oder die Lektüre von Zeitungen und Fachmagazinen sind trotz aller technischen Entwicklungen längst nicht wegzudenken. “

Die Digitalisierung verändert unseren Alltag. Das ist unstrittig. Mittlerweile gibt es kaum noch Lebensbereiche, die sich der digitalen Transformation verschließen können. Alles scheint möglich zu sein. Natürlich immer im Interesse des Verbrauchers.

So beispielsweise bei den “Smart Home”-Lösungen, die es den Nutzern ermöglichen, sich den “Traum” eines intelligenten Zuhauses zu erfüllen. Alle Geräte sind miteinander verbunden und lassen sich per Handy oder Tablet überwachen und steuern. Keine Fiktion, sondern Realität.

Technologisierung gefährdet  Bankerträge

Auch in der Finanzindustrie hält die Digitalisierung massiv Einzug und stellt die Banken vor große Herausforderungen. Bewährte Geschäftsmodelle werden zum Teil in Frage gestellt. Fintechs sind ein bemerkenswertes Beispiel, wie langjährige, feste Strukturen innerhalb kürzester Zeit einem fundamentalen Wandel unterworfen werden.

Zentrale Bereiche der Finanzindustrie wie Zahlungsverkehr, Anlagenverwaltung, Kreditgeschäft, Wertpapierhandel und dessen Abwicklung werden hiervon erfasst. Nach Berechnungen der Beratungsgesellschaft McKinsey bereitet dieser Trend den Betroffenen einige Sorgenfalten. In den kommenden Jahren seien durch die Technologisierung rund ein Drittel aller bisherigen Bankerträge in Deutschland gefährdet.

Menschen sind in der Finanzberatung nicht ohne weiteres ersetzbar

Abgesehen davon, stellt sich die Frage, was die Kunden tatsächlich gewinnen und ob sie wirklich von den Angeboten Gebrauch machen? Zunächst einmal verändern sich mit den neuen technologischen Möglichkeiten auch die Bedürfnisse der Kunden. Viele Leistungen werden quasi in “Echtzeit” und auf Knopfdruck ausgeführt.

Mittlerweile erledigen mehr als 60 Prozent der Deutschen ihre Bankgeschäfte online. Demzufolge wird digitales Banking bereits von der Mehrheit genutzt. Allerdings möchten viele Kunden dennoch nicht gänzlich auf die Filiale als Hauptanlaufstelle für ausführliche Beratungsgespräche verzichten.

Der persönliche Kontakt zu den Beratern sei gerade für “Digital Natives” von besonderer Bedeutung, heißt es bei McKinsey. Insofern sind Menschen in der Finanzberatung nicht ohne weiteres ersetzbar. Das gute alte persönliche Gespräch oder die Lektüre von Zeitungen und Fachmagazinen sind trotz aller technischen Entwicklungen längst nicht wegzudenken. Insofern wird auch die Disruption in der Finanzwelt noch auf sich warten lassen.

Lars Brandau ist Geschäftsführer des Deutschen Derivate Verbands (DDV).

Foto: DDV

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 09/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

PKV – Nachhaltige Geldanlage – Wohnen auf Zeit – Hitliste der Maklerpools

Ab dem 16. August im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Schulbringdienst: Helikoptereltern erhöhen Gefahr für alle

Morgens Viertel vor acht Uhr vor deutschen Grundschulen – Autos verstopfen die Zufahrtswege, parken in den Haltebuchten oder in der zweiten Reihe, wenden auf Radwegen: Immer mehr Eltern bringen ihre schulpflichtigen Kinder mit dem Kfz fast direkt bis zum Schuleingang. 

mehr ...

Immobilien

EPX: Stärkster Anstieg der Wohnungspreise seit zwei Jahren

Die Preise für Eigentumswohnungen sind im Juli 2018 im Vergleich zum Vormonat laut der aktuellen Auswertung des Europace Hauspreis-Index EPX um 2,38 Prozent und damit überdurchschnittlich stark gestiegen. Die Zuwächse bei Häusern fielen deutlich geringer aus.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Wirtschaft wächst weiter

Wirtschaftswachstum trotz schwacher Exporte; die Konjunktur Deutschlands entwickelte sich im zweiten Quartal überraschend gut. Das liege nicht nur am hohen privaten Konsum und Unternehmensinvestitionen. Für das Gesamtjahr 2018 ist die Prognose jedoch weniger positiv als die Entwicklung des ersten Halbjahres.

mehr ...

Berater

Bankberater genießen hohes Vertrauen

Junge Bundesbürger zeigen beim Thema Geldanlage trotz Online-Affinität und großem Informationsangebot im Internet ein starkes Bedürfnis nach persönlicher Beratung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Postbank-Studie, für die 3.100 Personen befragt wurden.

mehr ...

Sachwertanlagen

Zweitmarkt: Reger Schiffsfonds-Handel

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG verzeichnet einen für die Jahreszeit lebhaften Handelsmonat Juli. Bei Schiffsfonds kam es zu besonders vielen Vermittlungen und einem hohen Nominalumsatz.

mehr ...

Recht

Bauern müssen bei Rentenbeginn Hof nicht abgeben

Landwirte dürfen vom Staat nicht dazu verpflichtet werden, bei Renteneintritt ihren Hof abzugeben. Dies sei verfassungswidrig, entschied das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss vom 23. Mai über zwei Verfassungsbeschwerden.

mehr ...