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19. Oktober 2016, 11:08
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Chinas Wirtschaft wächst im dritten Quartal um 6,7 Prozent

Das robuste Wachstum deutet auf eine Stabilisierung der zweitgrößten Volkswirtschaft hin. Experten warnen jedoch: Die Erholung ist vor allem durch neue Schulden erkauft. Auch der Immobilienmarkt läuft heiß.

Chinas Wirtschaft wächst im dritten Quartal um 6,7 Prozent

Ökonomen warnen davor, dass das derzeitige Wachstum wenig nachhaltig sei und vor allem von einem heiß laufenden Immobilienmarkt und einer massiven Ausweitung der Schulden getragen werde.

Chinas Wirtschaft ist im dritten Quartal des Jahres um 6,7 Prozent gewachsen. Das berichtete das Pekinger Statistikamt. Das Wachstum fiel damit genauso hoch aus wie in den ersten beiden Quartalen des Jahres und traf genau die Erwartungen von Analysten. Die robust ausgefallenen Zahlen deuten zwar auf eine Stabilisierung der zuletzt ins Stocken geratenen zweitgrößten Volkswirtschaft hin. Ökonomen warnten jedoch davor, dass das derzeitige Wachstum wenig nachhaltig sei und vor allem von einem heiß laufenden Immobilienmarkt und einer massiven Ausweitung der Schulden getragen werde.

“Die Entwicklung ist nach wie vor nicht gesund”, sagte der Pekinger Ökonom Hu Xingdou: “Die Regierung will ihr Wachstumsziel erreichen und nimmt deshalb qualitativ schlechtes Wachstum in Kauf.” Chinas Kreditwachstum sei zuletzt “sehr schnell” gewachsen, warnte auch der Internationale Währungsfonds (IWF) vergangene Woche in einem Arbeitspapier. Ohne eine Strategie zum Schuldenabbau drohe eine Bankenkrise, langsameres Wachstum oder beides.

Häusermarkt läuft heiß

Nach den am Dienstag vorgelegten Zahlen der chinesischen Zentralbank weitete sich die Summe neu vergebener Kredite allein im September um 1,2 Billionen Yuan (rund 160 Milliarden Euro) aus. Vor allem Immobiliendarlehen machten einen kräftigen Sprung um umgerechnet 64 Milliarden Euro im September. “Die Menschen fürchten weitere wirtschaftliche Probleme und eine Abwertung der Währung. Deshalb läuft der Häusermarkt heiß”, sagt der Ökonom Chen Donglin. Für die Regierung sei das ein “Dilemma”.

Einerseits trägt der Immobiliensektor rund 15 Prozent zum Wirtschaftswachstum bei und hilft so, das Wachstumsziel zwischen 6,5 Prozent bis 7 Prozent für dieses Jahr zu erreichen. Andererseits hätte eine platzende Immobilienblase gravierende Folgen für China. Peking hat deshalb mit neuen Kaufrestriktionen begonnen, den Markt in den Großstädten des Landes abzukühlen.

Abhängigkeit von billigen Exporten reduzieren

Sollten die Häuserpreise nun zurückgehen, dürfte das laut Chen Donglin aber auch dazu führen, dass die Wirtschaft im vierten Quartal und im kommenden Jahr langsamer wachsen wird. Nach einer Stabilisierung im Frühjahr sorgten zuletzt eine Reihe schwächere Daten erneut für Ernüchterung in Chinas Wirtschaft. Besonders der Außenhandel der zweitgrößten Volkswirtschaft hat sich zuletzt schwach entwickelt. In US-Dollar gerechnet waren die Exporte im September um 10 Prozent eingebrochen.

Chinas Wirtschaft, die lange von einem gewaltigen Heer an günstigen Arbeitern profitierte und so zur verlängerten Werkbank der Welt wurde, war im vergangenen Jahr mit 6,9 Prozent so langsam wie seit 25 Jahren nicht mehr gewachsen. Die Regierung strebt ein Wachstumsmodell an, das weniger abhängig von billigen Exporten ist und auf mehr Innovation und einem stärkeren Binnenkonsum basiert. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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