22. Dezember 2016, 15:27
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Finanzmärkte sind komplexer geworden”

Für den Asset-Manager Natixis war das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 sehr ereignisreich. Cash. sprach mit Jörg Knaf, Executive Managing Director der DACH-Region über den aktuellen Stand innerhalb der Gesellschaft und die Zukunft.

NGAM JoergKnaf-Kopie in Finanzmärkte sind komplexer geworden

Cash. sprach mit Jörg Knaf über die Entwicklung der Gesellschaft Natixis.

Cash.: Welche Chancen / Risiken sehen Sie im kommenden Jahr?

Knaf: Eine Zinswende ist bereits in den USA im Gange.  Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich in Europa auch was tut.  Die Märkte werden ein Stillstand in Europa gnadenlos bestrafen und Anleger in die USA locken.  Anleihen aus den Emerging Markets, sowie auserlesene Unternehmensanleihen, bieten auch in Zukunft gute Chancen im Verhältnis zu den Rentenmärkten in Europa.  Und, für Anleger die der Meinung sind, dass die Hausse, die 2009 ihr Lauf nahm, bald dem Ende naht, sollten Alternatives klar dabei sein.  Gerade hier sind Managed Futures und Global Macro Ansätze, um Anlegerportfolios zu diversifizieren, angesagt.

Welche Trends bewegt die Branche am meisten?

Der Anleger tendiert immer noch zu den “One-Size-Fits-All” Lösungen in Form eines Mischfonds, die Wollmilchsau der Fondsbranche.  Leider weisen diese Anlagen generell eine hohe Korrelation zu den Märkten auf, was den Nachteil hat, dass sie sich bei fallenden Märkten dem Sog eines Abwärtstrends nicht entziehen können.  Betrachtet man das Anlageverhalten bezogen auf den Lauf der Anleger in “Betongold” und Mischfonds muss man zu dem Entschluss kommen, dass sie Risikoscheu sind.  Die Tatsache dass der Dax zum ersten Mal in diesem Jahr einen Rekord verzeichnen konnte, Anleger jedoch Nettoabflüsse in Aktien verbucht haben bekräftigt diese Einschätzung.  Die Finanzmärkte sind deutlich komplexer geworden und Mischfonds sind den Risiken leider nicht gewappnet.  Da können wir Finanzdienstleister mit unserem Durable Portfolio Concept helfen ihre Portfolios zu optimieren, in dem wir die Schwachpunkte aufdecken.

Wie ist Ihr Fazit aus Vertriebssicht, wenn Sie auf das bald abgelaufene Jahr zurückblicken?

Knaf: Wir arbeiten weiterhin daran, den Investoren zu helfen, ihre Portfolios als Gesamtheit zu sehen und sich von der Fixierung auf einzelne Anlagekomponenten zu lösen. Das Ziel ist es, positive wie negative Ausschläge bei der Portfoliorendite abzumildern. Beispielsweise waren wir verstärkt tätig, die Anleger darin zu schulen, wie sie liquide Alternativprodukte in ihren Anlageentscheidungen verwenden können.  Die Kombination von unkorrelierten Anlageklassen – in diesem Fall etwa Managed Futures – trägt dazu bei, die Volatilität im Griff zu halten. Außerdem möchten wir erreichen, dass sich Anleger mehr Gedanken machen über den Zweck ihrer Anlageentscheidungen und die Ziele, die sie erreichen möchten. Wofür werde ich das Geld benötigen, wann werde ich es benötigen und wie viel Risiko kann ich akzeptieren? Das sind die Fragen, die man sich im Vorfeld stellen muss, und nicht, was für eine Rendite ich mir wünsche. In diesem Punkt gibt es noch viel zu tun:  für Vermögensverwalter, Finanzberater, die Finanzmedien und die Anleger selbst.  Unser Ziel ist es Anleger für Alternative Investments und unser Durable Portfolio Concept zu begeistern.

Seite zwei: Aktuelle Trends im kommenden Jahr

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Ruhestand: Wohin mit den Rücklagen?

Einer aktuellen Umfrage der Postbank zufolge haben sich 62 Prozent der deutschen Rentner ein finanzielles Polster für den Lebensabend aufgebaut. Wie legt man diesen Vorrat im Alter am besten an und wie verbraucht man ihn sinnvoll?

mehr ...

Immobilien

Baubranche: Boom setzt sich fort – Genehmigungen stagnieren

Im deutschen Bauhauptgewerbe geht die gute Konjunktur weiter. Trotz eines leichten Rückgangs im Vergleich zum Januar registrierten die Betriebe im Februar den höchsten jemals gemessenen Neuauftragswert für diesen Monat.

mehr ...

Investmentfonds

EY: Dax-Konzerne verdienen insgesamt weniger

Die Konjunkturabkühlung hinterlässt Spuren in den Bilanzen der deutschen Börsenschwergewichte. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY.

mehr ...

Berater

“Kaiser ohne Kleider”: Kritik an Scholz nach geplatzter Fusion

Für Olaf Scholz (SPD) ist es eine mehr als unangenehme Nachricht: Die Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank ist geplatzt – ein Projekt, für das sich der Finanzminister ungewöhnlich weit aus dem Fenster gelehnt hatte.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin untersagt Direktinvestments in Paraguay

Die Finanzaufsicht BaFin hat drei Angebote von Vermögensanlagen in Deutschland über den Kauf, die Pflege sowie die Verwertung von Edelholzbäumen untersagt. Anbieter ist die NoblewoodGroup.

mehr ...

Recht

WhatsApp-Party-Einladung kann teuer werden

Bereits zum zweiten Mal hatte ein Jugendlicher per WhatsApp zu einer großen Grillparty aufgerufen. Leider spielte die Polizei da nicht mit und unterband die Veranstaltung auf einem Grillplatz im Landkreis Heilbronn. Zudem kündigte die Beamten an, den finanziellen Aufwand für ihren aufwändigen Einsatz dieses Mal in Rechnung zu stellen. Für die Eltern dürfte der Spaß teuer werden, denn die Privathaftpflicht zahlt nicht.

mehr ...