Renditekiller Bankeinlagen

Zwischenzeitlich ist es wohl auch bis zum letzten Kleinsparer durchgedrungen: Die Minizinsen in weiten Teilen des Euroraums und speziell hierzulande tragen bestenfalls dazu bei, die offizielle Inflationsrate auszugleichen. Gastkommentar von Frank Ulbricht, BfV Bank

Frank Ulbricht ist bei den Minizinsen skeptisch.

Im Besonderen liquide Sichteinlagen rutschen dabei nur all zu leicht unterhalb ihre Werterhaltungsgrenze, so dass dies unterm Strich – inflationsbereinigt – einer schleichenden, unaufhaltsamen Geldentwertung gleichkommt. Unangenehm also insbesondere für all diejenigen, die ihre Sichteinlagen auf dem Konto dauerparken.

Zinsen bringen kaum Ertrag

Für viele beängstigend, verharren die kurzfristigen Zinssätze nun schon zu lange Zeit nahe Null. Die Langfristzinsen bewegen sich, risikobereinigt, nur knapp darüber. Ansonsten nagt die Inflation unerbittlich am Geldwert jedes einzelnen hartverdienten Euros. Das Trügerische bei alledem: Die schleichende Geldentwertung vollzieht sich unmerklich aber kontinuierlich und demaskiert sich im Ergebnis als unbarmherziger Zeitgenosse, fällt aber nicht gleich auf. So verbrennen beispielsweise von ursprünglichen 100.000 Euro bei einem Inflationsüberhang von lediglich einem Prozentpunkt per anno binnen fünf Jahren bereits rund 4.940 Euro, nach zehn Jahren haben sich satte 9.560 Euro schlicht in Luft aufgelöst. Führt man sich zudem vor Augen, dass laut Schätzungen der Deutschen Bundesbank 2015 über 17 Milliarden Euro als besonders liquide Sichteinlagen und Bargeld ihr Dasein fristen, lässt sich schnell erahnen, welche Summen bei fortgesetztem Niedrigzinsumfeld hier noch dem Scheiterhaufen zum Opfer fallen könnten.

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Prinzip Umverteilung: Momentan ist immer noch nicht verlässlich prognostizierbar, wann es zu einer entscheidenden Zinswende kommen wird. Hinzu gesellt die ungemindert schwelende Angst nicht weniger Marktexperten, dass die weiterhin lockere Geldpolitik der Bildung neuer spekulativer Blasen an den Finanz- und Immobilienmärkten kräftigen Vorschub leistet. Die Verliererseite indes steht bei alledem schon lange fest: Die unzähligen Sparer privater Haushalte und unter ihnen vor allem jene, die ihre Sichteinlagen praktisch unverzinst auf ihren Bank-/Girokonten belassen. Aber auch nicht weniger für Lebensversicherungsunternehmen, die unter den derzeitigen Umständen kaum noch die ihrerseits zugesagten Garantierenditen erwirtschaften können, haben schwer an dieser Last zu tragen. Im Umkehrschluss eröffnen sich durch das Niedrigzinsszenario und ihrer damit einhergehenden günstigsten Konditionen bei Kreditaufnahme zum Teil erhebliche Spielräume für die öffentlichen Haushalte. Bezogen auf die Staatverschuldung als Ganzes lässt sich aufgrund dessen für Deutschland tatsächlich ein Rückgang der Schuldenquote konstatieren.

Seite zwei: Deutsche verhalten sich manchmal sturr

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