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15. Juli 2016, 12:19
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Weltwirtschaft könnte Brexit verdauen – Risikoassets weiter attraktiv

Harald Preißler betrachtet einen möglichen Brexit als Non-Event und begründet diese Einschätzung mit der soliden Verfassung der Weltwirtschaft. Positive Signale sieht der Chefvolkswirt und Leiter Anlagemanagement des Vermögensverwalters Bantleon sowohl in den USA und der Eurozone als auch in China und Lateinamerika.

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Harald Preißler sieht gut Investmentchancen nach dem Brexit-Votum.

Cash.Online: Herr Preißler, viele Finanzmarktteilnehmer fürchten infolge eines Brexit massive negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Warum sind Sie relativ gelassen?

Preißler: Zunächst ist festzustellen, dass es noch nicht klar ist, ob es zu einem Austritt Großbritanniens aus der EU kommt. Zudem bedeutet ein Brexit nicht zwangsläufig eine Rezession im Vereinigten Königreich. Dass ich einen Brexit mittel- und langfristig als Non-Event betrachte, hängt mit der soliden Verfassung der Weltwirtschaft zusammen.

Cash.Online: Was spricht für eine solide Weltwirtschaft?

Preißler: Dafür gibt es mehrere gute Gründe. So ist der seit acht Jahren währende Aufschwung in den USA weiter intakt und ein nahes Ende ist nicht abzusehen. Zuletzt gab es positive Signale aus den Bereichen Konsum, Verbrauchervertrauen, Bauwirtschaft und Industrieproduktion. Entsprechend sehen wir das US-BIP-Wachstum in diesem Jahr bei 2,5 Prozent. Die Eurozone profitiert vor allem von der Binnennachfrage, die in den nächsten Quartalen vom Außenhandel abgelöst werden dürfte. Realistisch ist ein Wachstum von jeweils zwei Prozent in den Jahren 2016 und 2017. Nach einem holprigen Start hat das Wachstum in China in den vergangenen Monaten deutlich angezogen und dürfte am Jahresende im Durchschnitt bei 7 Prozent liegen. Gründe dafür sind vor allem die hohen Investitionen von Staatsunternehmen, während die Investitionen privater Unternehmen rückläufig sind. Erst im nächsten Jahr ist mit einer Wiederaufnahme des übergeordneten Abwärtstrends des chinesischen Wirtschaftswachstums zu rechnen. Auch in Lateinamerika zieht die Konjunktur an, weshalb das globale Wachstum in diesem Jahr mit 3,5 Prozent leicht über dem 5-Jahresdurchschnitt von 3,2 Prozent liegen dürfte.

Cash.Online: Besteht in diesem positiven konjunkturellen Umfeld nicht die Gefahr, dass die Notenbanken die Leitzinsen zügig anheben?

Preißler: Das hängt von der jeweiligen Region ab. Aufgrund der soliden wirtschaftlichen Entwicklung in den USA dürfte die Fed bereits im September den nächsten Zinsschritt vollziehen, dem 2017 zwei bis drei weitere folgen dürften. Dann läge der US-Leitzins Ende 2017 bei 1,25 bis 1,50 Prozent. Die EZB hingegen dürfte im Herbst eine Ausweitung sowie Verlängerung ihres Anleihenkaufprogramms beschließen, weil dann die Konjunktur in der Eurozone wieder abkühlen sollte und die Inflationsrate nach wie vor weit von der Zielmarke von zwei Prozent entfernt ist.

Seite zwei: Wie sich die Finanzmärkte nach der Abstimmung entwickeln werden

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