21. Dezember 2017, 12:37
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Anleiheblase wird 2018 nicht platzen

Anleihen sind 2018 gefährdet, denn sowohl die amerikanische als auch die europäische Notenbank werden ihre Geldpolitik normalisieren, nach einer ausgedehnten Phase der extrem expansiven Politik. Auch wenn die Blase nicht platzt, müssen Anleger selektiv vorgehen, dazu rät Nicolas Forest von Candriam.

Candriam Nicolas-Forest-Kopie in Anleiheblase wird 2018 nicht platzen

Nicolas Forest: “Eine maßvolle Straffung der Geldpolitik bei niedriger Inflation dürfte nicht zu einem Einbruch der Anleihemärkte führen.”

Die Investoren haben sich an die expansive Geldpolitik gewöhnt. Nach Jahren der Nullzinsen und Wertpapierkäufe bleibt abzuwarten, ob die Anleihemärkte einbrechen, wenn sich die Geldpolitik normalisiert.

“Früher litten Anleihen vor allem unter zwei Entwicklungen: Einem plötzlichen Inflationsanstieg oder einer Straffung der Geldpolitik”, sagt Nicolas Forest, Head of Fixed Income Management bei Candriam. Als Beispiel nennt er 1995, 1999, 2004 und 2010, Jahre in denen mindestens eine der beiden Bedingungen erfüllt gewesen sei. “2013, als sich die Inflation in Grenzen hielt, hat zweifellos eine Straffung der Geldpolitik den Kurseinbruch ausgelöst.”

Auswirkung der Geldpolitik

Momentan sei die Inflation deutlich unter dem Zwei-Prozent-Ziel der Notenbanken. Das Problem scheine strukturell, da die Löhne trotz fallender Arbeitslosigkeit kaum steigen würden. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat den Leitzins bereits wieder angehoben, weitere Zinsschritte sind für 2018 geplant. Die Europäische Zentralbank (EZB) bleibe jedoch vorsichtig und setze ihre Anleihekäufe zunächst fort.

“Eine maßvolle Straffung der Geldpolitik bei niedriger Inflation dürfte nicht zu einem Einbruch der Anleihemärkte führen, doch die Notenbanken werden die Liquidität zweifellos verringern”, sagt Forest. 2018 werde es auf die Fundamentalanalyse ankommen – und darauf, ob man emittentenspezifische Risiken erkennt. In den nächsten Jahren werde ein flexibles und selektives Anleihemanagement unverzichtbar sein.

USA versus Europa

Der aktuelle Aufschwung in den USA ist einer der drei längsten seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, und er dürfte nach der Abstimmung über Trumps Steuerplan weitergehen. Die Märkte rechnen für 2018 aber nicht mit mehr als zwei Zinserhöhungen, während Candriam mindestens drei Zinsschritte erwartet. Die amerikanische Zinsstrukturkurve dürfte daher noch flacher werden. Inflationsindexierte Anleihen könnten attraktiver werden.

Seite zwei: Emerging-Markets- und Unternehmensanleihen

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Sammelklage für Thomas-Cook-Geschädigte?

Im September 2019 stellte der Reiseveranstalter Thomas Cook einen Insolvenzantrag. Zwar können Geschädigte ihre Ansprüche bei der Versicherung von Thomas Cook anmelden, jedoch hat diese bereits angekündigt, dass die Versicherungssumme nicht ausreichen wird, um alle Ansprüche abzudecken. Einige Rechtsanwälte versprechen den Geschädigten nun, mithilfe einer Sammelklage das Geld zurückzuholen. Aber: Dies ist in Deutschland gar nicht möglich.

mehr ...

Immobilien

Reform des Mietspiegels: BFW warnt vor Schönfärberei

Die schwarz-rote Bundesregierung plant den Mietspiegel anders als bislang berechnen zu lassen. Heute findet zu den geplanten neuen Regelungen eine Anhörung im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestags statt. Der BFW bemängelt unter anderem fehlende Realitätsnähe.

mehr ...

Investmentfonds

Impulse mindern Risiken für Japans Wirtschaft

Um einen Konjunktureinbruch nach der Mehrwertsteuererhöhung vom 1. Oktober zu verhindern, hat Japans Regierung bereits eine Reihe von Impulsen gesetzt. Jetzt könnten zusätzliche wirtschaftliche Stimuli folgen. John Vail, Chief Global Strategist bei Nikko AM, beurteilt deren mögliche Wirkung.

mehr ...

Berater

Deutsche Thomas Cook sagt Reisen für 2020 ab

Hunderttausende Thomas-Cook-Kunden in Deutschland müssen sich von ihren Reiseplänen fürs kommende Jahr verabschieden. Der insolvente deutsche Veranstalter sagte am Dienstag alle Reisen vom 1. Januar 2020 an ab, auch wenn sie bereits ganz oder teilweise bezahlt sind. Thomas-Cook-Versicherer Zurich rechnet nun mit weiteren Schadensersatzansprüchen.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Bestes Platzierungsergebnis der Unternehmensgeschichte”

Der Fonds Nr. 42 des Asset Managers ILG ist vollständig platziert. In elf Wochen wurden demnach rund 42,4 Millionen Euro Eigenkapital von privaten und semiprofessionellen Anlegern für den alternativen Investmentfonds (AIF) eingeworben.

mehr ...

Recht

Reform des Mietspiegels: Ein weiteres Mal am Ziel vorbei

Die schwarz-rote Bundesregierung plant den Mietspiegel anders als bislang berechnen zu lassen. Morgen findet zu den geplanten neuen Regelungen eine Anhörung im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestags statt. Der GdW bezieht im Vorfeld schon einmal eindeutig Stellung.

mehr ...