11. Januar 2017, 13:21
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Aufbruchsstimmung in Corporate America

Ab Ende dieser Woche stellen die ersten US-Großkonzerne ihre Bilanzen für das Geschäftsjahr 2016 vor. Die Investoren dürfen sich freuen.

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Tim Rademacher sieht gute Chancen für den Absatz von Aktienfonds im Jahr 2017.

Aktuell arbeiten die Finanzabteilungen in fast allen bedeutenden börsennotierten Firmen weltweit auf Hochtouren. Die Spezialisten errechnen derzeit, wie hoch der Umsatz und der Nettogewinn in der vergangenen Zwölfmonatsperiode ausfiel, um den Kapitalmarkt mit neuen Daten zu beliefern. Den Auftakt für die Berichtssaison werden am Freitag die Finanzinstitute JP Morgan und Bank of America einläuten.

Erfreuliche Unternehmens-Bilanzen

Sah es noch im Sommer recht verhalten um die Unternehmensgewinne aus, so dürfte das letzte Quartal im vergangenen Jahr relativ gut ausgefallen sein. Gegenüber dem Schlussquartal 2015 erwarten die Experten momentan einen Zuwachs von 6,1 Prozent. Damit befinden sich die großen Unternehmen an der Wall Street wieder zunehmend in der Erfolgsspur.

Entscheidend für die Anleger dürfte aber der Ausblick der Firmen für den Jahresstart 2017 sein. Hier sind die Prognosen der Fachleute sogar noch optimistischer. Sie rechnen mit einem Gewinnplus von stattlichen 14 Prozent im ersten Quartal und 12 Prozent in der darauffolgenden Dreimonatsperiode. Ausschlaggebend für den Erfolg ist vor allem die Entwicklung in der Finanz- und der Energiebranche, wobei letztere zuletzt wieder von den deutlich steigenden Ölpreisen profitierte.

Trump könnte Kurse weiter antreiben

Insgesamt sind die Aussichten für US-Aktien also sehr gut. Entsprechend ist es wenig verwunderlich, dass sich amerikanische Indizes trotz der Wahl von Trump auf einem Höhenflug befanden und neue Rekorde markierten. Auch die Unsicherheit, die von dem neuen US-Präsidenten ausgeht, stört die Anleger wenig. Vielmehr sind sie sogar optimistisch, dass neue Konjunkturprogramme die Wirtschaft und somit die Unternehmensgewinne weiter ankurbeln werden.

Die europäischen Aktienmärkte sind traditionell sehr eng mit den USA verflochten. Deshalb ist auch hier die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Börsen weiter steigen. Sinkende Arbeitslosenzahlen, ein Eurokurs, der die Exporte fördert sowie eine gute Konsumentenstimmung erhöhen die Chancen, dass der Wert der Unternehmen noch weiter steigt.

Mit einem Kursstand von rund 11.600 Punkten dürfte dem Dax daher trotz der jüngsten Rallye noch nicht die Puste ausgehen. Auch in Deutschland sind Tendenzen erkennbar, dass sich die Großbanken wie die Commerzbank und die Deutsche Bank von ihrer Krise wieder zunehmend erholen. Dies ist für die heimische Wirtschaft besonders wichtig, weil die gestärkten Institute wieder leichter Kredite vergeben, was wiederum die Investitionen ankurbelt.

Aktienfonds sind unverändert attraktiv

Die guten Börsenaussichten machen ein Investment in Aktienfonds nahezu zur Pflicht. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass die EZB mit ihren Anleihekäufen die Zinsen weiterhin künstlich niedrig hält. Zudem zieht die Inflation derzeit spürbar an, weshalb der Anlagenotstand bei vielen Sparern unverändert anhält. Für die Fondsbranche in Frankfurt bleiben die Aussichten im Jahr 2017 daher gut, im Vertrieb noch mehr Erfolge zu erzielen. Im Management der meisten Häuser ist die Stimmung gut. Insgesamt dürfte die Branche in Frankfurt mittelfristig anhaltend wachsen und somit an Bedeutung gewinnen. Auch ist zu erwarten, dass vermehrt ausländische Fondsgesellschaften ihre Präsenz in der Mainmetropole erhöhen und neue Niederlassungen eröffnen.

Tim Rademacher ist leitender Redakteur im Bereich Investmentfonds bei Cash. und analysiert die Geschehnisse am Kapitalmarkt direkt vom Finanzplatz Frankfurt aus.

Foto: Dirk Beichert

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