Anzeige
11. Januar 2017, 07:36
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Großes Geldvermögen trifft auf extremen Beratungsbedarf”

Cash. hat mit Investmentexperten führender Fondshäuser über die Zukunftschancen von Multi Asset sowie über die künftige Lage an den Kapitalmärkten diskutiert.

Multi Asset

Die Gesprächsteilnehmer: Martin Stenger, Leiter für unabhängige Finanzberater und Versicherungen bei Fidelity International (links oben); Nils Hemmer, Head of Wholesale & Third Party Distribution bei Pioneer Investments (daneben); Oliver Lang, Vorstand BCA AG; Susanne Grabinger, Investmentspezialistin Multi Asset bei M&G Investments.

Cash.: Beratung ist ein wichtiges Thema, ebenso wichtig sind aber auch die richtigen Produkte. Lange Zeit galten Multi-Asset-Fonds als das Allwetter-Investment für jede Marktphase. Trifft das immer noch zu?

Hemmer: Mischfonds haben es durchaus geschafft, die Kunden näher an das Investmentvehikel heranzuführen. Wir müssen jetzt nur aufpassen, dass es nicht in Enttäuschung umschlägt. Die Erfolge der Mischfonds in den letzten Jahren waren auch auf die gute Performance im Anleihensegment zurückführen. Jetzt geht es darum, die Kunden daran zu gewöhnen, dass ein Vermögen auch mal schwanken kann und auf der anderen Seite dennoch attraktive Wertzuwächse damit zu erzielen. Der Erfolg der Mischfonds ist auch stark mit der Politik der Zentralbanken verknüpft und das ist für uns sicherlich in der Beratung, aber auch auf der Produktentwicklungsseite, eine große Herausforderung.

Lang: Ich glaube stark daran, dass ein Pool die gemanagten Portfolios überwachen und streng kontrollieren muss, damit genau diese Enttäuschung, von der Kollege Hemmer sprach, zukünftig vermieden wird. Denn oftmals suggeriert der Name einen Inhalt, der gar nicht vorhanden ist. Darüber hinaus wird so manch ein Multi-Asset-Produkt sich erst in volatilen Phasen bei Zinsänderungsthemen beweisen müssen.

Stenger: Genau wie Oliver Lang es beschreibt, war dies die Motivation, warum wir nicht nur Multi Asset machen. Es kommt sehr stark auf die unterschiedlichen Kundenbedürfnisse an und welche Ziele, Rendite oder möglichst geringe Schwankungen zu erfüllen sind. In beiden Fällen muss ich völlig andere Produkte anbieten. Oder geht es um eine Vorsorgethematik, verbunden mit der Frage, werden Ausschüttungen benötigt oder nicht. Hier gilt ganz klar: Eine Lösung, die alles kann, kann es nicht geben. Ich habe immer eine spezielle Betonung, die im Vordergrund steht und die sich in der Konstruktion des Produktes wiederfinden muss. Wenn man Multi Asset anbietet, muss man sich breit aufstellen, damit sich die jeweiligen unterschiedlichen Ziele überhaupt abbilden und sinnvoll gestalten lassen.

Grabinger: Im derzeitigen Marktumfeld spricht weiterhin viel für Multi-Asset-Fonds, allein schon wegen den rekordverdächtigen niedrigen Renditen auf der Anleihenseite, während wir auf der Aktienseite immer wieder Volatilitätsschübe haben. Wichtig ist aber auch, dass man auf der Asset-Management-Seite transparent ist und den Kunden erklärt, was diese Produkte überhaupt leisten können. Dazu benötigen wir Ertragsvorgaben und Volatilitätsbandbreiten. Andererseits appelliere ich aber auch an die Kunden, realistische Erwartungen zu haben, das heisst, wenn ich acht bis zehn Prozent Rendite erzielen will, muss ich Volatilität in Kauf nehmen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, auch zu erklären, dass Volatilität nicht per se schlecht ist. Denn durch sie ergeben sich oft gute Investmentchancen.

Seite zwei: “Topthema Altersversorgung gewinnt zwangsläufig an Bedeutung

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Berufstätige Frauen und Mütter stärken die Rentenversicherung

Eine deutlich stärkere Erwerbsbeteiligung von Müttern könnte die Beitragszahler der gesetzlichen Rentenversicherung bis 2050 um insgesamt rund 190 Milliarden Euro entlasten. Zugleich würde der Staat rund 13,5 Milliarden Euro an Steuerzuschüssen einsparen. Zudem würde das Rentenniveau steigen, bei niedrigeren Beiträgen. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Prognos-Instituts im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

mehr ...

Immobilien

Hypoport erweitert Geschäftsbereiche durch Übernahme von FIO Systems

Die Hypoport AG übernimmt die Leipziger FIO Systems AG und erweitert damit ihr Leistungsspektrum. FIO Systems ist ein Spezialanbieter webbasierter Branchenlösungen für die Finanz- und Immobilienwirtschaft.

mehr ...

Investmentfonds

Hemmer neuer Vertriebs-Chef bei Carmignac

Der französissche Asset Manager Carmignac ernennt Nils Hemmer zum Country Head für Deutschland und Österreich. Mit Sitz in Frankfurt wird er im Juli die Leitung des deutschen und österreichischen Geschäfts übernehmen.

mehr ...

Berater

Prominente Unterstützung für Insurtech Ottonova

Der digitale Krankenversicherer Ottonova hat Seriengründer, Tech-Investor und TV-Star Frank Thelen (“Die Höhle der Löwen”) als Unterstützer gewonnen. Seine Beteiligungsfirma Freigeist Capital ist allerdings nicht direkt an Ottonova beteiligt.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Sehr attraktives Marktumfeld mit historisch günstigen Schiffswerten”

Die Ernst Russ AG (vormals HCI Capital) hat das Geschäftsjahr 2017 mit Gewinn abgeschlossen und nach eigener Darstellung die strategische Neupositionierung erfolgreich fortgesetzt. Dazu zählen auch wieder Schiffe.

mehr ...

Recht

Ex-Sparkassenchef muss doch nicht vor Gericht

Der ehemalige Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon muss doch nicht vor Gericht. Der frühere bayerische Finanzminister soll per Strafbefehl zu 140 Tagessätzen wegen Steuerhinterziehung verurteilt werden, wie Oberstaatsanwältin Anne Leiding ankündigte. Darauf hätten sich die beteiligten Parteien in einem Rechtsgespräch geeinigt.

mehr ...