Die fünf wichtigsten Trends am ETP-Markt

Insgesamt verbuchten ETPs weltweit 39,6 Milliarden Dollar frisches Kapital. Damit erreichen die Zuflüsse seit Anfang 2017 fast einen neuen Gesamtjahresrekord. Patrick Mattar Managing Director beim iShares Kapitalmarkt-Team hat die fünf wichtigsten Entwicklungen am europäischen ETP-Markt zusammengefasst.

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ETPs bilden beispielsweise die Entwicklung des Rohöl-Marktes nach.

Der ETP Markt (Exchange Traded Products) steht kurz vor einem neuen Rekord. ETPs sind börsennotiert und bilden die Performance einer Auswahl von Assets einer bestimmten Produktgruppe wie Rohstoffe oder Devisen nach. So soll die Entwicklung des zugrundeliegenden Marktes abgebildet werden. Patrick Mattar vom iShares Kapitalmarkt-Team kennt die wichtigsten Trends im Juli.

Europäer lieben Europa

„Für europäische Aktien war der Juli ein weiterer starker Monat. Entsprechende ETPs, die in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) gelistet sind, brachten es auf Zuflüsse in Höhe von 3,7 Milliarden Dollar. Damit verbuchten diese ETPs den elften Monat infolge positive Mittelzuflüsse – länger als je zuvor“, sagt Mattar.

Investmentgrade-Unternehmensanleihen bleiben wichtig

„Im Anleihenbereich sind Unternehmensanleihen mit Investmentgrade-Ratings in diesem Jahr ein Kernthema. ETPs, die Zugang zu diesem Marktsegment bieten, haben seit Anfang 2017 rund 36,6 Milliarden Dollar (oder 35 Prozent) zusätzlich verbucht. Insgesamt kamen Anleihen-ETPs seit Jahresanfang auf 105,5 Milliarden Dollar“, so Mattar.

Produkte auf Unternehmensanleihen mit Listings in der EMEA-Region, die Dollar-Papiere mit Investmentgrade-Ratings umfassen, hätten den siebten Monat infolge positive Zuflüsse gemeldet. Bei entsprechenden Produkten auf Euro-Papiere dauere diese Phase seit der Präsidentenwahl in Frankreich nun schon drei Monate an.

Gold weiterhin gefragt

Bei Rohstoffen bleibt die Nachfrage nach Gold weiterhin hoch. Mattar: „Wir haben bereits zuvor darauf hingewiesen, dass europäische und US-Investoren in diesem Jahr offenbar unterschiedliche Sichtweisen auf Gold haben. Im Juli war der Trend, dass US-Anleger verkaufen während Europäer kaufen (und umgekehrt) noch stärker ausgeprägt. In vier von sieben Monaten gab es bei Gold-ETPs mit US-Listings Abflüsse, während entsprechende Produkte in Europa anhaltende Zuflüsse verzeichneten.“

Nachlassende Nachfrage nach Schwellenländeranleihen

Das Interesse an Schwellenländern habe jedoch stark abgenommen: „Für Schwellenländeranleihen-ETPs, die in der Region Europa, Naher Osten und Afrika gelistet sind, war der Juli der bislang schwächste Monat dieses Jahres.“ Die Nettozuflüsse hätten sich auf 0,7 Milliarden Dollar belaufen und damit erstmals seit Jahresbeginn auf weniger als eine Milliarde Dollar.

„Schwellenländeranleihen waren 2017 ein Kernthema. Aber angesichts der jüngsten Wertentwicklung lässt das Interesse einiger Anleger offenbar nach. Dennoch blieben Schwellenländeranleihen im Juli das Anleihensegment mit den stärksten Zuflüssen. Das zeigt, dass Anleger relativ betrachtet weiterhin verbreitet in dieses Segment investieren.“

Nachhaltiges Investieren beliebter

Dafür steige jedoch die Nachfrage nach ETPs die ESG-Kriterien erfüllen, sagt Mattar: „Im Hinblick auf ETPs, die ökologische, soziale und Governance-Aspekte (auf Englisch: ecological, social und governance, kurz ESG) berücksichtigen, sind europäischen Anleger ihren US-Kollegen voraus.“

Mattar ergänzt: „Seit Ende 2009 vertrauten Investoren ESG-ETFs weltweit 5,7 Milliarden Dollar an. Davon entfielen 3,8 Milliarden Dollar auf Produkte mit EMEA-Listings. Ändern sich die Einstellungen der Anleger und erlassen europäische Aufsichtsbehörden Richtlinien, die ESG-Ansätze nahelegen, könnte das diesem Trend einen weiteren Schub geben.“

Foto: Shutterstock

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