18. April 2017, 11:11
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Dividendenrenditen überzeugen in Frankreich und Großbritannien

Viele deutsche Dividendenjäger schauen traditionell nur auf den heimischen Aktienmarkt und haben oftmals nur Titel aus dem Dax im Blickpunkt. Dabei ist es durchaus lohnenswert, auch andere europäische Börsenplätze in Erwägung zu ziehen. Gastkommentar von Olivier de Berranger, La Financière de l’Echiquier

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Olivier de Berranger analysiert europäische Dividendenchancen.

Die Zahlen der vergangenen zehn Jahre belegen: Zwischen 2006 und 2016 lag die durchschnittliche Dividendenrendite, also das Verhältnis von Dividende zu aktuellem Aktienkurs, im deutschen Leitindex Dax bei 3,3 Prozent und damit um 0,5 beziehungsweise 0,7 Prozentpunkte niedriger als bei seinem französischen beziehungsweise britischen Pendant CAC 40 und FTSE 100. Obwohl Dax-Konzerne für 2016 Dividenden in Rekordhöhe auszahlen, fällt die Abweichung in diesem Jahr sogar noch größer aus: Während die 30 größten deutschen Unternehmen im Durchschnitt eine Dividendenrendite von nur 2,7 Prozent erwirtschafteten, konnten die Unternehmen im CAC 40 und FTSE 100 durchschnittlich 3,5 Prozent beziehungsweise 4,0 Prozent Dividendenrendite erzielen.

Ölkonzerne und Finanzsektor machen den Unterschied

“Eine Hauptursache für die Unterschiede ist in der Zusammensetzung der jeweiligen Leitindizes zu finden. Sowohl im französischen CAC 40 als auch im FTSE 100 sind große Ölgesellschaften gelistet, die historisch betrachtet regelrechte Dividendenschwergewichte sind”, interpretiert Olivier de Berranger, Fondsmanager des ausgewogenen Mischfonds Echiquier ARTY, der eine aktive Dividendenstrategie verfolgt. Ende des vergangenen Jahres machten Total und Co. fast 11,0 Prozent des französischen Index aus und beglückten Anleger für 2016 mit einer Dividendenrendite von 5,2 Prozent. Im britischen Index kommen BP und Royal Dutch sogar auf mehr als 15 Prozent Gewichtung und sorgen für eine durchschnittliche Ausbeute von 6,8 Prozent. “Da Ölkonzerne aktuell mit Wachstumsproblemen zu kämpfen haben, müssen sie ihre Aktionäre mit hohen Dividenden halten”, erklärt de Berranger die Dividendenpolitik.

Deutlich interessanter ist aber der Finanzsektor, der traditionell in Europa ein wichtiger Dividendenzahler ist. Während Finanztitel rund 15 Prozent im Dax ausmachen und damit den zweitgrößten Sektor darstellen, fallen die Dividenden hier zurzeit eher moderat aus. “Der Finanzsektor in Frankreich dagegen ist in guter Verfassung und gibt dies auch an die Aktionäre zurück. Société General und BNP Paribas beispielsweise haben ihre Dividenden zuletzt deutlich erhöht”, so der Fondsmanager von La Financière de l´Echiquier. Die für 2016 geschätzte Dividendenrendite von Finanztiteln liegt im deutschen Leitindex bei rund 3,4 Prozent gegenüber 4,7 Prozent im CAC40 und 4,1 Prozent im FTSE 100, wo der Sektor 21,0 Prozent des Index darstellt. Seit der Erholung in Europa steigern auch zyklische Werte wieder ihre Dividenden. “Hier sind besonders die Automobilhersteller aktuell sehr attraktiv. Die französischen Anbieter Renault und Peugot beispielsweise haben ihre Dividenden um 30 bis 35 Prozent erhöht”, sagt de Berranger.

Seite zwei: Britische Nebenwerte mit deutlichem Unterschied, aber erhöhtem Währungsrisiko

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