EZB-Bankenaufseherin: Gemeinsame Einlagensicherung in Europa überfällig

Danièle Nouy, die Vorsitzende des Aufsichtsgremiums des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism – SSM), hat sich im Rahmen einer Bankentagung in Frankfurt für die Einführung eines gemeinsamen Systems zum Schutz von Spargeldern in Europa ausgesprochen.

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Danièle Nouy: „Banken werden inzwischen auf europäischer Ebene beaufsichtigt und abgewickelt, daher ist auch eine Einlagensicherung auf dieser Ebene sinnvoll.“

Europa braucht nach Ansicht der Europäischen Zentralbank (EZB) endlich ein grenzübergreifendes System zum Schutz von Spargeldern. Eine Einlagensicherung auf europäischer Ebene sei „überfällig“, sagte die Chefin der EZB-Bankenaufsicht, Danièle Nouy, bei einer Bankentagung am Mittwoch in Frankfurt.

„Banken werden inzwischen auf europäischer Ebene beaufsichtigt und abgewickelt, daher ist auch eine Einlagensicherung auf dieser Ebene sinnvoll. Das wäre ein weiterer Schritt hin zu einem effizienten, stabilen und wahrhaft europäischen Bankenmarkt“, sagte Nouy.

Widerstand aus Deutschland

Widerstände gegen eine gemeinsame europäische Einlagensicherung gibt es vor allem in Deutschland, wo es schon lange gut gefüllte Töpfe für den Notfall gibt. Banken und Sparkassen hierzulande befürchten, dass mit ihren Geldern Schieflagen von Instituten in anderen Staaten finanziert werden.

In Spanien und Italien mussten in den vergangenen Monaten mehrere Institute aufgefangen werden. (dpa-AFX)

Foto: picture alliance / Luo Huanhuan

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