5. September 2017, 13:58
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Digitalisierung: Banken lassen Fintechs links liegen

Fintechs spielen im Rahmen einer Digitalisierungsstrategie für das Kreditgeschäfts bei Banken kaum eine Rolle. Das sagt zumindest eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC nach Befragung von 43 Banken und Sparkassen.

Digitalisierung: Banken lassen Fintechs links liegen

Banken spüren den Wettbewerbsdruck von Seiten der Fintechs, kooperieren aber nur ungern.

Nicht einmal jedes zehnte Geldinstitut setzt auf strategische Zusammenarbeit mit einem Fintech. 14 Prozent der Institute haben Fintechs zumindest teilweise in ihre Digitalstrategie für das Privatkundengeschäft einbezogen.

Im Firmenkundengeschäft scheinen die Banken etwas weiter zu sein. Dort setzt immerhin ein Drittel teilweise auf Kooperationen mit den Start-Ups.

Keine wesentlichen Impulse erwartet

Die Institute sehen laut Studie bisher auch wenig Veranlassung, mit Fintechs zu kooperieren. Stärkere Impulse durch eine Zusammenarbeit werden höchstens für die Vertriebskanäle erwartet: Im Bereich Konsumentenkredit sieht das ein Drittel der Befragten so, im Bereich Baufinanzierung rechnet die Hälfte damit. Insgesamt entstehen aber aus Sicht der Banken keine wesentlichen Potenziale aus der Zusammenarbeit mit Fintechs.

So erwarten drei Viertel der Institute im Konsumentenkreditgeschäft explizit keine Auswirkungen auf Marketing und Image und auf Schnittstellen. Die Hälfte der Befragten verneint Konsequenzen für das Produktportfolio. 60 Prozent halten die Prozesse für unberührt von möglichen Fintech-Kooperationen.

“Die Banken gehen das Thema Fintech-Kooperationen bislang kaum strategisch an. Sie sehen offenbar keinen Mehrwert darin, von den Kernkompetenzen des Gegenübers zu lernen. Damit vergeben die Institute aber die Chance, sich noch gezielter mit innovativen Produktangeboten am Markt hervorzuheben”, sagt Tomas Rederer, Partner bei PwC im Bereich Financial Services.

Wettbewerbsdruck: Banken sehen keinen Zwang zur Kooperation

Dabei sehen die Kreditinstitute durchaus einen erhöhten Wettbewerbsdruck aufgrund des Markteintritts neuer Konkurrenz – vor allem spezialisierter Fintechs, die bisher nur begrenzt regulatorischen Anforderungen unterliegen. Knapp jeder zehnte Befragte geht davon aus, dass dieser Druck in den kommenden drei Jahren noch zunehmen wird.

“Umso erstaunlicher, dass die Banken sich mehrheitlich gegen Kooperationen mit Fintechs zu sträuben scheinen”, so PwC-Experte Rederer. Sein Rat: “Die Banken müssen ihre Angebote weiterentwickeln und ihr digitales Profil schärfen, etwa durch den Aufbau eines digitalen Partner-Ökosystems.” Von der Kooperation mit neuen Marktteilnehmern könnten beide Seiten lernen und so das eigene Geschäftsmodell weiterentwickeln. (fm)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema:

“Banken und Fintechs nähern sich an”

Fintechs: Banken gründen lieber selbst

Banken: Fintech-Kooperationen sollen Digitalisierung beschleunigen

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Cybercrime: Keine Angst vor “Emotet”

Der Trojaner „Emotet“ gilt als die derzeit gefährlichste Cyberbedrohung für Unternehmen weltweit. Denn ein Emotet-Angriff ist besonders tückisch: Hat dieser Virus einmal den Weg auf einen Rechner gefunden, können Hacker weitere Schadsoftware beliebig oft nachladen. Die Sorge bei vielen Unternehmen ist daher groß. Dabei kann man sich mit geeigneten IT-Sicherheitslösungen sehr gut vor dem Angreifer schützen, sagt Clemens A. Schulz von Rohde & Schwarz Cybersecurity.

mehr ...

Immobilien

Das große Comeback der Offenen Immobilienfonds

Offene Immobilien-Publikumsfonds erleben aktuell einen Höhenflug in jeder Hinsicht: Das Fondsvermögen der Branche steigt seit zwei Jahren fast exponentiell an, und die Nachfrage privater Anleger ist enorm – auch vor dem Hintergrund der wachsenden Renditedifferenz zu alternativen Anlagemöglichkeiten.

mehr ...

Investmentfonds

“Anleger schauen stärker auf Kosten und Transparenz”

Marie Cardoen, Leiterin des Privatkundengeschäfts in Deutschland und Österreich bei Goldman Sachs Asset Management (GSAM), gibt einen Einblick in aktuelle Anlagetrends und beantwortet die Frage, welche Fonds weiter an Bedeutung gewinnen, was GSAM im kommenden Jahr auf der Produktseite plant – und wo der Fokus bei der Unterstüzung potenzieller Vertriebspartner liegt.

mehr ...

Berater

No Time to Wait: Fonds Finanz setzt jetzt auf Filme

Der Maklerpool Fonds Finanz hat die Waeis Filme GmbH gegründet. Sinn und Zweck sei die Etablierung der Bewegtbildproduktion als eigenständiges Geschäftsfeld und dessen Ausbau. Die Geschäftsführung übernehmen die langjährigen Fonds-Finanz-Mitarbeiter Dominik Wasik und Anton Leis gemeinsam mit Norbert Porazik und Markus Kiener.

mehr ...

Sachwertanlagen

KVG-Erlaubnis schon kurz nach dem Start

Die Finanzaufsicht BaFin hat der Five Quarters Real Estate AG aus Hamburg die Erlaubnis als Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) und damit zur Auflage von alternativen Investmentfonds (AIFs) erteilt. Das Unternehmen wurde gerade erst gegründet.

mehr ...

Recht

Haus ohne Grundstück: Warum das Erbbaurecht mit Vorsicht zu genießen ist

Ein Kaufinteressent findet ein Angebot, das fast zu schön ist, um wahr zu sein. Ein signifikant günstigeres Angebot verglichen mit den Marktpreisen und versehen mit dem Hinweis: Erbbaurecht. Aus diesem Vermerk ergeben sich eine Reihe von Fallstricken, die Kaufwillige unbedingt kennen sollten, bevor sie ein Objekt mit Erbbaurecht erwerben. Timo Handwerker, Spezialist für Baufinanzierungen bei Dr. Klein in Hagen, kennt die Probleme genau.

mehr ...