Max Otte: „Beim Weltaktienmarkt bewegen wir uns auf dünnerem Eis“

Gemessen an vier Metriken – dem zyklisch adjustierten KGV (Graham-KGV, welches die durchschnittlichen Gewinnmargen beinhaltet), Tobins Q-Verhältniszahl, dem Crestmont-KGV und der Regression des S&P 500 auf seinen mittleren Trend – ist der S&P 500 um 50 bis 110 Prozent überbewertet. Das ist noch keine extreme Blase. Auch in einem solchen Markt finden sich noch Investments.

Auch wir führen in unserer Datenbank diverse US-Titel. Aber wir sind schon länger etwas vorsichtiger. In der Investmentsaison 2014/15 und 2015/16 lief der MSCI World, der zu über 50 Prozent aus US-Werten bestand, weiter. Meine Fonds gerieten ins Hintertreffen. Im letzten Jahr nun hat sich unsere Vorsicht bezüglich USA zum ersten Mal gelohnt.

„Vorsicht in den USA hat sich gelohnt“

Aktuell liegen sowohl Margen als auch KGVs in den USA und bei vielen Blue Chips deutlich über dem Durchschnitt. Die Gewinnmargen und Kurs-Gewinn-Verhältnisse können aber nicht ewig steigen, sondern müssen irgendwann wieder auf ihren Normalwert sinken. Und dann sinken bei gleichbleibendem Umsatz auch die Kurse.

Die anerkannte Investmentfirma GMO, die über 150 Milliarden US-Dollar an Vermögen managt, veröffentlicht eine Prognose für die durchschnittliche Rendite über die nächsten sieben Jahre.20 Diese Prognose orientiert sich an 1. normalem organischem Umsatzwachstum 2. Margenerweiterung und Kompression auf den langfristigen Durchschnitt 3. KGV-Erweiterung oder Kompression und Dividendenrenditen.

Für amerikanische Aktien mit hoher Marktkapitalisierung kommt GMO auf eine Rendite von durchschnittlich Minus 4,2 Prozent pro Jahr über die nächsten sieben Jahre. Der von mir sehr respektierte Howard Marks, der bei Oaktree Capital rund 100 Milliarden US-Dollar verwaltet, sieht über die nächsten sieben Jahre sogar durchschnittliche Wertverluste von vier Prozent pro Jahr für große amerikanische Blue Chips.

Seite drei: Welche Märkte noch billig sind

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