Amtsantritt von Donald Trump: Das sagen die Investment-Experten

Die heutige Amtseinführung von Donald Trump ist auch an der Wall Street das Top-Thema. Cash. hat führende Investmentexperten zu ihren Einschätzungen in Bezug auf die Auswirkungen für die Kapitalmärkte befragt.

Donald Trump zieht heute als 45. Präsident der USA ins Weiße Haus ein. Die Reaktion der Finanzmärkte und die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sind nach wie vor ungewiss.
Donald Trump zieht heute als 45. Präsident der USA ins Weiße Haus ein. Die Reaktion der Finanzmärkte und die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sind nach wie vor ungewiss.

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, Frankfurt: „Die Euphorie, mit der viele Anleger auf die Wahl Donald Trumps reagiert hatten, ist übertrieben. Ich erwarte keinen „Trump-Boom“. Die derzeit hohe Auslastung der US-Wirtschaft macht es unwahrscheinlich, dass die von Trump geplanten Steuersenkungen und zusätzlichen Investitionen in die Infrastruktur das Wirtschaftswachstum deutlich anschieben werden. Zudem fehlt Trumps Plänen die Konsistenz. Die angekündigten Deregulierungsvorhaben bieten zwar Aufwärtspotential, werden aber gleichzeitig durch Trumps Protektionismus konterkariert. Sollte Trump die angedrohten protektionistischen Maßnahmen tatsächlich umsetzen, würde er einen selbstzerstörerischen Zollwettlauf in Gang setzen. Das wäre ein riesiger Verlust an Produktivvermögen – auch für die USA.

Einen nachhaltigen Erfolg verspricht Trumps Politik also nicht. Allerdings profitiert er davon, dass in den USA nahezu Vollbeschäftigung herrscht und dies durch anziehende Löhne zunehmend auch bei den Amerikanern ankommt. Das könnte Trumps Präsidentschaft zunächst in ein günstiges Licht rücken – ohne Zutun seinerseits.“

Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz, München: Nach der Amtseinführung dürfte nun nach und nach erkennbar werden, welche Wahlversprechen Donald Trump einlösen wird. Änderungen sind in allen wichtigen Bereichen der Wirtschaftspolitik zu erwarten. Da die Republikaner in beiden Häusern des Kongresses eine Mehrheit haben, dürfte es zu einer Senkung der Einkommenssteuersätze und einer Unternehmenssteuerreform kommen. Dieses Thema war ein wichtiger Aspekt im Wahlkampf und ist seit Jahren eine Priorität der Republikaner im Kongress. Demgegenüber erscheinen die Positionen in der Handelspolitik auch innerhalb der neuen US-Administration noch unterschiedlich. Eine protektionistische Politik sollte vernünftigerweise vermieden werden.

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Michael Heise, Allianz: „Eine protektionistische Politik sollte vernünftigerweise vermieden werden.“

Zuletzt zeigte sich die Konjunktur in einer soliden Verfassung. Einiges spricht dafür, dass das US-Wirtschaftswachstum in diesem Jahr zulegen wird, nachdem es 2016 hinter dem Trend zurückgeblieben war. In unserem Basisszenario gehen wir davon aus, dass die fiskalpolitischen Maßnahmen im zweiten Halbjahr zu wirken beginnen und die Konjunktur bis in das kommende Jahr hinein anregen. Die Unternehmensgewinne dürften in diesem Umfeld aufwärts tendieren. Für die Aktienmärkte besteht daher im weiteren Jahresverlauf „Luft nach oben“. Allerdings muss mit deutlichen Schwankungen gerechnet werden.“

Seite zwei: Enttäuschungspotenzial in den Kursen

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