13. Dezember 2017, 19:20
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Votum: Freier Vertrieb kann erst einmal weitermachen wie bisher

Der Vertriebsverband Votum hat eine Information zur Umsetzung der EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID II, die Anfang 2018 in Kraft tritt, an seine Mitglieder verschickt. Sie soll den freien Vermittlern die Verunsicherung nehmen. 

 

Fondsrating-Tag-15ter-29-03-2017 DSC 6714-Kopie in Votum: Freier Vertrieb kann erst einmal weitermachen wie bisher

Rechtsanwalt und Votum-Chef Martin Klein sieht auch die Diskussion um ein faktisches Provisionsverbot vergleichsweise entspannt.

“Solange keine Änderungen der Finanzanlagenvermittlungsverordnung beschlossen werden, ist diese in der derzeit gültigen Fassung von den gewerblichen Anlagevermittlern einzuhalten”, heißt es in der Votum-Stellungnahme, die Cash.Online vorliegt. “Das heißt, die Berufsausübung kann in der derzeit ausgeübten Form unverändert fortgeführt werden”, so das von dem Rechtsanwalt und geschäftsführenden Votum-Vorstand Martin Klein unterzeichnete Schreiben.

Hintergrund: Die MiFID II wurde bislang nur für Banken und Finanzdienstleistungsinstitute in deutsches Recht umgesetzt, nicht aber für den freien Vertrieb nach Paragraf 34f Gewerbewerbeordnung, der nach der Finanzanlagenvermittlungsverordnung (FinAnV) arbeiten muss.

“Eine Rechtsgrundlage für die Geltung darüber hinausgehender oder von der FinVermV abweichender Pflichten besteht tatsächlich nicht”, so die Votum-Stellungnahme. Es gebe keine nationale Direktwirkung europäischer Richtlinien. Die Einhaltung von Vorgaben der MiFID II, ohne dass der deutsche Gesetzgeber diese für den 34f-Vertrieb in ein deutsches Gesetz bzw. in eine Verordnung umgesetzt habe, könne daher nicht gefordert werden.

Kein Verbot von Gewinnen durch Provisionen

Die Diskussion um ein faktisches Provisionsverbot “durch die Hintertür” sieht Klein offenbar vergleichsweise entspannt. “Der Pargraf-34f-Vermittler darf weiterhin aus Zuwendungen Gewinne erzielen. Wir gehen davon aus, dass dies auch nach einer Änderung der FinVermV der Fall sein wird, da ansonsten die Unterscheidung zwischen Anlagevermittlern und Honorarberatern nicht mehr gegeben ist”, so die Stellungnahme.

Dem auf Provisionsbasis tätigen Anlagevermittler könne nicht auferlegt werden, ein parallel geltendes Honorarvergütungssystem zu entwickeln, um ihm zu ermöglichen, Gewinne zu erzielen.

Derzeit gebe es auch keine Pflicht für die Aufzeichnung von telefonischen Beratungsgesprächen durch Paragraf-34f-Vermittler. In der Gewerbeordnung sei lediglich eine entsprechende Ermächtigung enthalten. “Eine Umsetzung in der Neufassung der FinVermV kann also erwartet werden”, schreibt Klein. Eine gesetzliche Pflicht zur Aufzeichnung bestehe jedoch noch nicht.

Position vom DIHK geteilt

Die Position, dass alleine die derzeit bestehende FinVermV Geltung entfaltet, werde auch vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geteilt. “Wir haben den DIHK aufgefordert, dies auch entsprechend zu veröffentlichen und hoffen, dass noch in diesem Jahr eine entsprechende Klarstellung erfolgt”, so der Votum-Chef.

Wer aber schon eine auf MIFID-II-Dokumentation abgestellte Software besitzt, könne diese auch heute schon nutzen. Da hier die Risikotoleranz und -tragfähigkeit des Kunden gesteigert berücksichtigt werden sowie eine Geeignetheitserklärung erstellt wird, könne dieses System auch unter der derzeit geltenden FinVermV eingesetzt werden.

Diese Form der Beratungsdokumentation stelle für den Kunden keine Verschlechterung gegenüber den aktuell geltenden gesetzlichen Anforderungen dar, sondern übertreffe insbesondere im Bereich der Offenlegung von Zuwendungen sogar das Maß der aktuell zu erfüllenden Transparenzvorgaben. (sl)

Foto: Votum

Ihre Meinung



 

Versicherungen

AfW kritisiert Ergebnis der Präsidiumswahl des GDV

Der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung bemängelt, dass wie schon in den Vorjahren kein Vertreter der Maklerversicherer in das Präsidium des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gewählt wurde. Beim GDV reagiert man schmallippig auf die Kritik.

mehr ...

Immobilien

Akutes Risiko für Immobilienblase in München und Frankfurt

München und Frankfurt liegen beim Risiko einer Immobilienblase nach Einschätzung der Großbank UBS weltweit vorne. Die Städte zeigten unter 25 betrachteten Metropolen die deutlichsten Zeichen einer Überhitzung, teilte das Schweizer Geldhaus am Mittwoch in Frankfurt mit.

mehr ...

Investmentfonds

Trump vs. Biden – das Ergebnis des ersten TV-Duells

Sie brüllten, sie beleidigten sich, sie fielen sich gegenseitig ins Wort: Das erste TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden hat wohl die Erwartungen vieler US-Amerikaner noch untertroffen. Eine Blitzumfrage von CBS News gemeinsam mit YouGov unter US-Amerikanern, die das TV-Duell verfolgt haben, zeigt nun, dass die Debatte beiden Kandidaten eher geschadet als genützt hat.

mehr ...

Berater

Corona-Effekt: BVR rechnet 2020 und 2021 mit hoher Sparquote

In der Coronakrise werden die Deutschen ihrem Ruf als Nation von Sparern gerecht. Sowohl 2020 als auch 2021 dürfte die Sparquote deutlich steigen, wie der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) am Mittwoch prognostizierte.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin bestellt Abwickler für Acada-Geschäfte

Die Finanzaufsicht BaFin hat bereits mit Bescheid vom 1. September 2020 zur Abwicklung des durch die mittlerweile insolvente Adcada GmbH, Bentwisch, unerlaubt betriebenen Einlagengeschäfts einen Abwickler bestellt. Das machte die Behörde nun auf ihrer Website bekannt.

mehr ...

Recht

Rente im Ausland: Das müssen sie beachten

Der 1. Oktober ist Tag der Senioren oder einfach Weltseniorentag. Er wurde 1990 durch die UNO initiiert, um die Leistungen der Älteren zu würdigen. Immer mehr deutsche Rentner zieht es zur Rückschau auf die Lebensleistung dauerhaft in andere Länder. Sich zur Ruhe setzen, wo andere Urlaub machen? Was dabei zu beachten ist.

mehr ...