20. Februar 2018, 08:18
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Europas Banken brauchen gemeinsame Blockchain

Die Distributed-Ledger-Technologie, die ursprünglich für und gemeinsam mit der Kryptowährung Bitcoin entwickelt wurde, kann den Finanzsektor revolutionieren, deshalb sollten auch europäische Technologie- und Finanzunternehmen den Anschluss nicht verpassen und eine gemeinsame Blockchain entwickeln mahnt das Center for Financial Studies.

P2p-peer-to-peer-blockchain-netzwerk-distributed-ledger-shutterstock 57915733 in Europas Banken brauchen gemeinsame Blockchain

Die Blockchain vernetzt alle teilnehmenden Rechner miteinander, die dann gemeinsam Transaktionen verifizieren, diese werden wiederum in miteinander verketteten “Blöcken von Transaktionen” gespeichert.

Seit einigen Jahren interessiert das Thema Blockchain beziehungsweise die Distributed Ledger Technologie (DLT) vor allem die Finanzindustrie, da sie Transaktionen wesentlich preiswerter machen könnte.

Professor Dr. Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies (CFS), warnt davor, dass Europas Banken den Anschluss an diese neue Technologie verlieren könnten: “Die europäischen Banken haben seit Jahren ein massives Kostenproblem. Sie investieren zwar alle in die Digitalisierung, aber die Blockchain-Technologie spielt bei den meisten europäischen Banken nur eine untergeordnete Rolle.”

Bitcoin ist erste Anwendung der Blockchain-Technologie

Ein Distributed Ledger ist –vereinfacht– eine Transaktionsdatenbank, in der Transaktionen in einem dezentralen Rechnernetzwerk (Peer-to-Peer-Netzwerk) nahezu in Echtzeit durchgeführt und synchronisiert werden. Eine Fälschung von einmal durchgeführten Transaktionen ist dadurch so gut wie ausgeschlossen. Werden die jeweiligen Transaktionen zu Blöcken zusammengefasst und miteinander verknüpft, spricht man von einer Blockchain.

Ursprünglich wurde diese Technologie vor etwa zehn Jahren für die Kryptowährung Bitcoin entwickelt. Doch es gibt viele mögliche Anwendungen: Im Finanzsektor kann diese Technologie zur vereinfachten und kostengünstigeren Abwicklung von Überweisungen, Wertpapiergeschäften, aber auch von komplexen Finanzprodukten wie Syndizierten Krediten oder Handelsfinanzierungen eingesetzt werden.

“Die Blockchain-Technologie bietet letztlich die Möglichkeit zur Entwicklung einer Plattform, deren Potenzial umso besser ausgeschöpft werden kann, je mehr Finanzinstitute diese zur Abwicklung von möglichst vielen Produkten nutzen”, so Brühl.

Entwicklung von US-Unternehmen dominiert

“Daher ist es sinnvoll, wenn sich Konsortien von Technologieunternehmen und Finanzdienstleistern um die Entwicklung einer gemeinsamen Plattform mit entsprechenden Standards und Schnittstellen bemühen. Aber leider fehlt es hier an einer europäischen Initiative”, sagt Brühl.

Derzeit würden  vier Konsortien aus Finanzdienstleistern und Technologiefirmen um die Marktführerschaft konkurrieren und damit die Etablierung entsprechender Standards, die alle von US-Unternehmen dominiert werden.

Seite zwei: Vorteile einer gemeinsamen Blockchain

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Erster im Markt: Gothaer bündelt bAV- und bKV-Verwaltung in einem Portal

Um den Verwaltungsaufwand für die betriebliche Vorsorge und Absicherung für Arbeitgeber deutlich zu vereinfachen, bündelt die Gothaer als erster Versicherer die bAV und bKV-Verwaltung für Arbeitgeber in einem gemeinsamen Portal.

mehr ...

Immobilien

Stadtflucht wegen Coronakrise?

Treibt Corona die Deutschen aufs Land? Immerhin haben die Vorteile der Stadt in Zeiten von Kontakteinschränkungen und Sperrstunden weniger Relevanz. Große Menschenansammlungen sind auf dem Land leichter zu meiden. Doch spiegelt sich diese landläufige Ansicht auch im Suchverhalten und den Nachfragepräferenzen von Immobiliensuchenden wider?

mehr ...

Investmentfonds

Britische Staatsanleihen: Sorgen Brexit und Corona für negative Renditen?

Die anhaltende Covid-19-Pandemie und der zäh verlaufende Brexit-Prozess könnten die Renditen britischer Staatsanleihen unter die Nullgrenze bringen, kommentiert Colin Finlayson, Co-Manager des Aegon Strategic Global Bond Fund bei Aegon Asset Management.

mehr ...

Berater

Konsolidierung mit Kapital und Köpfen

Suchten Makler in der Vergangenheit Anschluss an einen Pool oder wollten zu einem anderen wechseln, lenkten sie den Blick meist auf die Provisionstabellen. Wettbewerb lief vor allem über die Vergütung und Produktpalette. Diese Zeiten sind vorbei. Natürlich spielen beide Kriterien noch eine Rolle, aber die entscheidende Frage lautet: Wie bewältigt der Pool des Vertrauens die Herausforderungen, die wegen der enorm schnellen und einschneidenden technischen Entwicklung entstehen?

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin nimmt Deutsche Edelfisch DEG II ins Visier

Die Finanzaufsicht BaFin hat den hinreichend begründeten Verdacht, dass die Deutsche Edelfisch DEG GmbH & Co. II KG in Deutschland Wertpapiere in Form von Schuldverschreibungen ohne das erforderliche Wertpapier-Informationsblatt öffentlich anbietet. Im Markt der Vermögensanlagen ist das Unternehmen nicht unbekannt.

mehr ...

Recht

Berliner Verfassungsgerichtshof setzt Mietendeckel-Verfahren aus

Der Berliner Verfassungsgerichtshof hat die Prüfung des umstrittenen Mietendeckels ausgesetzt. Man wolle zunächst den Ausgang der anhängigen Verfahren dazu beim Bundesverfassungsgericht abwarten, teilte das höchste Berliner Gericht am Donnerstag mit.

mehr ...