Handelsstreit als Chance für Europa

Donald Trump hat den Konflikt zwischen den USA und China erneut angefacht, indem er ankündigte, die Zölle auszuweiten. Beijing will sich dagegen wehren. Das kann die Nachfrage nach europäischen Produkten steigern, doch auch ihre Hersteller werden unter dem Streit leiden.

Gabriel Felbermayr, Leiter des Ifo Zentrums für Außenwirtschaft
Gabriel Felbermayr: „China hat sich in den letzten Jahren deutlich unabhängiger vom Export gemacht; das zahlt sich jetzt aus. Aber der Handelskrieg zwischen den USA und China erhöht die weltwirtschaftlichen Risiken deutlich.“

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, weitere Zölle im Wert von 200 Milliarden US-Dollar auf chinesische Importe zu erheben. China kündigte an, die neuen Zölle zu vergelten, ließ Umfang und Art aber noch offen. Damit hat sich die Hoffnung auf Entspannung nicht erfüllt.

„Um seine legitimen Rechte und Interessen und die globale Freihandelsordnung zu wahren“, müsse China Gegenmaßnahmen ergreifen, hieß es in einer Mitteilung des Pekinger Handelsministeriums. China „bedauere“ die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump.

Spürbarer Bremseffekt

Die zusätzlichen Zölle der US-Regierung unter Präsident Donald Trump bremsen das chinesische Wachstum um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte. Das hat das Ifo Institut ausgerechnet. Gleichzeitig könnten die US-Zölle die Verhandlungsposition Europas verbessern.

„Sollten die Zölle gegen Jahresende von zehn auf 25 Prozent steigen, dann beträgt der Bremseffekt 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte. Das ist spürbar, aber bei einem chinesischen Wachstum von etwa 6,5 Prozent im Jahr ist die Auswirkung überschaubar“, sagt der Leiter des Ifo Zentrums für Außenwirtschaft, Gabriel Felbermayr.

Seite zwei: Sieger Europa?

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