BMO Global Asset Management benennt die Markttreiber für 2020

BMO Global Asset Management hat heute seinen jährlichen Global Investment Forum Bericht veröffentlicht, der detaillierte Perspektiven zu Schlüsselthemen und Asset Allocation von BMO GAM’s Investmentmanagern, Ökonomen und Strategen aus aller Welt enthält.

Der Bericht des Global Investment Forum blendet den täglichen Marktlärm aus und konzentriert sich auf die mittelfristig relevantesten Marktimpulse. Im Folgenden skizziert BMO Global Asset Management die sechs wichtigsten Markttreiber, die anlässlich des Global Investment Forum 2019 identifiziert wurden:

Auf dem Weg zu einer US-Rezession?

Die Besorgnis über eine mögliche Rezession in den USA nimmt zu. Diese Befürchtungen wurden durch die inverse Zinsstrukturkurve der Treasury-Anleihen verstärkt, die in der Vergangenheit als zuverlässiges Frühwarnsystem für Rezessionen fungiert hat. Handelsspannungen erhöhen die Risiken: Ein Zoll von 25 Prozent würde das chinesische Wachstum um 1 Prozent und das US-Wachstum um 0,5 Prozent verringern. Die direkten Auswirkungen mögen begrenzt sein, aber trotzdem sinkt das Vertrauen der Unternehmen und Investitionen werden in Mitleidenschaft gezogen. Die US-Wirtschaft hat sich sicherlich verlangsamt, aber eine Rezession ist auf kurze Sicht nicht zu erkennen. Die Federal Reserve hat die Zinsen bereits gesenkt und es besteht noch Spielraum für weitere Maßnahmen. Die Konsumenten, die sich ihrer Arbeitsplätze sicher sind und angemessene Lohnerhöhungen bekommen, halten die Höhe ihrer Ausgaben gerne weiterhin aufrecht. Und da 2020 ein Wahljahr ist, wird Präsident Trump bestrebt sein, ein Handelsabkommen mit China zu schliessen. Ein diesbezüglicher Erfolg würde ihm Stimmen einbringen und damit die Gemütslage der Bevölkerung verbessern.

Für die Weltwirtschaft steht „Durchwurschteln“ auf der Tagesordnung, da der Produktionssektor sich nur langsam erholt.

Anhaltende Unsicherheit nach Brexit

Der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union wird zweifellos und in vielerlei Hinsicht ein Erdbebenszenario für das Land mit sich bringen. Die EU ist mit Abstand der größte Handelspartner des Vereinigten Königreichs, und die Finanzmärkte und einige Ökonomen erwarten eine schwere britische Rezession bei einem Brexit ohne Abkommen. Wenn das Vereinigte Königreich die EU ohne Deal verlässt, erwartet der Markt, dass die Bank of England die Zinsen senkt und weitere Anstrengungen unternimmt, die Geldpolitik zu lockern. Während der potenzielle Wachstumseinbruch durch ein No-Deal-Ergebnis sehr ernst zu nehmen ist, würde ein dynamischer britischer Dienstleistungssektor dennoch weiterhin erfolgreich auf der ganzen Welt tätig sein. Tiefere Auswirkungen von Brexit waren in der politischen Arena zu spüren, da die Wiedervereinigung Irlands und die schottische Unabhängigkeit scheinbar näher rückten. Die britische Politik könnte möglicherweise weiter polarisieren, da die Agenda der Labour Party zum Thema Massenverstaatlichung die Perspektiven für Versorgungsunternehmen trübt. Selbst wenn es ein Abkommen gäbe, müsste das Vereinigte Königreich noch über seine künftigen Beziehungen zur EU im Bereich des Handels und einer Vielzahl anderer Bereiche verhandeln. Das politische Risiko und die wirtschaftliche Unsicherheit dürften anhalten.

Optionen für die Geldpolitik neigen sich dem Ende zu

Angesichts des Tiefststands der Zinssätze und der offenbar nachlassenden Wirkung der Ankaufsprogramme für Finanzanlagen gehen den Zentralbanken die geldpolitischen Optionen zur Bewältigung der nächsten globalen Konjunkturabschwächung aus. Die Fiskalpolitik gewinnt als nächste Lösung zunehmend an Rückhalt, wobei sich die Befürworter der „Modernen Geldtheorie“ für die Nutzung der quantitativen Lockerung zur Finanzierung der Staatsausgaben einsetzen. Angesichts der niedrigen und stabilen Inflation, die ihnen mehr Flexibilität gibt, sprechen die Zentralbanken von der Notwendigkeit einer fiskalischen Expansion, und die Spekulationen nehmen zu, dass sie zur Finanzierung grüner Politik verwendet werden könnten.

Seite 2: Das Ende der Globalisierung?

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