Mangelnde Bildung frisst Renditen

Wer wenig über die Finanzmärkte und die Investition in Aktien weiß, traut sich seltener zu, in Einzelaktien, Aktienfonds oder ETFs zu investieren. Damit verzichten 70 Prozent der Deutschen auf die Renditen am Aktienmarkt. Das ist ein Ergebnis einer Studie zur Aktienkultur in Deutschland.

Junge Anleger können sich am besten vorstellen in Aktien zu investieren, haben aber gleichzeitig am meisten Angst vor den eigenen Fehlern.
Junge Anleger können sich am besten vorstellen in Aktien zu investieren, haben aber gleichzeitig am meisten Angst vor den eigenen Fehlern.

Weniger als ein Drittel (29 Prozent) der Deutschen ist in Aktien investiert. Das ist ein Ergebnis der Studie „Aktienkultur in Deutschland“, die das Marktforschungsinstitut Toluna im Auftrag der „Aktion pro Aktie“, einer Initiative von Comdirect, Consorsbank und ING durchgeführt hat. 2.000 Deutsche wurden dafür online befragt.

Laut der Studie legen die meisten Aktionäre in Aktienfonds an (18 Prozent). Wertpapiersparpläne sind mit 13 Prozent auf Platz zwei. Einzelaktien kommen mit zehn Prozent auf Platz drei und ETFs mit sechs Prozent auf Platz vier.

Anteil der jungen Aktionäre gestiegen

Obwohl der Anteil der Aktionäre im Vergleich zum Vorjahr von 30 auf 29 Prozent leicht gesunken sei, gebe es mehr junge Menschen, die in Aktien investieren. Letztes Jahr hatte laut der Studie ein Fünftel (19 Prozent) der unter-24-Jährigen Aktien, dieses Jahr ist es mit 26 Prozent über ein Viertel.

56 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und 55 Prozent der unter 34-Jährigen hätten letztes Jahr darüber nachgedacht, in Aktien zu investieren. In der Gesamtbevölkerung seien es nur 41 Prozent.

Gleichzeitig gibt es laut der Studie mit 47 Prozent so viele Befragte wie noch nie, die das Gefühl haben, ihr Vermögen nicht optimal angelegt zu haben. Den größten Optimierungsbedarf sehen die Jüngeren: 60 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und 55 Prozent der 25- bis 34-Jährigen.

Gleichzeitig würden diese Altersgruppen sich eine Aktieninvestition nicht zutrauen. 41 Prozent der 18- bis 34-Jährigen hätten Angst, ihr Geld zu verlieren, 35 Prozent hätten Sorge, die falschen Aktien zu kaufen. 27 Prozent der Jüngeren wissen gar nicht, welche Aktien sie kaufen sollten und 26 Prozent trauen sich einen Aktienkauf nicht zu. Die über 35-jährigen Anleger stimmen solchen Aussagen deutlich seltener zu.

Unrealistische Renditeerwartungen

Dass es in Deutschland Defizite bei der Finanzbildung gibt, zeige auch die Einschätzung der Renditen für verschiedene Spar-und Geldanlageformen. So erwarten die Deutschen laut der Studie durchschnittlich auf ein Girokonto eine Rendite von 0,9 Prozent, auf einem Sparbuch von 1,2 Prozent und bei Tagesgeld von 1,6 Prozent – das ist deutlich mehr, als in den vergangenen Jahren mit diesen Produkten erzielt werden konnte.

Die Renditeerwartungen der Befragten für Aktienfonds und Einzelaktien liegen dagegen bei jährlich 3,6 Prozent, für ETFs bei 2,1 Prozent. Wertpapierbesitzer sind optimistischer und rechnen bei Aktien mit einem Plus von 5,2 Prozent und bei Fonds von 4,7 Prozent.

Der Berichtsband mit sämtlichen Ergebnissen der Studie steht unter www.aktion-pro-aktie.de zum Download bereit. Dort gibt es auch weitere Informationen zum Tag der Aktie und zur Aktion pro Aktie.

Foto: Shutterstock

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