PGIM: Transformative Unternehmensmodelle erfordern cleveres Kalkül von Investoren

Drei neue Unternehmensmodelle werden zukünftig die Märkte dominieren. Für langfristig orientierte Investoren sind die damit einhergehenden Veränderungen von großer Bedeutung, da mehr als die Hälfte eines klassischen institutionellen Portfolios aus Unternehmensbeteiligungen besteht. Dies zeigen die jüngsten Forschungsergebnisse der Studie ‚The Future Means Business‘ des US-Vermögensverwalters PGIM.

 

Neue Unternehmensmodelle verändern zurzeit die weltweite Unternehmenslandschaft. Dies gilt insbesondere für diejenigen, die nur wenig Sachkapital einsetzen müssen, wissen Technologie- und Netzwerkeffekte für sich zu nutzen, mit aggressiven Mitteln eine Vormachtstellung in ihrem Segment anstreben und sich umfassenderen sozialen Zwecken verpflichten. Laut neuen Erkenntnissen von PGIM, werden diese Modelle in der Lage sein, die Marktgewinner und -verlierer der kommenden Jahre zu ermitteln. In seiner aktuellen Studie ‚The Future Means Business: The investment implications of transformative new corporate models‘ vertritt PGIM die Auffassung, dass das Entstehen dieser Unternehmen neue Konzepte für die Vermögensallokation und -bewertung sowie für Risikomodelle und Anlagestrukturen erfordert. Die Unternehmen lassen sich dabei in ‚wissensbasierte‘, ‚zielgerichtete‘ und ‚Superstars‘ kategorisieren, deren wichtigste Antriebsfaktoren disruptive Technologien sind, The-Winner-takes-all-Märkte sowie ökologische und soziale Belange sind.

Taimur Hyat, Chief Operating Officer von PGIM: „Unternehmen verändern sich heute schneller und radikaler als früher, was weitreichende Auswirkungen auf ihr Wachstum, ihre Rentabilität und Erträge hat. Wir sind der Überzeugung, dass sich diese neuen Unternehmensmodelle nicht nur überschneiden, sondern auch gegenseitig ergänzen. Unternehmen, die auf Wachstum und Innovation ausgerichtet sind und am Ende existenzielle Risiken vermeiden möchten, dürfen diese Entwicklung nicht ignorieren.“

PGIM unterteilt die zukunftsträchtigen Unternehmensmodelle in die folgenden drei Bereiche:

1. Wissensbasierte Unternehmen befinden sich auf dem Vormarsch

Der Anteil immaterieller Vermögenswerte nimmt rasant zu, selbst in den traditionell kapitalintensiven Branchen. Nahezu 60 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass in den vergangenen drei Jahren, die immateriellen Vermögenswerte deutlich an Bedeutung gewonnen haben. 80 Prozent der chinesischen Unternehmen vertreten zudem die Ansicht, dass diese Vermögenswerte in den nächsten drei Jahren sogar eine noch zentralere Bedeutung haben werden. In der weltweiten Top 50 der Unternehmen mit dem größten immateriellen Wert, befinden sich auch die deutschen Unternehmen Bosch, Siemens, Schaeffler und Daimler.

2. Die sogenannten „Kill Zones“ von Superstar-Firmen werden größer

Um Märkte zu beherrschen, haben „Superstar“-Konzerne gelernt, Technologien, proprietäre Daten und globale Netzwerke effektiv für sich zu nutzen. Sie errichten so genannte „Kill Zones“ um ihr Herrschaftsgebiet, indem sie Konkurrenten und Start-ups aufkaufen, und dadurch konkurrierende Produkte vom Markt nehmen oder sich neue Kompetenzen anzueignen. Während noch im Jahr 1975 rund 50 Prozent der von US-Aktiengesellschaften erzielten Erträge auf 109 Unternehmen entfielen, wird heute der gleiche Prozentsatz von nur 30 Unternehmen erwirtschaftet. Als Beispiel lassen sich die deutschen Automobilkonzerne anführen, die den europäischen Automobilabsatz dominieren. Hier sticht insbesondere der Volkswagen-Konzern hervor; auf das Unternehmen entfielen zwischen Januar und September dieses Jahres rund 25 Prozent der Neuzulassungen in Europa.

3. Zielgerichtete Unternehmen als Träger des sozialen Wandels

Zwei von fünf der weltweit befragten Unternehmen – und weit über die Hälfte in Deutschland – bestätigen, dass sie inzwischen die Gewinnmaximierung mit den potenziell weiter gefassten Zielen anderer Stakeholder abwägen, insbesondere gegenüber ihren Mitarbeitern und Kunden sowie den Ländern, in denen sie tätig sind. Heute investieren Fortune-500-Unternehmen weltweit pro Jahr dreimal so viel für die Corporate Social Responsibility, wie das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) zusammen. Zu nennen wären in Deutschland beispielsweise die Unternehmen Bosch und Bertelsmann, deren jeweiligen Hauptaktionäre die Robert Bosch, beziehungsweise die Bertelsmann Stiftung sind. Letzte hat sich zum Beispiel dem Fördern von ‚Reformprozessen‘ und ‚Prinzipien unternehmerischen Handelns‘ verschrieben, um eine ‚zukunftsfähige Gesellschaft‘ aufzubauen.

Seite 2: Bedeutung für Anleger

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