8. Dezember 2017, 12:39
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Commerzbank-Chefökonom sieht “Jahr der Inflation”

Das kommende Jahr wird aus Sicht der Ökonomen von der Commerzbank wirtschaftlich stark durch die Entwicklung der Inflation geprägt sein. Von der Teuerung hänge stark ab, wie schnell sich die Notenbanken von ihrer lockeren Geldpolitik verabschiedeten, sagte Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer am Freitag in Frankfurt.

Commerzbank-Chefökonom sieht Jahr der Inflation

Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer erwartet ein “Jahr der Inflation”.

Davon wiederum hänge auch die Entwicklung an den Finanzmärkten ab. Wie bisher schon dürfte die US-Notenbank Fed der Europäischen Zentralbank (EZB) vorauseilen. Krämer erwartet, dass die Fed ihren Leitzins im kommenden Jahr, wie wohl auch dieses Jahr, dreimal anheben wird.

Die EZB dagegen dürfte noch lange an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten, obwohl sie ihre Geldschwemme in Form von Wertpapierkäufen Anfang 2018 verringere. Ausschlaggebend für den geldpolitischen Keil zwischen den USA und Europa sei die Inflationsentwicklung.

So dürfte die Inflation in den Vereinigten Staaten allmählich anziehen, während sie im Euroraum auf gedämpften Niveau bleiben werde, meint Krämer. Die Konjunkturaussichten bewertet der Ökonom sowohl für die USA als auch für Europa gut. Die amerikanische Wirtschaft dürfte demnach im kommenden Jahr um 2,3 Prozent wachsen, der Euroraum gar um 2,5 Prozent.

Krämer: “Der Finanzzyklus dreht im Euroraum”

Für Deutschland prognostiziert Krämer ebenfalls einen Zuwachs der Wirtschaftsleistung um zweieinhalb Prozent, was angesichts der Wachstumsmöglichkeiten bei Vollauslastung (Produktionspotenzial) “eine Menge” sei. Von einer konjunkturellen Überhitzung, wie manch andere Ökonomen, mag Krämer noch nicht sprechen. “Dazu fehlen kräftigere Lohnsteigerungen und eine stärker anziehende Inflation.”

Mit Kritik an der EZB sparte Krämer nicht. Zum einen monierte er die starke Ausrichtung ihrer Geldpolitik an der mittelfristigen Inflation. Aufgrund einiger Entwicklungen wie der Globalisierung seien nationale Inflationsraten nicht mehr so präzise steuerbar, wie es die Haltung der EZB suggeriere.

Zudem empfahl Krämer der Notenbank, nicht nur auf die Konjunktur- und Inflationsentwicklung zu schauen, sondern auch auf den Finanzzyklus. Darunter verstehen Ökonomen das Auf und Ab wichtiger Finanzgrößen wie der Kreditvergabe.

“Der Finanzzyklus dreht im Euroraum. Und er ist enorm persistent, weil er sich wie ein schwerer Tanker verhält, der Fahrt aufnimmt und schwer gestoppt werden kann.” Straffe die EZB ihre Geldpolitik nicht rechtzeitig, drohten Preisblasen an den Vermögensmärkten. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Policen Direkt erweitert Geschäftsführung

Philipp Kanschik und Christopher Gentzler verstärken zum 01. Januar 2020 die Geschäftsleitung der Policen Direkt Versicherungsvermittlung GmbH. Zusammen mit der bestehenden Geschäftsführung werden sie den Ausbau des zuletzt stark gewachsenen Maklergeschäfts weiter vorantreiben.

mehr ...

Immobilien

McMakler knackt die Milliarden-Marke

Beste Stimmung auf dem Immobilienmarkt: Die Branche spricht bereits vom Superzyklus und ein Ende des Booms sehen Experten derzeit nicht. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Jahresrückblick von McMakler wider.

mehr ...

Investmentfonds

CoCo-Markt: solider Start nach Performance-Rekord in 2019

Das Jahr 2019 wurde zum performancestärksten Jahr für die Anlageklasse der CoCo-Anleihen – und dies direkt nach dem bisher einzigen Jahr mit einer negativen Performance für den CoCo-Markt. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies ein Plus von 15,3 Prozent beim ICE BofAML Contingent Capital Index (hedged in EUR) und einen Kurszuwachs von 19,3 Prozent bei der EUR-Tranche des Swisscanto (LU) Bond Fund COCO.

mehr ...

Berater

Blau Direkt holt Kerstin Möller-Schulz in die Geschäftsführung

Ab Februar ist Kerstin Möller-Schulz neben CEO Lars Drückhammer und Oliver COO Pradetto neue Geschäftsführerin CFO beim Lübecker Maklerpool Blau Direkt.

mehr ...
22.01.2020

Simplify your job!

Sachwertanlagen

RWB steigert Umsatz zum fünften Mal in Folge

Die RWB Group hat im Jahr 2019 bei Privatanlegern und institutionellen Investoren insgesamt mehr als 77,5 Millionen Euro platziert. Mehr als drei Viertel des platzierten Kapitals entfallen auf das Kerngeschäft der Private-Equity-Dachfonds.

mehr ...

Recht

Scholz’ Finanzsteuer auf EU-Ebene in Gefahr

Die von Bundesfinanzminister Olaf Scholz geplante Finanztransaktionssteuer trifft bei den EU-Partnern auf heftigen Widerstand. Scholz’ Vorschlag sei “so nicht akzeptabel”, sagte der österreichische Finanzminister Gernot Blümel am Dienstag in Brüssel. Nötig sei ein neuer Vorschlag, sonst werde Österreich bei der Steuer nicht mitmachen.

mehr ...