Insolvenz: HSH Nordbank lässt Rickmers fallen

Die Hamburger Charterreederei Rickmers Group hat einen Insolvenzantrag angekündigt. Der Vorstand der HSH Nordbank habe seine Zustimmung zu einem Papier über die finanzielle Restrukturierung der Gruppe überraschend verweigert.

Auf den Zeitchartermärkten für Containerfrachter der marktgängigen Größen hat das hohe Flottenwachstum des Jahres 2015 deutliche Spuren hinterlassen.
Endzeitstimmung: Die morgige Gläubigerversammlung soll nun nur noch über den gemeinsamen Vertreter der Anleger beschließen.

Damit sei die positive Fortführungsprognose entfallen.“Der Vorstand der Rickmers Holding AG strebt dabei eine Sanierung in Eigenverwaltung unter Fortsetzung des Geschäfts- und Schiffsbetriebs an“, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit.

Ursprünglich sollten die Gläubiger der Charterreederei an diesem Donnerstag in Hamburg zusammenkommen, um über das Sanierungskonzept für das schwer angeschlagene Unternehmen zu beraten. Dieses ist durch die Weigerung der HSH Nordbank aber in der Form nicht mehr möglich. In der Gläubigerversammlung solle nunmehr ausschließlich die Wahl eines gemeinsamen Vertreters der Anleihegläubiger beschlossen werden, hieß es in der Mitteilung.

275 Millionen Euro Anleihekapital im Feuer

Rickmers war durch die lange und schwere Schifffahrtskrise in Bedrängnis geraten. Das vergangene Geschäftsjahr endete mit einem Verlust von 341 Millionen Euro, die Schulden liegen bei rund 1,5 Milliarden Euro. Dazu zählen auch 275 Millionen Euro, die Anleger der Reederei über eine hochverzinste Anleihe mit einem Coupon von 8,875 Prozent zur Verfügung gestellt haben. Davon werden sie einen Großteil verlieren.

Das Sanierungskonzept hatte vorgesehen, dass die Banken ebenso wie die koreanische Hyundai-Werft und der Alleinaktionär Bertram Rickmers einen Betrag leisten. Bertram Rickmers sollte sich von drei Vierteln seiner Anteile trennen und einen zweistelligen Millionenbetrag aus seinem Vermögen nachschießen. Über eine zwischengeschaltete luxemburgische Holding sollte das Unternehmen erst saniert und dann verkauft werden. Insgesamt hätten sich die verschiedenen Sanierungsbeiträge durch Verzicht, Stundung und Sonstiges nach einer vorläufigen Übersicht auf 706 Millionen Euro belaufen. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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