18. Oktober 2019, 10:16
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Nach Thomas Cook-Insolvenz: Die Pauschalreise ist nicht tot

Die Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook schlägt hohe Wellen. Steckt die Tourismusbranche in der Krise? Mitnichten. Ein Beitrag von Michael Gierse, Aktienfondsmanager bei Union Investment.

Shutterstock 241896625 in Nach Thomas Cook-Insolvenz: Die Pauschalreise ist nicht tot

 

Für hunderttausende Urlauber in Deutschland ist die Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook ein persönliches Ärgernis: Sie haben bei Marken wie Neckermann Reisen, Bucher Last Minute, Öger Tours, Air Marin oder Thomas Signature eine Pauschalreise gebucht – und können ihren Urlaub nicht antreten. Reisen bis einschließlich 31. Dezember hat die deutsche Tochter des britischen Konzerns abgesagt, auch wenn sie ganz oder teilweise bezahlt waren. Die Anzahlung, die bei der Buchung fällig wird, ist auf jeden Fall weg. Einen Teil des Restbetrags dürften sie aufgrund der deutschen Rechtslage erstattet bekommen. Schlimmer trifft es die Kunden des ehemals zweitgrößten europäischen Reisekonzerns in dessen Heimatland Großbritannien und in Skandinavien: Sie bekommen gar nichts.

Was des einen Leid, ist des anderen Freud. Für die TUI AG etwa ist die Pleite von Thomas Cook wie der Hauptgewinn im Lotto. Seit der Insolvenz am 25. September 2019 stieg die Aktie der TUI AG um 6,5 Prozent von 10,80 Euro auf 12,10 Euro (Stand: 18. Oktober).

Anteile verteilen sich neu

Rund zehn Milliarden Euro Umsatz von Thomas Cook müssen neu verteilt werden. Branchenprimus TUI will sich einen großen Anteil davon sichern, um seinen Abstand zur Konkurrenz weiter zu vergrößern. Das Unternehmen gab vor Kurzem bekannt, dass es in den wichtigsten Reisezielen für den deutschen Markt 500.000 und für den britischen Markt zwei Millionen Bettenkapazitäten zugekauft hat – der Reiseveranstalter rechnet also mit zahlreichen neuen Kunden. Zudem signalisierte TUI Interesse an Partnerschaften mit Cook-Reisebüros.

Auch andere, kleinere Anbieter wie Alltours und Schauinsland Reisen sicherten sich einen Teil der Kontingente deutscher Thomas Cook-Töchter.

Die englische Dart Group, Inhaber der drittgrößten britischen Fluglinie Jet2 sowie des Reiseanbieters Jet2Holidays, meldete einen Anstieg der Last Minute-Buchungen seit der Insolvenz des Konkurrenten. Easyjet, bislang eher als Fluglinie mit rund 80 Millionen Passagieren bekannt, forciert einen offensiveren Ausbau des Reisesegments.

Seite 2: Steckt die Branche in der Krise?

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Coronakrise: Welche Versicherungsverträge besonders gefährdet sind

Fast jeder vierte Bundesbürger hat derzeit weniger Geld zur Verfügung als vor der Corona-Pandemie. Zugleich zeigen sich viele Verbraucher sparaktiver als vor der Krise – allen voran jüngere Menschen. Das hat Folgen, auch für Versicherungsverträge. Welche Policen besonders gefährdet sind.

mehr ...

Immobilien

Wird der Immobilienkauf durch Corona schwieriger?

Höhere Preise, knappes Angebot – und jetzt auch noch Corona: Gut jeder zweite Bundesbürger (52 Prozent) vertritt die Meinung, dass der Erwerb von Wohneigentum in den vergangenen zehn Jahren schwieriger geworden ist. Drei Viertel glauben, dass es durch die Corona-Krise sogar noch schwerer werden wird, den Traum vom eigenen Zuhause zu verwirklichen. Insgesamt machen sich zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) aktuell Sorgen über die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Interhyp mit Statista unter 1.000 Bundesbürgern.

mehr ...

Investmentfonds

Klage gegen EY auf 195 Millionen Euro Schadensersatz

Der Insolvenzverwalter der Maple Bank hat die Wirtschaftsprüfer von EY wegen angeblich falscher Beratung bei den umstrittenen “Cum-Ex”-Geschäften zu Lasten der Staatskasse auf 195 Millionen Euro Schadensersatz verklagt.

mehr ...

Berater

Trägt ein Erbe alle finanziellen Risiken?

Kann der Erbe einen Pflichtteilsanspruch wegen einer strittigen Forderung noch nicht abschließend beziffern, muss er den Pflichtteilsanspruch trotzdem ausgleichen. Das Risiko, einen überzahlten Betrag nicht mehr zurückfordern zu können, trägt der Erbe, entschied das OLG Koblenz in seinem Beschluss vom 14.8.2020.

mehr ...

Sachwertanlagen

US Treuhand bringt neuen US-Publikumsfonds

Die US Treuhand legt mit dem „UST XXV“ einen neuen Fonds für private Investoren auf. Über den Alternativen Investmentfonds (AIF) können sich deutsche Anleger ab einer Anlagesumme von 20.000 US-Dollar an Immobilien in Metropolregionen überwiegend im Südosten der USA beteiligen.

mehr ...

Recht

Weiterbildungspflicht – ohne Ausreden!

Das Verwaltungsgericht Ansbach hatte sich mit der Frage zu beschäftigen, ob der Gesellschafter-Geschäftsführer einer Maklerin in Franken absolvierte Weiterbildungszeiten nachweisen muss. Dieser hatte versucht, sich u.a. wegen eines abgeschlossenen zweiten juristischen Staatsexamens dagegen zu wehren. Das Verwaltungsgericht hat die Klage abgewiesen. Ein Beitrag von Rechtsanwalt Jürgen Evers

mehr ...