18. Dezember 2014, 10:46
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Wölbern-Fonds verklagen Alfida

Zwei Holland-Immobilienfonds von Wölbern Invest haben beim Landgericht Hamburg Klage gegen die Wirtschaftsprüfer- und Steuerberatungsgesellschaft Alfida eingereicht. Sie fordern Schadensersatz in Höhe von rund 850.000 Euro wegen fehlerhafter und verzögerter Testierung von Jahresabschlüssen.

Boecher in Wölbern-Fonds verklagen Alfida

Thomas Böcher, Geschäftsführer der Paribus Fondsdienstleistung GmbH.

Konkret handelt es sich dabei um die Fonds Wölbern Holland 65 und Wölbern Holland 68.

Die Forderungen gegen die Wölbern Invest B.V. seien in den Jahresabschlüssen beider Fondsgesellschaften nicht wertberichtigt worden und hätten daher zu einer Falschdarstellung der Vermögens- und Ertragslage geführt, so die Klagebegründung.

“Mit Übernahme des Fonds- und Assetmanagements für Wölbern Holland 65 und 68 haben wir nach sorgfältiger Sichtung der Unterlagen feststellen müssen, dass bereits im Jahr 2011 die Forderungen gegen die Wölbern Invest B.V. nicht werthaltig waren. Im Ergebnis enthalten die Jahresabschlüsse 2011 wesentliche Fehler, so dass der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk bereits zum Zeitpunkt der Erteilung falsch war und nicht hätte abgegeben werden dürfen”, erklärte Thomas Böcher, Geschäftsführer der Paribus Fondsdienstleistung GmbH.

Schadhafte Geldtransfers

Die klagenden Fondsgesellschaften sehen in den fehlerhaften Testaten eine Ursache dafür, dass nach Testatserteilung weitere für die Fonds schadhafte Geldtransfers getätigt werden konnten. “Durch die vorgelegten Testate und den damit erzeugten Schein der Legalität konnten weder die Gesellschafter noch die beteiligten Banken rechtzeitig die unrechtmäßigen Geldentnahmen verhindern”, so Böcher.

Prof. Dr. Heinrich Maria S., der ehemalige Inhaber und Chef von Wölbern Invest, steht derzeit in Hamburg vor Gericht. Ihm wird gewerbsmäßige Untreue in 360 Fällen vorgeworfen. Laut Staatsanwaltschaft Hamburg soll er 137 Millionen Euro aus Immobilienfonds unrechtmäßig abgezweigt haben. In Höhe von 37 Millionen Euro soll er sich persönlich bereichert haben. S. bestreitet die Vorwürfe. Der frühere Wölbern-Chef war im September vergangenen Jahres verhaftet worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. (kb)

Foto: Paribus

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