„Anfangswehen werden bald vergessen sein“

Anfang Februar trifft sich die Branche der Sachwertanlagen zum sechsten Mal auf dem BSI-Summit. Mit BSI-Hauptgeschäftsführer Eric Romba sprach Cash. über inhaltliche Schwerpunkte des Kongresses und neue Regulierungsvorhaben aus Berlin.

Eric Romba, BSI: „Die Praxis des KAGB wird wieder ein starkes Thema sein.“

Cash.: Herr Romba, im letzten Jahr sind nur rund 20 Publikumsfonds nach neuem Recht aufgelegt worden. Warum verläuft der Start in die neue KAGB-Welt bisher so zäh?

Romba: Das hat mehrere Ursachen. Zunächst einmal haben viele Unternehmen erst die Erteilung der KVG-Zulassung abgewartet, bevor sie sich ins Zulassungsverfahren für einzelne Produkte begeben haben. Die Zulassungsverfahren haben deutlich länger gedauert als erwartet. Zum Teil haben die Häuser mehr als 48 Wochen auf einen Bescheid von der Aufsicht gewartet.

Parallel mussten sich die Prozesse innerhalb der Finanzaufsicht einspielen, denn auch die Behörde hat mit der praktischen Umsetzung des KAGB Neuland betreten. Und auch die Interaktion der Anbieter mit den einzelnen Referaten der Aufsicht musste sich erst etablieren.

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Hinzu kamen zahlreiche Auslegungsfragen, die erst im Laufe des Jahres geklärt werden konnten. Das hat die Prozesse zusätzlich verlangsamt. Aber eines lässt sich sicher sagen: Die „Anfangswehen“ werden bald vergessen sein, das Produktgeschehen wird in den nächsten Monaten deutlich an Fahrt aufnehmen.

Die Bundesregierung hat mit dem Kleinanlegerschutzgesetz bereits das nächste Regulierungsvorhaben beschlossen. Der Gesetzentwurf, der das Kabinett passiert hat, sieht unter anderen eine Erweiterung der Prospektpflicht auf partiarische Darlehen und Nachrangdarlehen vor. Waren die neuen Regeln aus Ihrer Sicht erforderlich?

Die Ausdehnung der Regulierung auf bislang überwiegend unregulierte Produkte ist im Grundsatz richtig, weil sie Wettbewerbsnachteile ausgleicht. Es kann nicht angehen, dass das Ergebnis der umfangreichen KAGB-Regulierung zu einer Orientierung in die Bereiche führt, wo möglichst wenig Aufsicht und Dokumentation zu erwarten sind. Das straft all jene Unternehmen, die die Kosten und Mühen der KAGB-Regulierung auf sich genommen haben. Und es konterkariert den Gedanken eines möglichst umfassenden Anlegerschutzes.

Seite zwei: „Interesse spürbar stärker als zum Summit 2014“

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