Kommt die Sachwertbranche nun doch in Schwung?

Ein überraschend positives Bild des Marktes zeichneten die Teilnehmer des 6. Cash. Branchengipfels Sachwertanlagen am vergangenen Donnerstag. Der Löwer-Kommentar

"Nach den Beiträgen auf dem Cash. Branchengipfel ist die Lage weitaus besser als die Stimmung."
„Nach den Beiträgen auf dem Cash. Branchengipfel ist die Lage weitaus besser als die Stimmung.“

In der exklusiven Runde aus Vertretern von sieben Emissionshäusern/Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVGen), zwei Beratungsunternehmen, der Baader Bank sowie zwei Herren der Finanzaufsicht Bafin berichteten die Teilnehmer von einem steigenden Interesse an alternativen Investmentfonds (AIF), vor allem aus dem Bereich des freien Vertriebs. Schon die Ankündigung neuer Fonds sorge für rege Nachfrage.

Zwar gebe es weiterhin auch Vorbehalte, diese seien zuletzt jedoch spürbar zurückgegangen, erklärten mehrere der KVG-Chefs. Die Nachfrage von Anlegern nach Sachwerten sei ohnehin vorhanden und müsse vom Vertrieb lediglich bedient werden.

Auch die Zukunftsaussichten der Branche wurden durchweg positiv beurteilt – nach dem äußerst schwachen ersten Halbjahr 2016 durchaus überraschend. Voraussetzung allerdings sei, dass keine weiteren Hiobs-Botschaften und Skandale auftauchen, die dann erneut der gesamten Branche angelastet werden.

Weitere Steigerung des Mittelzuflusses

Nun mögen die Statements einen guten Schuss Zweckoptimismus enthalten. Doch der positive Trend wird auch durch Fakten belegt: Die neueste Bundesbank-Statistik zu geschlossenen Investmentvermögen, die letzten Montag veröffentlich wurde.

Demnach lag der Mittelzufluss der Branche im Juli bei insgesamt 287 Millionen Euro. Das lag satte 360 Prozent über dem Tiefpunkt im März und auch spürbar über dem schon hohen Wert vom Juni (228 Millionen Euro). Die Juli-Zahl übertraf sogar knapp den bisherigen Spitzenwert, den die seit September letzten Jahres geführte Bundesbank-Statistik für Dezember 2015 ausweist.

Noch ist es sicherlich zu früh, von einer nachhaltigen Erholung zu sprechen. Das werden die nächsten Monate zeigen. Zu oft schon hat sich ein scheinbarer Aufschwung als Strohfeuer erwiesen. Eine Differenzierung zwischen Publikums- und Spezialfonds für (semi-)professionelle Investoren nimmt die Bundesbank zudem nicht vor. Die dominierende Einschätzung des Branchengipfels jedoch war: Der positive Trend wird sich fortsetzen.

Seite zwei: Engpass Objektbeschaffung

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