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19. Mai 2008, 00:00
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Allianz: Keine Probleme im Vertrieb

Der Münchener Allianz-Konzern hat einen Pressebericht als falsch zurückgewiesen, wonach ein Drittel der 10.000 Vertriebs-Agenturen in Deutschland vor großen Schwierigkeiten stehen. Dass die Umstrukturierung zu längeren Bearbeitungszeiten führt, bestritt die Gesellschaft indes nicht.

Am 17. Mai hatte die ?Wirtschaftswoche? gemeldet, dem Konzern stehe ein großflächiger Verlust von Versicherungsagenturen bevor. ?In den kommenden Jahren wird bei jeder dritten Allianz-Vertretung das Licht ausgehen?, zitiert das Blatt einen namentlich nicht genannten ?hohen Allianz-Manager?.

Ursache dafür seien die hohe Verschuldung bei der Einrichtung der Agenturen, der verschärfte Wettbewerb, die mangelnde Qualifikation der Vertreter sowie die strengeren Vorgaben des Konzerns. Allein in Bayern hätten rund 15 Prozent der Agenturen ihren Vertrag mit der Allianz gekündigt, heißt es in dem Bericht weiter.

Ausbau der Ausschließlichkeitsorganisation

?Die Fluktuationsquote liegt bundesweit bei rund drei Prozent, in Bayern sind es 1,8 Prozent?, betont Allianz-Sprecher Lothar Landgraf gegenüber cash-online und weist damit die Angaben der ?Wirtschaftswoche? als falsch zurück. Im Gegenteil: Für die Ausschließlichkeitsorganisation ? mit 70 bis 80 Prozent des Neugeschäfts der wichtigste Vertriebsweg der Allianz ? seien in diesem Jahr 2.000 Neueinstellungen geplant.

Dass es im Zuge der Umstrukturierung zu längeren Bearbeitungszeiten der Verträge und Schadensfälle kommt, verneinte Landgraf jedoch nicht. Die im Bericht genannten 54.000 unbearbeiteten Verträge und Schäden in Nordwestdeutschland seien aber ebenfalls nicht korrekt. Konkrete Zahlen könne er jedoch nicht nennen. Der Konzern sei bemüht, die Schäden für Kunden und Vermittler gering zu halten, so der Sprecher.

Auch die Angaben aus dem Strategiepapier des Personalvorstands Ulrich Schumacher bestritt Landgraf nicht. Demnach sei es zwischen Anfang 2006 und Sommer 2007 zu Abgängen von Leistungsträgern im Controlling, bei IT- und Finanzspezialisten sowie bei den Versicherungsmathematikern gekommen. Dem solle kurzfristig entgegengewirkt werden. ?Bei einem Abbau von 5.700 Vollzeitstellen gehört es zu den Pflichten der Personalabteilung, Leistungsträger im Unternehmen zu halten?, kommentiert Landgraf. (hi)

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