Studie: Assekuranz klagt über Kostenexplosion

Die Ausgaben für Vertrieb, Kundenberatung und administrative Prozesse sind nach Ansicht der Versicherer zu hoch. Grund dafür seien die Umsetzung der VVG-Novelle, der EU-Dienstleistungsrichtlinie und diverse Wachstumsinitiativen. Zudem gibt es bei der Umsetzung der neuen gesetzlichen Regelungen noch Nachholbedarf.

ExplosionDas ist das Ergebnis der Studie „Branchenkompass Versicherungen Spezialausgabe“ von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut. 100 Führungskräfte aus den größten Versicherungsunternehmen in Deutschland wurden befragt.

So klagt jeder zweite Entscheider über erheblichen Mehraufwand in der Kundenberatung und deutlich höhere Druck- und Portoausgaben; vor allem die Personenversicherer seien davon betroffen, so die Studie.

Die Unternehmen haben außerdem in zahlreiche Maßnahmen investiert, um beispielsweise den neuen strengeren Beratungspflichten gerecht zu werden: 84 Prozent haben sowohl die Innendienstkräfte als auch die Vertriebspartner geschult. Doch in jedem dritten Unternehmen beherrschen die Mitarbeiter trotz Schulungen nur teilweise die Prozesse.

Maßnahmen: Kosten runter – Prozesse automatisieren

Versicherer wollen der Studie zufolge den Kostenanstieg in Beratung und Vertrieb bremsen, allein schon deshalb, weil sie im Wettbewerb um die Neupositionierung von Produkten und Vertrieb mithalten wollen.

Dazu intensivieren 82 Prozent der Entscheider ihre Vertriebsunterstützung. Dabei spielen beispielsweise internetbasierte Verkaufssysteme für Versicherungsprodukte eine Rolle, die direkt an das Bestandssystem des Versicherers angebunden sind. 66 Prozent der Versicherer planen zudem Maßnahmen zur Entlastung der Vermittler von bürokratischen Arbeiten, wie etwa der Bearbeitung eines Kundenauftrags.

Daneben spielen Maßnahmen zur Automatisierung ebenfalls eine Rolle und wurden bereits eingeleitet. So haben mehr als drei Viertel der Entscheider Prozesse bereits ganz oder größtenteils standardisiert, um die Effizienz insbesondere bei Wachstumsstrategien zu steigern. Beispiele sind die Dokumentendigitalisierung (75 Prozent) und die Synergiehebung in einzelnen Servicebereichen (55 Prozent). (ks)

Foto: Shutterstock

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