Rechtsschutzversicherer Arag bündelt Europa-Geschäft

Der Aufsichtsrat des Düsseldorfer Rechtsschutzversicherers Arag hat grünes Licht für den Umbau der europäischen Konzernstruktur gegeben. 2012 sollen sechs europäische Tochtergesellschaften als Niederlassungen unter dem Dach einer Arag SE zusammengeführt werden.

europaMit dem Zusatz SE firmiert der Konzern zu einer europäischen Aktiengesellschaft. Die Niederlassungen in den Niederlanden, Belgien, Österreich, Slowenien, Italien und Spanien werden nun im Rahmen eines Notifikationsverfahrens bei der Finanzaufsicht Bafin angemeldet. Das Verfahren, auch „Europäischer Pass“ genannt, ist für alle Versicherer erforderlich, die ihre Tätigkeit EU-weit ausüben.

Die formelle Umwandlung der Arag Allgemeine Rechtsschutz-Versicherungs-AG in die Arag SE soll in den kommenden Wochen abgeschlossen werden. Eine erforderliche Mitbestimmungsvereinbarung mit den europäischen Arbeitnehmervertretern wurde bereits unterzeichnet. Die erforderliche Eintragung durch das Registergericht steht allerdings noch aus. Die Verschmelzung selbst wird sich laut Arag über das gesamte nächste Jahr erstrecken.

Die Pläne sehen zudem vor, eine neue Führungsstruktur zum 1. Januar 2012 aufzubauen. Die Aufgabenverteilung im Konzernvorstand soll dazu neu verteilt werden.

Sämtliche vertrieblichen Aufgaben und Funktionen des bisherigen Doppel-Ressorts „Konzern International/Vertrieb National“ werden dazu in ein neu geschaffenes Ressort „Konzern Vertrieb“ unter der Führung von Dr. Johannes Kathan übertragen. Die sonstigen Aufgaben des bisherigen internationalen Ressorts gehen auf die bestehenden Linienfunktionen der anderen Vorstandsressorts über.

„Wir werden künftig das internationale Geschäft des Arag-Konzerns funktionaler und arbeitsteiliger innerhalb des Vorstandsteams führen. Das ist auch die Konsequenz aus der sehr erfolgreichen Entwicklung dieses Geschäftsfeldes. Seit 2001 sind die Prämieneinnahmen in diesem Bereich um 90 Prozent gewachsen“, sagt Dr. Paul-Otto Faßbender, Vorstandvorsitzender und Mehrheitsaktionär der Arag.

Mit Blick auf die Wachstumsziele des Unternehmens im In- und Ausland sei es zudem geboten, ein schlagkräftiges national wie international aufgestelltes Vertriebsressort zu schaffen.

„Für den Arag-Konzern beginnt nun eine Phase der intensiven Umsetzungsarbeit. Wir passen unsere nationale und internationale Unternehmensstruktur an künftige Herausforderungen an“, so Faßbender. Dadurch würde ein neu strukturierter europäischer Konzern geschaffen, dessen Führung und Steuerung sehr viel genauer auf die Unternehmenswirklichkeit zugeschnitten sei.

„Es ist wenig zeitgemäß, die Arag so zu managen, als wäre sie ein nur in Deutschland aktiver Nischenanbieter. Dazu hat sich das Unternehmen zu stark verändert“, ergänzt Faßbender. Zudem erleichtere die neue Struktur die Führung des Unternehmens in den strenger regulierten europäischen Versicherungsmärkten.

Zu den Schwerpunkten des Arag-Konzerns gehört das Rechtsschutzgeschäft. Hinzu kommen Töchterunternehmen im deutschen Komposit-, Kranken- und Lebensversicherungsgeschäft sowie internationale Gesellschaften und Beteiligungen in zwölf europäischen Ländern und den USA.

Mit knapp 3.500 Mitarbeitern erwirtschaftet der Konzern ein Umsatz- und Beitragsvolumen von knapp 1,5 Milliarden Euro. (lk)

Foto: Shutterstock

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