Kraftfahrtversicherung: Grundlage für Ertrags-Trendwende

Thomas Michels, Vorstand Schaden- und Unfallversicherungen bei der Axa, sieht in der Kraftfahrtversicherung wichtige Grundlagen für die Ertrags-Trendwende erfüllt. Im Interview mit Cash. sagt er zudem, wie der Versicherer mit dem Trend zu einer verstärkten Vereinfachung und Digitalisierung umgeht.

Kraftfahrtversicherung: Thomas Michels, Axa
„Im Vertrieb sehen wir einen klaren Trend zur Digitalisierung.“

Cash.: Der Axa-Konzern hat im vergangenen Jahr sein stärkstes Wachstum im Bereich Schaden- und Unfallversicherung erzielt (plus 5,1 Prozent), während der Bereich Vorsorge rückläufig war. Wird diese unterschiedliche Entwicklung auch langfristig zu beobachten sein?

Michels: Wir haben uns schon im Jahr 2012 insbesondere im Neugeschäft in allen Bereichen auf profitables Geschäft fokussiert und streben auch weiter selektives Wachstum an.

In der Schaden- und Unfallversicherung sind wir mit unserem breiten Produktangebot gut aufgestellt.

Potenzial sehen wir zum Beispiel durch den im Mai neu eingeführten Kraftfahrtversicherungstarif sowie in der Unfallversicherung und im Firmengeschäft.

In der Kraftfahrtversicherung konnten Sie mit 6,1 Prozent stark zulegen. Was waren die Erfolgsfaktoren, und ist damit eine Trendwende im schwierigen Kfz- Versicherungsgeschäft erreicht?

Wir befinden uns in einer Phase, in der das marktweite Preisniveau eher ansteigt als fällt. Unser Beitragswachstum aus dem vergangenen Jahr resultierte vor allem aus dem positiven Jahreswechslergeschäft Anfang 2012 und notwendigen Beitragsanpassungen. Damit wurden wichtige Grundlagen für die Ertrags-Trendwende in der Kfz-Versicherung gelegt.

Welche Trends beobachten Sie im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft?

Einfachheit – sowohl in Bezug auf Produkte als auch Prozesse. Deshalb besteht eines unserer wichtigsten Ziele darin, Komplexität zu reduzieren und damit auch unseren Partnern und Vermittlern ein umfassendes, aber auch übersichtliches und gut positioniertes Lösungsspektrum zu bieten.

Das fängt bei den Produkten an, setzt sich bei den Prozessen fort und geht hin bis zum Service für unsere Kunden und Vertriebspartner. So werden wir beispielsweise unseren „Schadenservice360°“, mit dem unsere Kunden Zeit und Aufwand sparen und von wertvollen Zusatzservices profitieren, weiter ausbauen.

Welche Entwicklung sehen Sie im Vertrieb?

Im Vertrieb sehen wir vor allem einen klaren Trend zu Digitalisierung und Prozessautomatisierung. Neben der stärkeren und intelligenten Vernetzung unserer Ausschließlichkeitsorganisation mit Direktvertriebsformen geht es im Makler- und Partnervertrieb darum, Prozesse zwischen Vertriebspartnern und Axa konsequent technisch zu verzahnen und damit die Zusammenarbeit mit Axa für den Geschäftspartner effizienter zu gestalten.

Im Rahmen unserer Initiative Digitalisierung haben wir viele Grundlagen für die digitalisierte Zusammenarbeit mit unseren Geschäftspartnern geschaffen und uns beispielsweise bei technischen Dienstleistern der Makler angebunden, sodass diese in ihrem Arbeitsumfeld direkt auf Daten von Axa-Verträgen zugreifen und Prozesse auch direkt digitalisiert abwickeln beziehungsweise anstoßen können.

Darüber hinaus haben wir eine iPad-basierte Makler-Thek entwickelt, die auch der veränderten Endgerätenutzung Rechnung trägt.

Besteht die Möglichkeit, dass Sie sich von unprofitablen Sparten mittel- bis langfristig trennen werden?

Wir werden auch in Zukunft Vollsortimenter bleiben – allerdings nur dort, wo wir unser Geschäft auch nachhaltig profitabel betreiben können und auch Nachfrage vorhanden ist.

Im Arzthaftpflichtbereich bieten wir beispielsweise als einer der wenigen Anbieter weiterhin allen medizinischen Fachrichtungen mit ihren unterschiedlichen Berufsrisiken Versicherungsschutz. Dieser Ansatz bedingt, dass wir Versicherungsschutz ausnahmslos kostendeckend anbieten – alles andere wäre nicht nachhaltig.

Interview: Lorenz Klein

Foto: Axa

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