Anzeige
11. März 2014, 12:48
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Naturkatastrophen schmälern Gewinn der Allianz Deutschland

Naturkatastrophen in Deutschland, wie die Flut in Bayern und Ostdeutschland sowie heftige Hagelstürme, haben im vergangenen Jahr zu deutlichen Gewinneinbußen bei der Allianz Deutschland geführt. Wie der Versicherer heute in Unterföhring bei München mitteilte, ging der operative Gewinn um 21 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zurück (2012: 2,0 Milliarden Euro).

Naturkatastrophen in Deutschland

Dr. Markus Rieß, Chef der Allianz Deutschland, präsentiert die Zahlen des Geschäftsjahres 2013. Naturkatastrophen in Deutschland haben den Gewinn geschmälert.

Nach Rückversicherung beläuft sich der Nettoaufwand für Naturkatastrophen nach Allianz-Angaben auf 651 Millionen Euro, wovon 206 Millionen Euro auf die Flut und 445 Millionen Euro auf die Sturm- und Hagelereignisse entfallen. Die finanzielle Mehrbelastung durch Naturkatastrophen in Deutschland erhöhte die Schaden-/Kostenquote (Combined Ratio) der Allianz deutlich: Diese stieg von 96,8 Prozent in 2012 auf gerade noch profitable 99,5 Prozent in 2013.

Gleichwohl halten die Münchener an ihrem Ziel fest, bis Ende 2014 eine Combined Ratio von 95,0 Prozent anzustreben. In der Sachversicherung gibt die Combined Ratio das Verhältnis von Kosten und Schadenaufwand zu den verdienten Beiträgen wider – liegt der Wert unter 100 Prozent ist die Sparte profitabel, liegt er höher, schreibt ein Versicherer rote Zahlen.

Kerngeschäft kann Belastungen zum Teil kompensieren

“Mit einem Gewinn von 1,6 Milliarden Euro können wir angesichts der Aufwendungen für Naturkatastrophen in Deutschland zufrieden sein”, bilanzierte Dr. Markus Rieß, Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland. Das gut verlaufene, profitable Kerngeschäft habe die schweren Belastungen zum Teil kompensieren können, so Rieß. Der Umsatz der Allianz Deutschland legte um 6,8 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro zu (2012: 27,9 Milliarden Euro).

In der Schaden- und Unfallversicherung kletterten die Beitragseinnahmen um 1,1 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro. Zum Wachstum trug dabei vor allem das Firmengeschäft mit einem Plus von 5,9 Prozent bei. Die Autoversicherung der Allianz erzielte eine Steigerung der Beitragseinnahmen um 3,4 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Der Zuwachs geht vor allem auf das Direktgeschäft zurück. So erzielte die Direktversicherungstochter AllSecur ein Plus von 80.000 versicherten Fahrzeugen.

Rieß zufrieden mit Start von “Perspektive”

In der Lebensversicherung stiegen die Beitragseinnahmen um zwölf Prozent auf 17,0 Milliarden Euro. Grund hierfür war das merklich anziehende Geschäft gegen Einmalbeiträge (plus 29,8 Prozent). Die laufenden Beiträge wuchsen hingegen nur leicht um 1,2 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro.

Zufrieden äußerte sich Rieß über das im Juli 2013 eingeführte Altersvorsorgeprodukt “Perspektive”, das ohne klassischen Garantiezins auskommt: Mit fast 20.000 abgeschlossenen Verträgen mit einer Bewertungssumme von mehr als 720 Millionen Euro sei der Start von Perspektive “die bisher erfolgreichste Produkteinführung” der Allianz Lebensversicherung, erklärte der Vorstandsvorsitzende.

Schwieriges Krankenversicherungsgeschäft

Als Baustelle im Konzern erweist sich abermals die Krankenversicherung. Die Sparte konnte ihre Beitragseinnahmen mit 3,3 Milliarden Euro zwar auf konstantem Niveau halten. Allerdings sanken die Neubeiträge um 20,7 Prozent auf 74 Millionen Euro. Der Versicherer führt diese Entwicklung auf die Umstellung auf die Unisex-Tarife, die Absenkung des Rechnungszinses sowie die Diskussion um die Bürgerversicherung zurück. Zum Ende des Jahres waren in der privaten Krankenversicherung (PKV) 2,6 Millionen Personen versichert, das sind 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Rieß lässt seine persönliche Zukunft offen

Zu Gerüchten, dass der Allianz-Deutschland-Chef baldiger Nachfolger von Allianz SE-Chef Michael Diekmann wird, wollte sich Rieß nicht explizit äußern – darüber würde im Oktober 2014 der Aufsichtsrat der Allianz SE entscheiden, so Rieß. Wie ein Dementi klang dies nicht. (lk)

Foto: Allianz

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...