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5. Februar 2014, 08:10
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Ist eine BU-Absicherung über die Betriebsrente sinnvoll?

Immer mehr Verbrauchern wird eine selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) über die betriebliche Altersversorgung (bAV) angeboten. Das Argument: Anders als bei einer herkömmlichen SBU kann die Betriebs-BU vom Bruttolohn des Mitarbeiters finanziert werden, so dass ihm effektiv mehr vom Nettolohn bleibt. Doch das Modell ruft Kritik hervor. Was sind die Hintergründe für diese Diskussion?

Gastbeitrag von Stephan Kaiser, BU-Expertenservice

Arbeitslosengeld-stephan-kaiser in Ist eine BU-Absicherung über die Betriebsrente sinnvoll?

Das Ruhen des Arbeitsverhältnisses (beispielsweise durch Elternzeit) birgt viel Gefahrenpotential für die bAV, besonders für die SBU.

Die bAV ist aufgrund der vielen unterschiedlichen Rechtsgebiete, die sie streift, sehr komplex. Deshalb beschränke ich mich im Folgenden nur auf die bAV nach Paragraf 3 Abs. 63 Einkommensteuergesetz (EStG), und hier speziell auf die Direktversicherung. Andere Durchführungswege, insbesondere die Unterstützungskasse oder Direktzusage, sollen hier ausdrücklich nicht Gegenstand des Artikels sein.

Auch auf die Gefahr hin, Altbekanntes aufzuwärmen: die Direktversicherung ist nicht alleine die Direktversicherungspolice. Eine bAV ist nach Paragraf 1 Abs.1 Betriebsrentengesetz (BetrAVG) immer eine arbeitsrechtliche Zusage des Arbeitgebers an seinen Arbeitnehmer, für deren Erfüllung der Arbeitgeber auch einzustehen hat.

Berater oft aus Prinzip gegen eine SBU in der bAV

Es könnten, vor allem bei falscher Behandlung der Materie bAV, durchaus Fälle eintreten, in denen der Versicherungsvertrag der Direktversicherung nicht mehr existiert, die arbeitsrechtliche Zusage aber weiterhin gültig ist.

Mit der Konsequenz, dass sie der Arbeitgeber unter Umständen selbst aus eigenen Mitteln zu begleichen hat. Deshalb sind viele Arbeitgeber und deren Berater oft schon aus Prinzip und reiner Vorsicht gegen eine SBU in der bAV.

Bei korrekter Behandlung und kompetenter Beratung sind die Probleme aber überschaubar. Die bAV sollte stets von einem Makler betreut werden, der auch die entsprechenden Kenntnisse in der bAV nachweisen kann und sich auch dauerhaft zur Betreuung der vermittelten bAV bekennt.

“Störfälle” in der bAV

Warum ist der kompetente bAV-Berater so wichtig? Der durchschnittliche deutsche Arbeitnehmer wechselt in etwa alle fünf Jahre seinen Arbeitgeber. So kommen in einer durchschnittlichen Erwerbsbiographie schnell weit über eine Hand voll ehemalige Arbeitgeber zusammen.

Bei einer Direktversicherung aber ist der Arbeitgeber nicht nur der Versicherungsnehmer, nein, er hat auch das Recht, selbst den Anbieter seiner bAV auszuwählen. Wechselt nun der Arbeitnehmer zu einem anderen Arbeitgeber, steht er dann vor einem Problem, wenn der neue Arbeitgeber den bestehenden Vertrag nicht übernehmen möchte. Was also tun? Im Wesentlichen kann er nur

• entweder den Vertrag privat weiterführen (und eventuelle Gruppenvertragskonditionen verlieren); dann hätte der Arbeitnehmer die SBU auch gleich privat abschließen können.
• oder stilllegen und dann gegebenenfalls beim neuen Arbeitgeber entsprechend dessen bAV-Angebotes neu abschließen (mit höherem Eintrittsalter und dem Risiko ausgesetzt, eine eventuelle vorvertragliche Gesundheitsprüfung nicht zu bestehen).

Bestehende bAV in die Vertragsverhandlungen mit dem neuen Arbeitgeber aufnehmen

Die Möglichkeit einer Übertragung nach Paragraf 4 BetrAVG entfällt bei einer SBU aus offensichtlichen Gründen. Der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer benötigen in dem Moment die Beratung und Begleitung des Vermittlers, auch deshalb, weil hier meist Fristen zu beachten sind.

Ich empfehle, die bestehende bAV in die Vertragsverhandlungen mit dem neuen Arbeitgeber aufzunehmen; hier besteht unter Umständen eine größere Chance dafür, dass die bestehende bAV übernommen wird. Auch der gut vernetzte bAV-Berater kann hier immer wieder hilfreich sein.

Seite zwei: Gefahrenpotential bei Ruhen des Arbeitsverhältnisses

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7 Kommentare

  1. Es spricht aber für den Einschluß der BU in die betr. Altersvorsorge, dass bei AN die keine BU in der 3. Schicht bekommen, über einen Gruppenvertrag ohne Gesundheitsfragen abgesichert werden können.

    Kommentar von Trapkowski — 10. Februar 2014 @ 15:37

  2. Wer vom „Nichtleistungsfall“ ausgeht und darauf baut, dass die Überschüsse des Versicherers stabil bleiben (nur dann bleibt auch die Gesamtrente stabil, auf die man i.d.R. abstellen wird), kann über eine SBU als bAV nachdenken. Wenn er privat versichert ist umso mehr. Ansonsten muss ich in der bAV auf die Garantierente gehen. Dann weis ich, was ich im Leistungsfall bekomme.
    Am einfachsten ist die SBU oder BUZ (ja, kann auch mit einer Risiko-LV sinnvoll sein) im Privatbereich angesiedelt. Keine Rechenspielchen bezüglich der Überschüsse, keine Spielchen bei AG-Wechsel, sondern Beitragsverrechnung. Das ist einfach und gut.
    Bei bereits vorhandenen Rentenversicherungen mit entsprechend hohem Beitrag in der bAV sind Beitragsdynamiken zum Inflationsausgleich nur schwer oder gar nicht darstellbar – und das ist das eigentliche OK Kriterium für die bAV.
    Also: Qualifizierten MAKLER suchen, Marktvergleich mit Leistung- und Preisvergleich (Preis = sekundär) anfertigen lassen, abschließen. Gut versichert sein.

    Kommentar von Stefan Prüß — 7. Februar 2014 @ 14:48

  3. Sehr geehrter Herr Kaiser,

    Sie weisen treffenderweise auf die möglichen Überschusssysteme “verzinsliche Ansammlung” und “Leistungsbonus” mit dem Verweis auf § 16 BetrAVG hin.

    Ergänzend dazu sei an dieser Stelle noch aus § 2 Abs. 2 S. 2 Nr. 2 BetrAVG hingewiesen. Demnach besteht die Möglichkeit der versicherungsvertraglichen Lösung nur dann, wenn “vom Beginn der Versicherung, frühestens jedoch vom Beginn der Betriebszugehörigkeit an, nach dem Versicherungsvertrag die Überschußanteile nur zur Verbesserung der Versicherungsleistung zu verwenden sind”. Viel ärgerlicher als die Anpassung der laufenden Renten könnte es nämlich sein, wenn der Arbeitgeber sich durch das “falsche” Überschusssystem ungewollt einen ratierlichen Anspruch bei Ausscheiden “einfängt”.

    Herzliche Grüße

    Christian Schröder

    Kommentar von Christian Schröder — 6. Februar 2014 @ 14:20

  4. @Nils Fischer
    Privat geführte BU Renten unterliegen dem Ertragsanteil nach Einkommenssteuer Durchführungsverordnung.

    Die Renten aus der bAv, deren Beiträge steuerfrei waren, sind voll zu versteuern.

    Jetzt kommt es dann noch auf die persönlichen Verhältnisse (Freibeträge etc. an) .

    Kommentar von Tim Tasche — 6. Februar 2014 @ 13:58

  5. Woher kommt nur diese Legende, das die BU Leistungen aus der BAV höher besteuert werden als aus einer privaten ? Gem. BMdF handelt es sich in beiden Fällen um eine “zeitlich begrenzte Leibrente”.

    Kommentar von Nils Fischer — 6. Februar 2014 @ 13:00

  6. Es sprechen zwei gravierende Punkte gegen eine BU in der bAV (Direktversicherung): der Arbeitgeber als Vn haftet für die korrekte und vollständigen Gesundheitsangaben und ist bei einer vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung im Leistungsfall beweispflichtig. Wird nach einem AG-Wechsel schwierig und führt zu langwierigen Verzögerungen in der Leistungserbringung. Desweiteren sind die Leistungen aus einer BU deutlich höher steuerpflichtig als bei einer privaten BU-Rente. darüberhinaus sind auf die Leistungen nach Sozialversicherungsbeiträge (§ 229 SGB V) bis zur jeweiligen BBG zu erbringen. In der Regel dürften diese Hinweis in den Beratungsprotokollen der Vermittler fehlen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Matthias Karl

    Kommentar von Matthias karl — 6. Februar 2014 @ 07:20

  7. Sehr geehrter Herr Kaiser,

    ergänzend zu Ihren Ausführungen möchte ich zwei Bemerkungen abgeben:

    1) nur in der BAV können z. B. VL-Beiträge steuer- u. sozialversicherungsfrei angelegt werden, dies gilt auch für die Verwendung der VL für die SBU.
    2) bei Kollektivverträgen (Gruppenkonditionen) schlägt die SBU in der BAV die private BU als SBU deutlich.
    Diese Vorteile sprechen eindeutig für die SBU in der BAV, der Nettoaufwand der versicherten Person verringert sich somit deutlich. In schwierigen Zeiten wie diesen geht es im erfolgreichen Vertrieb auch darum, mögliche Konstellationen zu optimieren und offen anzusprechen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Stefan Fetzer

    Kommentar von Fetzer Stefan — 5. Februar 2014 @ 22:52

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