Nach Rekordergebnis: Hanse Merkur will Wachstumskurs fortsetzen

Trotz Rückschläge im Neugeschäft der privaten Krankenversicherung (PKV) vermeldet die Hanse-Merkur-Versicherungsgruppe aus Hamburg gute Zahlen. Die Beitragseinnahmen stiegen im vergangenen Jahr um 9,6 Prozent im Vergleich zu 2012 auf einen Rekordwert von 1,58 Milliarden Euro. An ihrer Wachsstumstrategie wollen die Hanseaten festhalten.

Zufriedene Mienen bei Vorstand Eberhard Sautter, Vorstandschef  Fritz Horst Melsheimer und Pressesprecher Heinz-Gerhard Wilkens (von links) anlässlich der Bilanzpressekonferenz der Hanse-Merkur-Versicherungsgruppe in Hamburg.

Auch der Überschuss vor Steuern habe mit 208 Millionen Euro den höchsten Stand der Unternehmensgeschichte erreicht, teilte der Ende Juni ausscheidende Vorstandschef Fritz Horst Melsheimer gestern in Hamburg mit.

Für die Zukunft hat sich der mittelgroße Versicherer ehrgeizige Ziele gesteckt: Nach einer kleinen Verschnaufpause in 2014, in dem man mit einem moderaten Prämienwachstum auf Marktniveau (2013: plus drei Prozent) rechnet, soll es anschließend wieder rasant aufwärts gehen. Ziel sei es, so Melsheimer, bis spätestens 2018 die zweite Beitragsmilliarde zu erreichen.

„Wir werden bei der Wachsstumstrategie bleiben“, resümmierte der 63-Jährige auf seiner letzten Bilanzpressekonferenz. Nach zwölf Jahren an der Spitze der Hanse Merkur übergibt Melsheimer im Sommer die Führung an den langjährigen Vorstand Eberhard Sautter.

Wiedererstarken der PKV soll für neues Wachstum sorgen

Die Wachstumshoffnungen der Hanseaten ruhen vor allem auf ein Wiedererstarken des PKV-Geschäfts. Hier musste die Hanse Merkur zuletzt kleinere Brötchen backen. Zwar stiegen die Beitragseinnahmen in der Sparte „Gesundheit und Pflege“ um immerhin 5,4 Prozent (Branche: 0,7 Prozent), doch das Neugeschäft brach um 36 Prozent ein. Melsheimer führt das deutliche Minus auf die unsicheren Zukunftsaussichten der PKV vor der Bundestagswahl im Herbst 2013 zurück. Inzwischen sehe man aber klarer, gab sich der Hanse-Merkur-Chef optimistisch.

Melsheimers Einschätzung gründet sich darauf, dass für gesetzlich Krankenversicherte ab dem 1. Januar 2015 Zusatzbeiträge zur Regel werden. Kassen, die entsprechende Aufschläge auf den dann geltenden Beitragssatz von 14,6 Prozent (aktuell: 15,5 Prozent) erheben, müssen ihren Versicherten ein Sonderkündigungsrecht einräumen. Ab Mitte des Jahres sollen erste Prognosen zur möglichen Höhe der Zusatzbeiträge veröffentlicht werden. Für PKV-Vermittler könnte sich dies als Steilvorlage erweisen und der Hanse Merkur womöglich ein anziehendes PKV-Neugeschäft bescheren. (lk)

Foto: Michaela Kuhn

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