25. August 2014, 08:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

LVRG: “Größtes Jahresendgeschäft aller Zeiten”

Die großen Maklerpools sind trotz anhaltend schwieriger Marktbedingungen mit dem vergangenen Geschäftsjahr zufrieden. Im Rahmen eines Round Table-Gesprächs diskutieren Vertreter der größten Pools die langfristigen Konsequenzen des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG).

LVRG

Dr. Sebastian Grabmaier, Jung, DMS & Cie: “Ich glaube nicht, dass die Provisionen im Ergebnis um 30 Prozent sinken werden, es wird aber neue Modelle mit einer anderen Verteilung der Provisionen über die Zeit geben.” (links: Oliver Pradetto, Blaudirekt)

Cash.: Die Provisionsoffenlegung hat es nicht ins LVRG geschafft. Wie beurteilen Sie die Regulierung in ihrer umgesetzten Form?

Oliver Pradetto, Geschäftsführer Blaudirekt: Wir hatten zwar bereits an der technischen Umsetzung der Provisionsoffenlegung gearbeitet. Dennoch bin ich natürlich froh, dass es keine Offenlegungspflicht gibt, weil der Großteil des Marktes technisch dazu nicht in der Lage gewesen wäre. Da die Vermittler aber nicht einfach ihr Geschäft hätten ruhen lassen, muss man davon ausgehen, dass der gesamte Markt ab Ende Juni quasi illegal weitergearbeitet hätte. Insofern ist es sehr positiv, dass die Offenlegung erst mal vom Tisch ist. Grundsätzlich denke ich jedoch, dass ein guter Berater kein Problem damit hat, seinen Verdienst zu rechtfertigen. Allerdings wirft das immer die Frage auf, warum es ähnliche Forderungen nicht in anderen Branchen gibt.

Dr. Sebastian Grabmaier, Vorstand Jung, DMS & Cie: Auch wir sind zufrieden, dass die Politik durch den Verzicht des Provisionsausweises auf Euro und Cent im letzten Moment zu einer für alle Seiten sinnvollen und machbaren Regelung gekommen ist. Die Vermittler-Verbände hatten stets den Punkt betont, dass wir zwar alle für Transparenz sind, aber hierfür die Offenlegung der richtigen Faktoren fordern. Bei der Krankenversicherungsregulierung wurde das versäumt und man hat mit der Provisionshöhe an den Endvermittler einen Wert gegriffen, der einem Verbraucher im Ergebnis keinen Mehrwert bietet. Mit der Offenlegung der Gesamtkosten ist der Gesetzgeber jetzt auf dem richtigen Weg.

Markus Kiener, Geschäftsführer Fonds Finanz: Ich war am 30. Juni im Rahmen der Initiative “Pools für Makler” zusammen mit dem AfW im Finanzausschuss, als dieses Thema diskutiert wurde. Hier haben wir gesehen, dass die Schwerpunkte der Politik bei den Bewertungsreserven und der Ausschüttungssperrre lagen und weniger bei der Provisionsoffenlegung. Was man an dieser Stelle erwähnen sollte ist, dass die Vermittlerverbände mit dem GDV und ver.di eine gemeinsame Erklärung abgegeben haben, in der sie sich gegen die Offenlegung aussprachen. Denn diese hätte zu einer immensen Wettbewerbsverzerrung und zu einer “Scheintransparenz” geführt, da der Kunde den falschen Eindruck gewonnen hätte, dass ein und dasselbe Produkt in der Ausschließlichkeit billiger ist als beim Makler.

Seite zwei: Langfristige Folgen des LVRG

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Die Bayerische: Magdalena Neuner wird Markenbotschafterin

Die Versicherungsgruppe die Bayerische arbeitet ab sofort mit Magdalena Neuner, einer der erfolgreichsten deutschen Biathletinnen, als Markenbotschafterin zusammen. Schwerpunkt der Kooperation liegt auf der nachhaltigen Markenlinie Pangaea Life. Die 33-Jährige ist seit dem Ende ihrer aktiven Sportkarriere in zahlreichen Medien unter anderem als TV-Expertin bei der ARD zu sehen und engagiert sich sozial, beispielsweise für die DFL Stiftung.

mehr ...

Immobilien

Lompscher-Rücktritt: BFW sieht Chance für Neubeginn

Der BFW Landesverband Berlin/Brandenburg sieht im Rücktritt von Berlins Bausenatorin Katrin Lompscher die Chance für einen Neubeginn in der Berliner Wohnungspolitik. Insbesondere müsse der Regierende Bürgermeister Michael Müller den Wohnungsneubau in der Hauptstadt jetzt zur Chefsache erklären und das entstandene politische Vakuum ausfüllen.

mehr ...

Investmentfonds

Trump oder Biden? Das ist nicht die entscheidende Frage

Die halbe Welt diskutiert darüber, ob der nächste US-Präsident Donald Trump oder Joe Biden heißen wird. Für die Finanzmärkte ist aus unserer Sicht aber noch wichtiger, ob einer von ihnen nach der Wahl am 3. November die Mehrheit seiner Partei sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat hinter sich weiß – oder ob die Kammern wie heute unter Präsident Trump unterschiedliche Mehrheiten haben.

mehr ...

Berater

Über den Wert einer gesunden Konfliktkompetenz

Konfliktmanagement – klingelt da was bei Ihnen? Dann lesen Sie unbedingt weiter! Die Fürstenberg-Kolumne mit Mareike Fell

mehr ...

Sachwertanlagen

Corestate-Tochter startet Logistik/Light Industrial Joint Venture

STAM Europe, eine Tochtergesellschaft des Immobilien-Investmentmanagers Corestate Capital Holding, und ein nordamerikanischer institutioneller Investor starten ihr zweites Investitionsprogramm im Logistik- und Light Industrial-Sektor in Frankreich in Form des Joint Ventures “Highlands II”. Ein riesiges Logistik-Projekt wurde bereits erworben.

mehr ...

Recht

Staatliche Unternehmen auf Steuervermeidungskurs

Steuerskandale internationaler Konzerne finden sich beinahe täglich in der medialen Berichterstattung. Eine aktuelle Studie von WU-Professorin Eva Eberhartinger macht nun deutlich, dass auch staatliche Unternehmen Steuern vermeiden. Dabei zeigt sich: Auch diese Unternehmen brauchen Anreize, um Steuervermeidung zu unterbinden.

mehr ...