12. Mai 2014, 14:56
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Pflege-Beratung: Frauen versus Männer

Am heutigen “Tag der Pflege” sollte daran erinnert werden, dass Frauen noch immer die Hauptlast der Pflege tragen – und zwar: physisch, psychisch und in den meisten Fällen auch finanziell. Doch Frauen sind oftmals nicht nur Helfer, sondern auch selbst auf Hilfe angewiesen: Sie haben grundsätzlich ein höheres Pflegerisiko als Männer. Dies erfordert eine darauf abgestellte Beratung.

Gastbeitrag von Markus Hierl, DFV Deutsche Familienversicherung AG

Pflegeberatung

“Diejenigen, die auf einen Heimplatz angewiesen sind, über kein verwertbares Vermögen verfügen oder keinen Unterhaltsanspruch an einen Lebenspartner oder Kinder haben, gelangen zwangsläufig in die sprichwörtliche “Pflegefalle” – eine Pflegeversorgung quasi auf Hartz-IV-Niveau.”

Nach einer neuesten Forsa-Studie halten es nur 14 Prozent der Bundesbürger für unwahrscheinlich, später einmal zum Pflegefall zu werden. 86 Prozent sind also der Auffassung, dass das sehr wohl auf sie zutreffen könnte. Die Beschäftigung mit dem Thema ist in den vergangenen Jahren zwar deutlich gestiegen, jeder Dritte gibt aber zu, sich damit noch gar nicht befasst zu haben.

Dass dies auch unter geschlechterspezifischen Gesichtspunkten hochproblematisch ist, zeigt ein Blick auf alle herkömmlichen Prognosen: Demnach wird jeder dritte Mann irgendwann zum Pflegefall werden – bei Frauen ist es sogar jede zweite.

Pflege findet überwiegend in der Familie statt – und ist weiblich

Tatsache ist, dass Frauen heute noch immer die Hauptlast der Pflege tragen. Als Pflegekräfte in Krankenhäusern, Alters- und Pflegeheimen, aber vor allem als Pflegende in der Familie. Auch der Bundesgesundheitsminister hat in einem Interview zur geplanten Pflegereform die Bedeutung der Familienpflege hervorgehoben und sie als “wichtigsten Pflegedienst” bezeichnet.

Pflegeberatung

Mehr Frauen als Männer sind im Alter pflegebedürftig.

Das belegen auch die aktuellen Zahlen. So werden etwa 70 Prozent der Betroffenen zu Hause gepflegt: zu rund 80 Prozent durch weibliche Familienangehörige, teilweise mit zusätzlicher Unterstützung von Pflegediensten oder bei Alleinstehenden ohne Familienangehörige mit persönlicher Assistenz.

Wenn die eigenen Kinder erkranken, sind es meist die Mütter, die zunächst für sie sorgen. Sind beide Eltern berufstätig, ist es ebenfalls überwiegend der weibliche Teil, der seine Berufstätigkeit einschränkt oder den Beruf bei längerer Pflegebedürftigkeit ganz aufgibt. Ähnliches gilt, wenn die eigenen Eltern zum Pflegefall werden. Auch dann trifft es häufig zunächst eher die Töchter als die Söhne.

Frauen häufiger von Demenz betroffen als Männer

Und auch in der Ehe sind es häufiger die Frauen, die sich um den pflegebedürftigen Partner kümmern. Allein schon aufgrund der um durchschnittlich fünf Jahre kürzeren Lebenserwartung von Männern.

Da Frauen umgekehrt also durchschnittlich fünf Jahre älter werden, trifft sie schließlich auch im Alter das Pflegerisiko am härtesten – und zwar als selbst Pflegebedürftige. Und da die Häufigkeit von Demenz mit zunehmenden Alter steigt, werden infolgedessen auch Frauen häufiger davon betroffen als Männer.

Seite zwei: Frauen tragen ein größeres finanzielles Pflegerisiko

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1 Kommentar

  1. Es ist alten und pflegebedürftigen Menschen nur selten möglich, sich durch den bürokratischen Dschungel der Gesundheitsbürokratie von krankenakssen, Ämtern und Behörden durchzuarbeiten.
    Jeden Tag jaulen uns Politiker etwas von sozialer Gerechtigkeit vor. Ich möchte gerne einfache und klare Pfelege-Gesetze sehen, die den Menschen heute ermöglichen, ihre berechtigten Interessen wahrzunehmen. Die derzeitige Rechtslage dient nur dazu, den Krankenkassen und Behörden Kosten zu ersparen. Die Anträge werden nur durch Drohung mit Rechtsanwälten genehmigt.
    Prof. H. Bockholt, Koblenz

    Kommentar von Bockholt, Heinrich Prof. — 13. Mai 2014 @ 12:15

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