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1. September 2014, 16:23
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BDRD: Renteninformation ist irreführend

Der Bundesverband der Ruhestandsplaner Deutschland (BDRD) fordert von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) ein neues Konzept für die Darstellung der prognostizierten Alterseinkünfte. Die jährliche Renteninformation würde nicht die tatsächliche Kaufkraft im Alter angeben, so der Verband.

Ruhestandsplaner kritisieren DRV-Renteninformation

Nach Ansicht des Bundesverbandes der Ruhestandsplaner Deutschland (BDRD) sind die jährlich von der staatlichen DRV versandten Renteninformationen irreführend.

Einmal im Jahr erhalten 31 Millionen Deutsche eine Renteninformation von der DRV. Nach Ansicht des BDRD sind die dort genannten voraussichtlichen Einkünfte aus der staatlichen Rente allerdings irreführend.

“Vielen Versicherten vermittelt die Rentenprognose ein Gefühl der Sicherheit, das aber in keiner Weise aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten zu rechtfertigen ist”, kritisiert BDRD-Präsident Peter Härtling. Nach Ansicht von Härtling sind die Zahlen trügerisch, denn sie beinhalten weder den Kaufkraftverlust noch Steuern und Sozialversicherungsabgaben.

Zusätzliche Vorsorgelücke durch Kaufkraftverlust

“Senioren trifft der Kaufkraftverlust besonders hart”, warnt Härtling. Denn Preise für Produkte und vor allem personalintensive Dienstleistungen in Bereichen wie Gesundheit, Pflege und Mobilität werden seiner Ansicht nach mit hoher Wahrscheinlichkeit stärker steigen als für den durchschnittlichen Warenkorb der Deutschen. “Das wird eine zusätzliche Lücke in die Finanzplanung der Ruheständler reißen”, so Härtling weiter.

Aber auch die Prognosen – mit ein- und mit zweiprozentiger Rentensteigerung – sind laut Härtling mehr als vage: “Diese Zahlen sind bereits mehrfach nach unten korrigiert worden.” Noch 2006 gab die DRV Prognosen für Rentensteigerungen von 1,5 und 2,5 Prozent an. Zuvor, im Jahr 2004, hatte die damalige Bundesversicherungsanstalt für Angestellte die Vorhersage für die Rentenanpassung von 3,5 auf 2,5 Prozent herabgesetzt.

Für künftige Rentner bedeutet das große Einbußen, mahnt Härtling. So müsse ein 30-jähriger Arbeitnehmer mit einer um 16 Prozent verminderten Rente rechnen, wenn die durchschnittliche erwartete Rentenanpassung um 0,5 Prozent nach unten korrigiert wird. Zwar werde auf der zweiten Seite der Renteninformation auf den Kaufkraftverlust sowie auf Kranken– und Pflegeversicherungsabgaben und mögliche Steuerzahlungen hingewiesen, dennoch glaubt Härtling, dass die meisten Empfänger sich der daraus resultierenden Risiken nicht bewusst werden.

Er fordert die DRV daher auf, das Informationsschreiben umzugestalten. Dabei sollten Belastungen aus Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen sowie der erwartete Kaufkraftverlust an prominenter Stelle mit konkreten Zahlen dargelegt werden. “Nur so können sich die Bundesbürger ein wirklich realistisches Bild ihrer finanziellen Zukunft machen”, so Härtling. (jb)

Foto: Shutterstock

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