Glücklich ohne Garantie: Hoffnungsträger Multi-Asset

Dynamische Drei-Topf-Hybridmodelle, eine Mischung aus fondsgebundenen und klassischen Produkten, könnten im Rahmen der Rechnungszinsabsenkung zum 1. Januar 2015 ausgedient haben. Derweil mausern sich Multi-Asset-Fonds zum vermeintlichen Heilsbringer der Branche.

Rechnungszins
It’s in the mix: Multi-Asset-Fonds investieren nicht nur in Aktien und Anleihen, sondern unter anderem auch in Rohstoffe, Immobilienanlagen und Währungen. Befürworter betonen deshalb, dass sie Risiken breiter streuen könnten.

Auf die Produktkonstrukteure der Versicherer dürfte demächst wieder neue Arbeit zukommen. Dies gilt für jene Häuser, die auf sogenannte dynamische Drei-Topf-Hybridmodelle setzen. Bei diesen Produkten handelt es sich um eine Mischung aus fondsgebundenem und klassischem Produkt.

Drei-Topf-Hybride unter Druck

Die Beiträge der Kunden werden hier auf drei „Töpfe“ verteilt: Deckungsstock, Wertsicherungsfonds und Investmentfonds. Die monatliche Neuverteilung orientiert sich an der Kapitalmarktentwicklung und der restlichen Vertragslaufzeit. Der monatliche Wertverlust der Drei-Topf-Hybride darf maximal 20 Prozent betragen.

Im Falle eines Börsenabschwungs wird ein Großteil des Guthabens in den Deckungsstock zu den Konditionen einer klassischen Rentenversicherung verzinst. Bislang beträgt die Verzinsung 1,75 Prozent – doch damit ist es wohl bald vorbei, sodass den Produkten ein Verlust ihrer Attraktivität droht: Sollte es zu einer Rechnungszinsabsenkung zum 1. Januar 2015 kommen, müssten diese Produkte „modifiziert werden, damit sie nach der Absenkung noch funktionieren“, sagt Vorsorge-Experte Professor Dr. Jochen Ruß, Geschäftsführer des Instituts für Finanz- und Aktuarwissenschaften (ifa) in Ulm.

Beim Analysehaus FinanzResearch heißt es, dass Produktmanager derzeit „intensiv nach Alternativen zu Drei-Topf-Hybriden nachdenken“. Bei der Basler Lebensversicherung hat man bereits mit einer Änderung reagiert: „Der dynamische Drei-Topf-Hybrid hat vor dem Hintergrund der Rechnungszinsabsenkung ausgedient“, sagt Leben-Vorstand Markus Jost.

Multi-Asset meets Drei-Topf-Hybridmodell

Widerspruch kommt von Charles Neus, Leiter Versicherungen bei der Vermögensverwaltungsgesellschaft Schroders: „Zunächst einmal wird über eine mögliche Senkung des Garantiezinses nur gesprochen. Ob sie kommt, ist noch nicht bestätigt. Entsprechend sind auch die Versicherer geteilter Meinung bei diesem für die Branche wichtigem Thema. Wir stellen zum jetzigen Zeitpunkt keine eindeutige Richtungsänderung im Bereich der Drei-Topf-Hybridmodelle fest.“

Im Oktober 2013 hatten Neus und sein Team den Fonds Schroder SSF Multi-Asset 80 (LU0941339474) auf den Markt gebracht. Dieser wurde gezielt für dynamische Drei-Topf-Hybridmodelle konzipiert.

Er bietet die benötigte Garantie in Höhe von 80 Prozent des Nettoinventarwertes, bei einem entsprechenden Verlustrisiko von 20 Prozent pro Monat. Zwar räumt Neus ein, dass im Falle einer Absenkung des Garantiezinses „natürlich auch die Berechnungen für die Drei-Topf-Hybride angepasst werden“ müssten. Man stehe aber seit jeher im engen Dialog mit den Versicherungskunden und sei auch für die Zukunft gut positioniert.

Seite zwei: Neuer Ansatz für die fondsgebundene Lebensversicherung

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