Anzeige
21. Mai 2014, 12:27
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Mehr Beschwerden über Versicherer

Versicherungskunden in Deutschland haben sich 2013 häufiger beschwert als im Vorjahr. Die Schlichtungsstelle in Berlin verzeichnete eine Zunahme um 8,6 Prozent auf 18.740 Beschwerden. Die hohen Eingangszahlen seien mit Ausnahme der Lebensversicherung nicht erkennbar auf ein besonderes Ereignis zurückzuführen, erklärte der Ombudsmann für Versicherungen heute in Berlin.

Professor Dr. Günter Hirsch, Versicherungsombudsmann

Laut Versicherungsombudsmann Günter Hirsch bezogen sich viele Beschwerden in der Lebensversicherung auf wichtige Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (BGH) in den Jahren 2012 und 2013.

Den größten Beschwerde-Anstieg gab es bei der Unfallversicherung (plus 17,5 Prozent), bei der Kfz-Kasko- (plus 14,3 Prozent) sowie der Lebensversicherung (plus 13,2 Prozent). Rückgänge waren demnach in der Gebäude- (minus 4,7 Prozent) und in der Kfz-Haftpflichtversicherung (minus 2,4 Prozent) zu verzeichnen, erklärte Ombudsmann Professor Dr. Günter Hirsch bei der Präsentation seines Jahresberichts.

“Veränderungen in dieser Größenordnung sind nicht ungewöhnlich und stellen in den meisten Sparten Ausgleichsbewegungen zu den Vorjahren dar”, so Hirsch. In den Jahren zuvor verzeichnete die Schlichtungsstelle jeweils einen Rückgang der Beschwerden – 2012 um minus 3,4 Prozent, 2011 um minus 2,7 Prozent (siehe Tabelle).

BGH-Entscheidungen zogen mehr Beschwerden in der Lebensversicherung nach sich

Laut Hirsch bezogen sich viele Beschwerden in der Lebensversicherung auf wichtige Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (BGH) in den Jahren 2012 und 2013. Das führte zu einem Anstieg beginnend im Jahr 2012, der sich in den ersten Monaten des Berichtsjahres fortsetzte.

In den Urteilen wurde festgestellt, dass die Kostenverrechnung nach dem Zillmerverfahren die Kunden unangemessen benachteiligt. Entsprechende Klauseln sowie solche zum Stornoabzug erklärte der BGH für unwirksam. In weiteren Entscheidungen wurde der Mindestrückkaufswert konkretisiert und die Rechtsprechung auf andere Vertragsgenerationen übertragen.

Die starke Prägung der Rechtslage zur Lebensversicherung durch Richterrecht stelle den Ombudsmann vor besondere Herausforderungen, so Hirsch. “Es bedurfte eines erheblichen Arbeits- und Organisationsaufwandes, um der jeweilig fortgeschriebenen Rechtslage in der Beschwerdebearbeitung zügig Rechnung zu tragen.”

Erfolgsquote in der Lebensversicherung deutlich angestiegen

Die Erfolgsquote in der Lebensversicherung ist mit 34 Prozent deutlich angestiegen. Diese Entwicklung steht Hirsch zufolge ebenfalls im Zusammenhang mit der geschilderten Rechtsprechungsentwicklung. “Hintergrund für viele dieser Beschwerden war in der Regel kein Streit, sondern die lange Zeitdauer für die Neuberechnung auf Grundlage der BGH-Rechtsprechung”, sagte Hirsch. “Die Versicherer halfen in der Regel sofort ab oder folgten dem Vorschlag des Ombudsmanns.”

Die durchschnittliche Verfahrensdauer sank gegenüber dem Vorjahr (3,5 Monate) auf 2,7 Monate. Sie liege somit unter der Vorgabe der EU-Richtlinie zur alternativen Streitbeilegung, heißt es.

Die im Mai 2013 erlassene Richtlinie der EU zur alternativen Streitbeilegung in Verbraucherstreitigkeiten ist bis Juli 2015 in nationales Recht umzusetzen. Damit wird für Verbraucher die Möglichkeit eröffnet, flächen- und branchendeckend ohne Inanspruchnahme der Gerichte auf schnelle, formlose und kostengünstige Weise ihr Recht zu bekommen. (lk)

Professor Dr. Günter Hirsch, Versicherungsombudsmann

Den größten Beschwerde-Anstieg gab es bei der Unfallversicherung (plus 17,5 Prozent), bei der Kfz-Kasko- (plus 14,3 Prozent) sowie der Lebensversicherung (plus 13,2 Prozent).

Foto und Grafik: Versicherungsombudsmann

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Versicherungstipps: Die erste eigene Wohnung

Wann ist ein Mensch wirklich erwachsen? Mit der Volljährigkeit, einem Job, eigenen Kindern? Die Mehrheit der Bundesbürger sieht das Mieten der ersten eigenen Wohnung als einen der wichtigsten Meilensteine für das Erwachsenwerden.

mehr ...

Immobilien

Streit um Namen an Klingelschildern – Verstoß gegen die DSGVO?

Verstößt das Klingelschild eines Mieters an der Haustür gegen die Datenschutzgrundverordnung? Über diese Frage ist ein heftiger Streit entbrannt. Der Immobilien-Eigentümerverband Haus & Grund empfiehlt aktuell seinen Mitgliedern, vorsorglich die Namensschilder zu entfernen.

mehr ...

Investmentfonds

Aufstieg der ETFs

Exchange Traded Funds (ETF) werden bei den Deutschen immer beliebter. Das in ETFs verwaltete Kapital ist in zehn Jahren um über 560 Prozent gestiegen. Doch noch immer ist die Investitionsquote in Deutschland insgesamt sehr gering.

mehr ...

Berater

Kfz-Versicherung: Welche Merkmale den Tarif in die Höhe treiben

Was treibt den Preis einer Kfz-Versicherung in die Höhe? Und wie lässt sich der Preis am stärksten reduzieren? Die Antworten liefert ein aktueller Vergleich des Online-Portals Check24.

mehr ...

Sachwertanlagen

Beförderungs-Quartett bei ThomasLloyd

Das Geschäft der ThomasLloyd Gruppe wächst immer weiter. Das macht auch neue Führungskräfte notwendig. Gleich vier Mitarbeiter auf einmal konnten sich in dieser Woche über Beförderungen zum Managing Director freuen.

mehr ...

Recht

Wohin mit Nachbars Laub? Ab über die Hecke!

Der Indian Summer begeistert mit rot-, gold- und braungefärbten Blättern. Doch wenn die Laubmassen zusammengekehrt und entsorgt werden müssen, kommt schnell mal schlechte Laune auf – besonders, wenn es sich Nachbars Laubgut handelt. Muss man sich darum kümmern?

mehr ...