8. Juli 2015, 08:48
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(Semi-)autonomes Fahren: Die Kfz-Versicherung am Scheideweg

Trotzdem werden dank der neuen Technik wohl weniger Unfälle passieren. Dieser Faktor könnte die Höhe der Versicherungsprämien wiederum dämpfen. Dabei spielen nicht nur die Fahrassistenten eine Rolle. Es könnte auch dahin gehen, dass die Autos selbst untereinander kommunizieren. Beide Entwicklungen zusammen werden die Schadenhäufigkeit senken.

Neue Modellreihe – günstigere Prämie

Ein Beispiel für aktuelle Senkungen der Kfz-Versicherungsprämien nennt ein deutscher Hersteller. Seine neuen Baureihen sind serienmäßig mit einem kombinierten Abstandswarner und Bremsassistenten ausgestattet. Dafür würden die Fahrzeuge sowohl bei der Vollkasko als auch bei der Haftpflicht um eine Stufe günstiger in der Typklasse eingestuft, als sie ohne das System eingestuft worden wären.

Autonomes Fahren liegt noch in der Zukunft

Das wirklich autonome Fahren, bei dem das Auto selbstständig fährt und der Fahrer nicht mehr eingreifen muss, liegt noch in der Zukunft. Aktuell befinden sich vorwiegend Fahrer-Assistenzsysteme auf dem Markt, die manchmal teilautomatisiert sind.

Hier übernimmt das System beispielsweise die Quer- und Längsführung des Autos. In einem nächsten Schritt werden sich vielleicht “Stau-Chauffeure” in Serienmodellen durchsetzen, die bei mittleren Geschwindigkeiten von circa 60 Stundenkilometer ohne Eingreifen des Fahrers in Autobahnstaus fahren können. Aber auch das ist noch kein autonomes Fahren, denn der Fahrer muss immer aufmerksam bleiben und das Auto jederzeit selbst übernehmen können.

Bis das selbstfahrende Auto kommt, sind auch noch diverse ethische Fragen zu klären: Angenommen, ein automatisch gelenktes Auto muss einer Menschenmenge ausweichen. Links davon steht ein kleines Kind, rechts davon eine ältere Dame. Weitere Alternativen sind technisch nicht möglich. In welche Richtung soll es fahren?

Ein Mensch könnte für seine Entscheidung in der konkreten Situation nicht zur Verantwortung gezogen werden. Ein technisches System müsste vorher programmiert, eine Entscheidung also vorab festgelegt oder nach bestimmten Regeln gefällt werden. Solche Probleme sind noch nicht abschließend gelöst.

Autor Wolfgang Schütz ist Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. Er vereint Berufserfahrung bei Online-Vergleichsportalen, Versicherungsgesellschaften und in der Unternehmensberatung.

Foto: Verivox

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