Autonomes Fahren: Risiken für Kfz-Versicherer abfangen

Während Verbraucher eher die Vorteile autonomer Fahrzeuge sehen, müssen Kfz-Versicherer um ihr Geschäftsmodell fürchten, ergab eine aktuelle Analyse des Beratungsunternehmens Boston Consulting Group (BCG). Dies könnte nach Einschätzung der Berater dazu führen, dass die Branche den Gesetzgeber dazu bewegen möchte, Nachteile für Versicherer auszugleichen.

Die US-Konsumenten sehen autonome Fahrzeuge durchaus im positiven Licht.

Die Einführung selbstfahrender Autos, die den klassischen Kfz-Markt in den nächsten Jahren stark verändern dürfte, werde „eine Revolution auf Raten“ sein, prognostizieren die Experten der BCG.

Die ersten selbstfahrenden Autos würden zwar bereits diesen Sommer auf den Markt kommen, allerdings könne es bis zu 20 Jahren dauern, erklären die Berater, bis autonome Fahrzeuge zur Norm würden.

Akzeptanz der Marktakteure bestimmt Schnelligkeit der Marktdurchdringung

Wie schnell die Marktdurchdringung erfolgt, werde demnach insbesondere von der Akzeptanz der unterschiedlichen Marktakteure wie den Verbrauchern, Regulierungsbehörden und den sogenannten komplementären Sektoren wie Taxiunternehmen oder der Versicherungsbranche mitbestimmt.

Zumindest die US-Konsumenten sehen autonome Fahrzeuge durchaus im positiven Licht. Der Untersuchung zufolge erwarten sie sich geringere Kosten bei ihrer Kfz-Versicherung sowie für Instandhaltung und Reparaturen. Auch die erhöhte Fahrsicherheit wurde als bedeutsamer Vorteil genannt.

[article_line]

Risiken für „negativ betroffene Marktteilnehmer“ abfangen

Für das traditionelle Kfz-Policengeschäft der Versicherer stellen selbstfahrende Autos ein Risiko dar. In der Studie werden zentrale Fragen aufgeworfen, die sich Branchenteilnehmer über kurz oder lang stellen müssen: Welche Konsequenzen wird es haben, wenn Unfälle eher dem Produkt als der fahrenden Person zuzuordnen sind? Wird eine höhere Fahrsicherheit dazu führen, dass der Fahrer mit Prämienvergünstigungen belohnt werden sollte?

Kfz-Versicherer zählten zu den „negativ betroffenen Marktteilnehmern“, die potenziell Druck auf die Politik ausüben könnten, um ihre Interessen zu schützen, fahren die Berater fort. Aus diesem Grund könnte der Gesetzgeber frühzeitig vorbeugende Maßnahmen ergreifen, um den negativen Effekt für die am stärksten betroffenen Marktteilnehmer abzufangen – wie diese Maßnahmen konkret aussehen könnten, führen die Studienautoren allerdings nicht näher aus. (nl)

Foto: Shutterstock

0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments
Weitere Artikel
Wissen, was los ist – mit den Newslettern von Cash.
Wissen, was los ist – mit den Newslettern von Cash.