Langstreckenlauf durch die „Zinswüste“

„Dieses gute Ergebnis wäre ohne die erfreuliche Entwicklung im Leben-Bereich nicht möglich gewesen“, bilanzierte Erdland. Dabei wurde der Anstieg erneut vom Geschäft mit Rentenversicherungen gegen Einmalbeitrag getragen (plus 12,9 Prozent) – einem Geschäft, das die Lebensversicherer in früheren Jahren eher reserviert gegenüberstanden. Das ist nicht mehr so.

Das Einmalbeitragsgeschäft sei „kein Geschäft zweiter Klasse“, betonte Dr. Markus Faulhaber, Vorsitzender des Hauptausschusses Lebensversicherung/Pensionsfonds beim GDV.

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Im Hinblick auf die umstrittene Zinszusatzreserve merkte Faulhaber an, dass diese „weiterhin ein richtiges Instrument sei“, man müsse sich aber über „veränderte Parameter“ Gedanken machen. So regte der Allianz-Manager etwa „eine flachere Aufbaugeschwindigkeit“ bei der künftigen Bildung des Reservetopfes an.

Diskussion um Zinszusatzreserve

Ob die milliardenschwere Zinszusatzreserve ausreichen wird, um die gegenüber den Kunden ausgesprochenen Garantien auch bei einem Fortdauern der Niedrigzinsphase sicherstellen zu können, ist eine Frage, die derzeit stark diskutiert wird.

„Wir beschönigen nichts“, entgegnete Erdland angesichts wachsender Sorgen über die finanzielle Stabilität der Unternehmen. Die Lebensversicherer seien gefordert, „an allen Stellschrauben zu drehen, um durch die Niedrigzinsphase zu kommen.“

Er betrachte dies „sehr aufmerksam“, erklärte der GDV-Präsident und vergaß dabei seinen Humor nicht: Er wünsche ihnen, rief Erdland den Pressevertretern zu, dass sie ihn auch in Zukunft zu einer möglichen bevorstehenden finanziellen Schieflage bei einzelnen Gesellschaften befragen werden, „denn dann ist ja noch nichts passiert“.

Gut sei, fuhr Erdland fort, dass die Branche weiter an der Produktentwicklung arbeite und bestrebt sei „Antworten auf die Niedrigzinsphase“ zu finden. „Wenn uns das gelingt, wird auch das Vorsorgegeschäft in diesem Jahr gut laufen.“ (lk)

 

Foto: GDV

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