Anzeige
14. Juli 2015, 16:27
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie: Hohe Riester-Rendite für Geringverdiener und Kinderreiche

Geringverdiener können mit der Riester-Rente laut einer neuen Studie vergleichsweise hohe Renditen erzielen. Das ist das überraschende Ergebnis einer Erhebung der Deutschen Rentenversicherung Bund, die am Dienstag in Berlin präsentiert wurde. Die staatlich geförderte Altersvorsorge stand zuletzt in deutlicher Kritik.

Hohe Riester-Rendite für Geringverdiener und Kinderreiche

Die Riester-Studie der Deutschen Rentenversicherung birgt gute Nachrichten für Großfamilien: Mit steigender Kinderzahl steigt demzufolge auch das Renditenplus der Geringverdiener.

Bei Menschen mit niedrigem Einkommen und Personen mit mehreren Kindern sei das Verhältnis zwischen Leistungen und Beiträgen im Schnitt günstiger als bei Gutverdienern und Kinderlosen, so die neue Studie. Wegen der im Schnitt höheren Lebenserwartung und somit längeren Rentenlaufzeit gelte dies auch für Frauen. Unterm Strich könnten alle Versicherten mit durchschnittlicher Lebenserwartung erwarten, mehr Riester-Rente zu bekommen als sie an Beiträgen eingezahlt hätten.

Deutsche Rentenversicherung bemisst die Rendite anders als das DIW

Erst vor wenigen Tagen hatte eine Studie der Freien Universität Berlin und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung für Aufsehen gesorgt: Die oberen 20 Prozent der Einkommensskala erhalten demnach 38 Prozent der staatlichen Fördersumme – die unteren 20 Prozent aber nur sieben Prozent. Die Schlussfolgerung lag nahe, dass Riestern Geringverdienern wenig nutze.

Die Experten der gesetzlichen Rentenversicherung erläuterten nun, anders als die Autoren dieser Studie hätten sie alleine die Perspektive der Anleger eingenommen: Sie betrachteten die Rendite nach Steuern gemessen an den Beiträgen.

Beispiel: Ein Mann mit einem Bruttoeinkommen von knapp 35 000 Euro kann bei einem Versicherungsbeginn im Alter von 20 Jahren mit einer Rendite von 2,8 Prozent rechnen. Hat er nur 25 Prozent dieses für die Rentenversicherung einschlägigen Durchschnittseinkommens, kommt er auf 5,9 Prozent Rendite. Bei 50 Prozent sind es noch 3,3 Prozent. Angenommen werden in der Rechnung ein Kind und ein als realistisch eingeschätzter Zins von 3,25 Prozent bei dem Versicherer. Mit steigender Kinderzahl steigt auch das Renditenplus der Geringverdiener.

Hohe Kinderzahl zahlt sich laut Studie aus

“Bei hoher Kinderzahl und geringem Einkommen dürfte es schwierig sein, ein Altersvorsorgeprodukt mit einer höheren Rendite zu finden”, sagte Studienautor Christian Rieckhoff. Er wies aber darauf hin, dass die Rendite – also das Verhältnis von Leistungen und Beiträgen – nichts über die Höhe der Renten aussagt. Außerdem müssen Menschen mit geringem Einkommen fürchten, dass ihre Riestereinkünfte im Alter angerechnet werden, insofern sie Grundsicherung beziehen.

Rieckhoff riet, deshalb nicht auf die renditestarke Riester-Rente zu verzichten – schließlich könnten bis zur Rente andere gesetzliche Regeln für die Grundsicherung gelten oder das eigene Einkommen steigen.

Riester-Sparer müssen jährlich vier Prozent ihres Einkommens einzahlen, wenn sie in den Genuss der staatlichen Zulage von 154 Euro kommen wollen. Die staatlichen Zulagen machten im vergangenen Jahr 2,8 Milliarden Euro aus.

Die Rentenversicherung wies den Vorwurf zurück, sie betreibe mit ihrer eher positiven Riester-Darstellung das Geschäft der Versicherungswirtschaft. Es sei politisch entschieden, dass das Rentenniveau, also der Grad der gesetzlichen Alterssicherung, sinkt. “Viele Leute wissen nicht, wie sie darauf reagieren sollen”, sagte Rieckhoff. Die Erhebung diene der Information der Versicherten.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...