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19. Juni 2015, 08:04
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Lebensversicherung: Transparenz wäre kontraproduktiv

Es ist ein Trauerspiel. Die Kosten in der Lebensversicherung sind auch nach dem Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) noch immer hoch und wie sie sich genau zusammensetzen, kann der Kunde allenfalls raten. Ein Grund zur Sorge? Nein, denn die Lebensversicherung ist eine Absicherung und kein Geldanlageprodukt.

Die Pradetto-Kolumne

Lebensversicherung Transparenz

“Würde man seine Berufsunfähigkeitsversicherung von einer spekulativen Geldanlage mit ungewisser Wertentwicklung abhängig machen? Ganz sicher nicht.”

Die ausgewiesene Prognose beinhaltet Kosten von denen der Versicherer glaubt, sie irgendwann vielleicht einsparen zu können. Abschlussprovisionen werden in der Haftung verlängert, anders bilanziert und als Bestandsprovision getarnt. Kickbacks durch eigene Unternehmenstöchter? Werden verschwiegen!

Sprechen wir es klar aus: Die Lebensversicherung ist so ziemlich das intransparenteste Anlageprodukt, dass es auf dem Markt gibt. Kein Wunder also, dass der Verbraucherschutz gegen die Lebensversicherungswirtschaft schießt und auch Branchenexperten wie Dr. Mark Ortmann, geschäftsführender Gesellschafter des Berliner ITA Instituts für Transparenz, einen wirksamen Effektivkostenausweis fordern.

Eine Lebensversicherung ist keine Waschmaschine

Es geht nicht darum Preis und Leistung zu vergleichen, um am Ende das leistungsfähigste Produkt auswählen zu können. Dieser Irrtum – dem selbst Makler immer wieder unterliegen – rührt daher, dass die Lebensversicherung in besseren Zeiten auch als Kapitalanlage angepriesen wurde. Bei sechs Prozent Zinsen verdoppelte sich das angesparte Kapital alle zwölf Jahre und das dann auch noch steuerfrei. Klar, dass die Branche sich auch für mittelfristige Sparziele anbot.

Doch jetzt, wo der Kunde noch eine Garantie von aberwitzigen 1,25 Prozent hat, sieht das Ganze nicht mehr so sexy aus. Schließlich ist eine Kapitalanlage, bei der im schlimmsten Fall mal weniger rauskommt als reingetan wurde, ein ziemliches “Loser-Produkt” – und wenn sich der Lebensversicherer dann fast 20 Prozent von jeder gesparten Rate nimmt, scheint dies skandalös.

Seite zwei: Lebensversicherung ist kein Kapitalanlageprodukt

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2 Kommentare

  1. Selten eine so verfehlte Einschätzung zum Produkt kapitalbildende Lebensversicherung gehört:
    1. Kann man ein Leben nicht versichern, da wir alle sterben werden. Ich kann daher eigentlich nur ein finanzielles Risiko durch den Tod des Versicherten für Hinterbliebene absichern.
    2. Ja, wir werden alle älter und brauchen möglicherweise irgendwann einmal Geld für die Lebensführung. Wenn dies durch regelmäßige Zahlungen (Rente) zufließen sollte, könnten wir auch eine Rentenzahlung absichern.
    3. Im Produkt “kapitalbildende Lebensversicherung” sind eigentlich alle Begriffe falsch gewählt. da ein solches Produkt im günstigsten Fall etwas mehr Geld zurückzahlt, als der Kunde eingezahlt hat, in den meisten Fällen und besonders heute bei einer Garantieverzinsung von 1,25% auf die Sparanteile nicht einmal dies leisten wird, im schlimmsten Fall bei einer finanziellen Schieflage der Versicherungsgesellschaft nicht einmal die erhofften und irgendwie versprochenen Zahlungen leisten wird.
    Eine richtig dimensionierte separate Todesfall Risikoabsicherung und ein Investmentfond orientierter Sparplan, die der Lebenslage angepasst werden können, bringen zwar dem Makler nicht so viel Provision (-ssicherheit), dem Kunden aber immense Vorteile.
    Nur gibt es wenige Berater in der Branche, die es sich leisten wollen, so zu informieren, weil das mit dem “schnellen Geld aus der LV” machen ja alle …
    Einfach mal nachdenken und ehrlich sein!

    Kommentar von Jochen Hiemisch — 22. Juni 2015 @ 10:48

  2. Sorry, da muss widersprochen werden:
    Natürlich müssen wir über Kosten reden. Kein Mensch kauft ein Auto, Kühlschrank oder was auch immer, ohne die Kosten zu kennen.
    Es ist doch wohl ein Unterschied, ob der Kunde meint, er legt 200 € monatlich in die Altersvorsorge oder weiß, es sind eben nur 164€, weil 18% die Kosten des Vertrages betragen…

    Und die Kombination von Risiko und Ertrag in einem Vertrag mit intranspatenten Kosten und ohne Beitragssplitting ist doch hoffentlich ein Auslaufmodell …

    MfG Kai Bossling

    Kommentar von Kai Bossling — 20. Juni 2015 @ 12:26

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