Im Zeitalter des Mikro-Zinses

Infolge des Anleihe-Ankaufprogramms der Europäischen Zentralbank müssen Neukunden in der Lebensversicherung mit weiter fallenden Erträgen rechnen. Die Branche ist aufgerufen, ihr Produktangebot mit neuen Konzepten voranzubringen.

Seit dem historischen 22. Januar 2015 ist die Wahrscheinlichkeit, dass aus der anhaltenden Niedrigzinsphase eine dauerhafte Niedrigzinsphase wird, sprunghaft gestiegen.

Als Wolfgang Schäuble an einem kalten Januartag auf dem Neujahrsempfang des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin sprach, konnte man förmlich spüren wie sich seine Worte, wie ein warmer Mantel um die 200 geladenen Zuhörer legte.

„Geldpolitik kann kein Wachstum schaffen“

Und als der Satz „Geldpolitik kann kein Wachstum schaffen“ fiel, dürfte dem Gastgeber des Abends besonders warm ums Herz gewesen sein. Denn noch am Vortag hallten dem GDV-Präsidenten Dr. Alexander Erdland sehr kalte Worte aus dem weit entfernten Frankfurt entgegen. An besagtem Tag erklärte EZB-Präsident Mario Draghi seine Maßnahmen zur Rettung des Abendlandes.

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Der Chef der Europäischen Zentralbank verkündete, dass die EZB ab März bis Ende September 2016 monatlich für 60 Milliarden Euro Staatsanleihen und andere Wertpapiere aus den Euroländern aufkaufen wird.

Ob die Maßnahmen zum Erfolg führen, ist selbst in der Bundesregierung umstritten, wie nicht zuletzt die kritischen Worte von Bundesfinanzminister Schäuble zeigen.

EZB bringt Branche in Zugzwang

Die Reaktion der deutschen Versicherungswirtschaft auf Draghis Pläne lässt sich dann auch mit „Entsetzen“ recht treffend zusammenfassen. Denn seit dem historischen 22. Januar 2015 ist die Wahrscheinlichkeit, dass aus der anhaltenden Niedrigzinsphase eine dauerhafte Niedrigzinsphase wird, sprunghaft gestiegen.

Seite zwei: „Frontalangriff gegen die deutschen Sparer“

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